Neues Schlewecker Tor nahezu fertig

Freuen sich über das neue „Stadttor von Schlewecke“, das nahezu fertiggestellt ist: (von links) Dennis Eichel, Eckhard Pfeil, Bernhard Hasler und die Mutter des Sehusafestes, Elisabeth Paetz-Kalich.
 
So sieht das neue Schlewecker Tor aus – zum Einsatz kommt es am Sonntag bei den Vorführungen vor dem ehemals herzöglichen Jagdschloss. Derzeit steht das Tor noch in den Lagerhallen der Firma Ardagh.

40. Sehusafest am 6. und 7. September: Neubau für die Vorführungen vor dem ehemaligen Jagdschloss

Nach dem Neubau der Silberholbühne im Jahr 2011 und dem Festwagen des Herzogs im gleichen Jahr und dem Stadttor im Jahr 2012 gibt es in diesem Jahr eine neue Kulisse, die zum 40. Sehusafest fertiggestellt wird. Es handelt sich dabei um das sogenannte Schlewecker Tor, das Tilly im 30-jährigen Krieg angegriffen haben soll. Eigentlich sollte das Tor schon zum 39. Sehusafest neu gebaut werden. Dem herzoglichen Baumeister Bernhard Hasler fehlte aber die Zeit, sodass das alte Tor noch einmal notdürftig zusammengeflickt wurde.
Nach den „schweren Angriffen“ beim 39. Sehusafest wurde das nunmehr 30 Jahre alte Tor aber so schwer beschädigt, dass ein Neubau unumgänglich war. Anfang Januar 2014 gab der Vorstand des Historienvereins Bernhard Hasler den Auftrag, Ersatz zu schaffen.
Während der langen Winternächte begannen die Vorplanungen, und erste technische Zeichnungen sowie die Kostenermittlung und weitere Details zur Sicherheit und Technik wurden festgelegt. Im April hatte Bernhard Hasler im Rahmen einer Vorstandssitzung die Pläne vorgelegt. Der Vorstand stimmte dem Vorhaben zu, und schon im Mai begann die Materialbeschaffung und der Zuschnitt der Bauteile, die dann provisorisch im Garten des Baumeisters aufgebaut wurden. Drei Wochen später wurde das Tor zerlegt und in die Lagerhalle des Vereins nach Seesen gebracht. Ende Juni wurde dann mit dem eigentlichen Aufbau in der Halle begonnen. Mitte Juli hat dann die Mutter des Sehusafestes und vereinsinterne Kulissenmalerin, Elisabeth Paetz-Kalich, mit der künstlerischen Gestaltung begonnen. Nebenbei laufen die technischen Arbeiten weiter. Wegen der Ferien und Urlaubszeit ist die Zeit der Helfer meistens knapp bemessen, aber bis zum 1. September soll alles fertig sein, damit das neue Tor seinen Platz auf dem Festgelände neben dem Jagdschloss einnehmen kann.
Einige Daten zum Bau: Bisher hat Bernhard Hasler selbst 160 Stunden und seine Helfer 80 Stunden für den Bau aufgebracht. 120 Stunden sind für die Malerei von Elisabeth Paetz-Kalich schon aufgewendet worden, sodass insgesamt 360 Stunden zusammen- kamen. „Bis zur Fertigstellung werden noch einmal rund 100 Stunden gebraucht“, erklärt Hasler im Gespräch mit unserer Zeitung.
Verbaut wurden 56 Quadratmeter OSB-Platten, 165 Meter Kanthölzer, 24 Meter Laufbohlen, 150 Meter Dachlatten, 24 Meter Schalbretter, acht Quadratmeter Rauhspundbretter, 1100 Schrauben , dazu 40 Metallwinkel und 12 Schaniere und sonstige Kleinteile. Allein die verbauten Metallteile machen rund 60 Kilogramm Gewicht aus. Insgesamt wiegt das Tor rund 22 Tonnen, ist 14 Meter breit und 3,50 Meter hoch. Der Tordurchgang ist zweieinhalb Meter hoch, zwei Treppen führen auf den Laufsteg in 1,70 Meter Höhe.
Zehn Zinnen schmücken das Tor und geben den Verteidigern den nötigen Schutz. Rund 25 Liter Farbe waren nötig, um das Ganze kunstgerecht zu gestalten und wetterfest zu machen.
Für die Sicherheit sind an den Laufstegen Absturzsicherungen angebracht und die Erdanker versenkbar. Zwei kleine Räume dienen dafür, den Zehnten zu lagern und bei Regen den Darstellern etwas Schutz zu bieten. Geplant ist auch, zeitweise das Tor für Fotos zum Besteigen unter Aufsicht frei zugeben. Bernhard Hasler und Elisabeth Paetz-Kalich sind erfreut, dass mit dem neuen Schlewecker Tor die Geschichte weiter lebendig gehalten wird, sie bedanken sich bei ihren Helfern Mathias Nähring, Ulrich Bethke, Eckard Pfeil, Albert Mittendorf und Dennis Eichel für die tatkräftige Unterstützung.