Neue Wohnungen für die Vögel

„Wir wollen in den Wald“, scheinen die Nistkästen zu rufen, die nun aufgehängt werden. Insgesamt betreuen NABU und Harzklub Seesen mehr als 400 Nistkästen.

NABU und Harzklub freuen sich: Baugenossenschaft „Wiederaufbau“ e.G. spendet 30 Nistkästen

Das Forstamt Seesen hatte vor Jahrzehnten eine große Anzahl von Nistkästen am Seesener Harzrand aufhängen lassen.

Die Kästen sind in die Jahre gekommen und der Zahn der Zeit hat an ihnen genagt. Einige sind inzwischen in einem so schlechten Zustand, dass sie nicht mehr repariert werden können. Neue Kästen mussten her. Dankenswerterweise hat die Baugenossenschaft „Wiederaufbau“ e. G. die Kosten für 30 neue Kästen in Form einer Spende für den NABU-Harzvorland e.V. übernommen. „Die Genossenschaft hat damit nicht nur etwas für den Naturschutz getan, sondern ist dabei auch bei ihrem Kerngeschäft, der Bereitstellung von Wohnraum geblieben, diesmal für die höhlenbrütenden Singvögel“, stellte ein NABU-Sprecher erfreut fest.
Der NABU-Harzvorland hat mit Hilfe der Spende die neuen Kästen beschafft, mit Nummern versehen und ist nun dabei, die Kästen im Walde aufzuhängen. Das geschieht im Rahmen des Frühjahrsputzes der noch brauchbaren Vogelhäuschen. Insgesamt werden mehr als 400 Nistkästen vom NABU-Harzvorland und vom Harzklub-Zweigverein Seesen betreut. Die Hauptarbeit dabei leistet seit Jahrzehnten Klaus Hildebrand, der für beide Vereine tätig ist.
Der Erhalt der Nistkästen und der Ersatz für die nicht mehr brauchbaren ist dringend erforderlich, denn es gibt hierzulande zu wenige natürliche Nistgelegenheiten beispielsweise in abgestorbenen Bäumen. Deshalb appellieren die Experten, dass jeder, der einen Garten hat, wenigstens einen Vogelkasten aufhängen sollte. An den Futterhäuschen habe man in diesem Winter bemerken können, dass nur sehr wenige Meisen kamen, um das bereitgestellte Futter aufzupicken. Und Meisen, ob Kohlmeisen oder Blaumeisen, seien die häufigsten Höhlenbrüter. Jungtiere müssten die Lücken wieder auffüllen.
Die Mitglieder des NABU-Harzvorlands haben beim Frühjahrsputz in den Nistkästen festgestellt, dass weitaus die meisten Kästen im letzten Jahr belegt waren. Zum Teil wurden zwei Nester übereinander gefunden, dort waren zwei Bruten nacheinander aufgezogen worden. Da beim Reinigen keine toten Jungvögel und auch keine Eier gefunden wurden, ist davon auszugehen, dass alle Bruten erfolgreich waren. In einem Kasten hatten es sich im Winter Gelbhalsmäuse bequem gemacht und einen gehörigen Vorrat an Eicheln angelegt.
In den nächsten Wochen werden weitere Kästen gereinigt und soweit erforderlich auch repariert und vor allem werden die restlichen von der „Wiederaufbau“ gespendeten Kästen aufgehängt. Die Mitglieder des NABU-Harzvorland hoffen auf eine erfolgreiche Brutsaison und danken der „Wiederaufbau“ und dem Forstamt für die Unterstützung bei ihrer Arbeit für den Naturschutz.