Nikolaus-Jazz: Brian Carrick and The Algiers Stompers

Brian Carrick mit der Berühmten Metallklarinette von George Lewis.

Osteroder Jazzfreunde bleiben der beliebten Tradition treu

Osterode (Da). Der „Nikolaus-Jazz“ ist ein fester Bestandteil im Jahresprogramm der Osteroder Jazzfreunde. Am heutigen Sonnabend, 27. November, 20 Uhr im Freiheiter Hof, ist es wieder so weit. Zu Gast sein wird der Klarinettist Brian Carrick mit seinen „Algiers Stompers“. Sicher wird er auch wieder auf seiner berühmten Metallklarinette spielen, die ihm die Tochter von George Lewis nach dessen Tod im Jahr 1968 geschenkt hatte.
Dieser hatte ab 1952 die ganze Welt als Exponent des New Orleans Revival bereist und die Jazzfreunde mit seiner schlichten, unvirtuosen und melodischen Spielweise beeindruckt. Wo immer er auftrat, er spielte vor begeistertem Publikum. Während einer seiner Touren durch England hatte Brian Carrick das Vergnügen, den bekannten Klarinettisten aus New Orleans kennen zu lernen. Dessen Stil faszinierte auch ihn, und er versuchte, diesen in seinem Klarinettenspiel fortzusetzen und zu verfeinern. Dazu reiste er häufiger nach New Orleans, um dort zu lauschen, zu lernen, mit den großen Meistern des Jazz zu spielen und die ganz besondere musikalische Atmosphäre dieser Stadt zu verinnerlichen.
Mit der Zeit machte Brian Carrick als New-Orleans-Klarinettist in Europa und im Mutterland des Jazz Karriere; er wurde zu einem begehrten Mitspieler und spielte immer wieder zusammen mit den New Orleans „originals“ wie etwa Kid Thomas Valentine, Freddie Kohlman und Percey Humphrey. Seine Bemühungen zur Pflege des Oldtime Jazz wurden anerkannt durch die 1975 erfolgte Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt New Orleans.
Hier im Mekka des Jazz träumte Brian Carrick von einer eigenen Band, die er dann nach seiner Rückkehr nach England dort auch tatsächlich gründete: Zunächst die Heritage Hall Stompers, dann später im Jahre 1996 die Algiers Stompers, eine Band, die rasch zu einem Jazz-Highlight wurde. Das Repertoire der Band umfasst Titel vom Beginn des 20. Jahrhunderts über solche aus den 20er Jahren, die verbunden sind mit Begriffen wie Preservation Hall, Vaudeville, Deep South, Bourbon Street und Dance Halls.
Der Name der Band, Algiers, geht zurück auf einen Vorort von New Orleans, von dem es heißt, in ihm werde der „echte Jazz“ gepflegt.
Bei der Besetzung der Band suchte sich Brian Carrick erfahrene, talentierte Musiker aus, mit denen die Band schnell große Beachtung fand.
Zu ihnen gehören seine alten Weggefährten wie Peter Wright an der Trompete und Chas Hudson an der Posaune sowie Musiker, die vormals bei Chris Blout (Bob Rowbotham am Banjo und Dion Cochrane am Schlagzeug) oder bei Ken Colyer (Bill Cole am Bass) spielten.  
Als charmante Ergänzung  zu dieser Riege älterer Herren gehört die brillante Pianistin Gabriele Glad aus München, die das Durchschnittsalter der Band erheblich senkt.
Wenn also am Sonnabend, 27. November, Brian Carrick im Freiheiter Hof mit „One, two, three“ seine Band zum Klingen bringt, werden alle dem einmaligen Sound lauschen und sagen: „What a revelation he is!“