Noch in dieser Woche Hilfe für Rauna

Kirchliche Lettlandhilfe zieht Erfolgsbilanz der jüngsten Sammlung – Spendenbereitschaft gewürdigt

Schnee und Eis, Minus-Temperaturen und widrige Straßenverhältnisse, angesichts derer man das Auto eigentlich lieber in der Garage stehen gelassen hätte – all das vermochte am Freitag und Sonnabend vergangener Woche nicht so recht zu schrecken. Zumindest galt das für die Bürger aus Seesen sowie der näheren und weiteren Umgebung, die sich auch dieses Mal wieder mit der Bereitstellung von Sachspenden in die jüngste Sammel-Aktion der „Kirchlichen Lettlandhilfe“ zugunsten der Partnergemeinde Rauna einbringen wollten.
Nach den Worten des Vorsitzenden der „Kirchlichen Lettlandhilfe“, Pastor i. R. Kurt Hoppe, der auch dieses Mal wieder von einem „überwältigenden Erfolg der Aktion“ sprach, hatten die ersten mit ihren Fahrzeugen bereits vor 9 Uhr den Betriebshof der ehemaligen Teigwarenfabrik angesteuert. Und der Strom der „Lieferanten“ wollte an diesem Freitag bis in die Abendstunden hinein nicht abreißen.
Mit dem Ergebnis, dass den Mitstreitern aus den Reihen der „Kirchlichen Lettlandhilfe“, die in der Annahmestelle tapfer den Witterungsunbilden trotzten, kaum eine Verschnaufpause vergönnt war, und der für die Lagerung der Kartons mit Geschirr und Hausrat, der Bekleidungssäcke und der Skier sowie Fahrräder vorgesehene Raum zu abendlicher Stunde aus allen Nähten zu platzen drohte.
„Zum Glück entspannte sich die Situation am Sonnabend ein bisschen“, berichtete Renate Hoppe gegenüber dem „Beobachter“, wenngleich man nicht umhin gekommen sei, kurzfris­tig noch einen weiteren Raum als Lager einzurichten.
Sicher ist: Erst wenn sich – und zwar noch in dieser Woche – der nunmehr neunte humanitäre Hilfstransport seit 2010 auf den langen Weg gen Osten macht, wird sich zeigen, ob auch alle Sachspenden einen Platz an Bord des Sattelzuges gefunden haben. Sollte das nicht der Fall sein, wolle man gemeinsam mit dem Vorstand der „Stiftung der evangelisch-lutherischen Gemeinde Rauna – Diakonisches Zentrum“ die Möglichkeit des Einsatzes eines weiteren Lkw ausloten.
Wohl selten zuvor dürfte in Rauna ein Transport so sehnlichst erwartet worden sein wie dieser. Denn wie aus der lettischen Partnergemeinde ganz aktuell verlautet, herrsche seit Tagen sowohl im Lager als auch im Laden nunmehr „gähnende Leere“. Und das angesichts einer nach wie vor ungebrochenen Nachfrage. Vor diesem Hintergrund nahm der Vorstand der „Kirchlichen Lettlandhilfe“ denn auch noch einmal die Gelegenheit wahr, all denen Dank zu sagen, die sich – ob als Spender oder Helfer – so kurzfristig und uneigennützig in den Dienst der guten Sache stellten. Man lobte in diesem Zusammenhang die „überwiegend gute bis sehr gute Qualität der Sachspenden“ sowie deren Verpackung. „Das hat uns viel Arbeit erspart“, merkte Renate Hoppe an.
Wie es mit Blick auf die jüngste Sammelaktion abschließend hieß, habe der Anfang Februar parallel erfolgte Geldspenden-Aufruf ein Ergebnis von rund 600 Euro gezeitigt – Mittel, mit denen 15 Lebensmittelpakete finanziert werden können. Bekanntlich hatte die EU lettlandweit – also auch für Rauna – Lebensmittelpakete zur Verfügung gestellt, um die Not der Ärmsten der Armen zu lindern; mit Blick auf Rauna allerdings in einem nicht ausreichenden Umfang.
Übrigens: Wer mehr über die Arbeit der „Kirchlichen Lettlandhilfe“ in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten erfahren möchte, der kann sich anhand eines Foto-Buches mit dem Titel „Bilderbuch der Auslandsdiakonie“ aus erster Hand informieren. Fotos und Texte künden unter anderem von den Zielen, den Projekten und den Einsätzen in den Jahren von 1991 bis heute. Ansprechpartner ist Kurt Hoppe, Telefon (05381) 492639.