"Niklas" hat auch in der Region Schäden hinterlassen

Im Kurpark richtet das Orkantief Niklas die größten Schäden an. Mitarbeiter des Baubetriebshofes arbeiten mit Hochdruck an der Beseitigung der umgestürzten Bäume.
 
In der Bismarkstraße stürzte in Folge des Sturms gegen 20.40 Uhr ein Baum auf die Straße. Die Feuerwehr passierte die Einsatzstelle auf ihrem Weg nach Münchehof.

Kurpark am heftigsten betroffen / Seesen ist nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen

Das Orkantief Niklas hat auch in der Region Seesen deutliche Spuren hinterlassen. Besonders stark betroffen ist der Kurpark, dort entwurzelte der Sturm vor allem am Dienstagnachtmittag und -abend zahlreiche Bäume.

Die Aufräumarbeiten können sich laut Aussage von Bauamtsleiter Alexander Nickel noch über Wochen hinziehen. Die Höhe des entstandenen Schadens kann aktuell noch nicht beziffert werden.
Bereits am Montagabend waren die ersten Ausläufer des Sturmtiefs Niklas deutlich zu spüren. Am Abend entwurzelte der aufkommende Sturm unter anderem eine alte Weide in der Bultstraße, wie Hans-Wilhelm Schacht, stellvertretender Leiter des Baubetriebshof unserer Zeitung mitteilte. Dies war aber nur ein Vorgeschmack dessen, was die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Baubetriebshof und Straßenmeisterei am Dienstag erwartete.
Rund 14 Einsatzstellen mussten von Feuerwehr und Co im Laufe des Nachmittags und Abends abgearbeitet werden. Dies erklärte Stadtbrandmeister Jürgen Warnecke auf Nachfrage des „Beobachter“. Richtig los ging es am Nachmittag gegen 16.31 Uhr, dann folgten die Alarmmeldungen Schlag auf Schlag.
Neben dem Kurpark war auch die Region rund um Rhüden besonders stark von den Auswirkungen des Orkantiefs betroffen. So wurden auf der L 466 in Fahrtrichtung Lampsringe und entlang der Nette zahlreiche Bäume umgeworfen und behinderten in der Folge den Verkehr. Im Bereich Rotenberg im Verlauf der Kreisstraße 58 in Fahrtrichtung Bockenem ereignete sich in Folge eines Sturmschadens ein Verkehrsunfall. Dort fuhr gegen 21.25 Uhr ein 26-jähriger Autofahrer aus Bockenem mit seinem Fahrzeug in einen umgestürzten Baum. Trotz sofortiger Bremsung konnte eine Kollision nicht mehr verhindert werden. Bei dem Unfall erlitt die Beifahrerin einen Schock.
Heftig wütete der Sturm auch in der Kernstadt Seesens. Dort befand sich die Feuerwehr mit 80 Kräften im Dauereinsatz. Insgesamt schlagen rund sieben Einsatzstunden zu Buche.
Einer der größten Vorfälle ereignete sich dabei gegen 20.40 Uhr in der Bismarkstraße. Die Brandschützer waren gerade auf dem Weg nach Münchehof, wo eine Kiefer auf dem Gelände der Waldarbeiterschule Probleme machte, als sie die Unglücksstelle in der Bismarkstraße passierten. Um unnötige Umwege zu vermeiden und die Befahrbarkeit der Straße wiederherzustellen, räumten die Einsatzkräfte zunächst die große umgestürzte Linde von der Fahrbahn und setzten erst im Anschluss ihre Fahrt zu den Einsatzorten in Münchehof fort.
Auf dem Gelände der Waldarbeiterschule kam dann die große Drehleiter zum Einsatz. Der Sturm hatte einen großen, schweren Ast abgebrochen der von den Feuerwehrleuten rausgeschnitten wurde, um ein unkontrolliertes Abstürzen und daraus resultierende Gefahr zu vermeiden.
Bereits am Nachmittag stürzte ein Baum auf einen Kleinwagen in der Gartenstraße. Der Schaden hielt sich glücklicherweise in Grenzen. Die Feuerwehr rückte zwar auch zu dieser Schadenslage aus, griff aber nicht ein, da sich der Baum auf einem Privatgrundstück befand.
Am Ortseingang Engelade aus Fahrtrichtung des Gewerbegebietes Triftstraße fegte der Wind das Dach eines Gartenhäuschens auf die Straße. Der Bauhof hat diese Gefahr nach Aussage von Hans-Wilhelm Schacht zügig beseitigt.
Einen Sturmschaden gibt es auch am Ententeich hinter dem Museum zu beklagen. Dort knickte die Spitze eines besonders alten Baumes ab.
Trotz aller Schäden sei Seesen jedoch noch mit einem „blauen Auge“ davongekommen. So formulierte es der Stellvertretende Baubetriebshofleiter. Bauamtsleiter Nickel weist in diesem Zusammenhang nochmals deutlich daraufhin, dass die Mitarbeiter des Baubetriebshof mit Hochdruck an der Beseitigung der Schöden arbeiten. Dennoch könne es sich noch über Wochen hinziehen bis alle Folgen des Orkantiefs beseitigt sind. Die Stadt bittet deshalb um Verständnis, wenn es mancher Stelle etwas länger dauert.
Vom Betreten der Wälder wird in den nächsten Tagen noch abgeraten.