NPD-Treffen in Seesen – Krawalle bleiben aus

Ulrich Eigenfeld.

Gruppierung durfte Lautsprecher nicht benutzen / Seesener Kirchen setzen mit Mahnläuten ein Zeichen

Viel Lärm um am Ende wenig. Gerade einmal 18 Mitglieder der rechtsextremen Kleinpartei NPD aus Niedersachsen trafen sich am Sonnabend um 10.30 Uhr zu einer Versammlung mit dem Titel „Hat Deutschland, hat Europa eine Zukunft?” auf dem Seesener Schützenplatz.

Neben Ingo Helge, Mitglied des NPD-Landesvorstandes, und dem Landesverbands-Vorsitzenden Ulrich Eigenfeld, hielten zwei weitere Parteimitglieder kurze Reden. Die Polizei überwachte die knapp eineinhalbstündige Versammlung aufmerksam. Krawalle und Auseinandersetzungen mit linken Gruppierungen blieben zur Erleichterung der Polizei und auch der Seesener Bürger aus.
Mit Fahnen, einem Transparent und einer Lautsprecheranlage hatte sich die kleine NPD-Gruppe am Sonnabend auf dem Schützenplatz versammelt. Eröffnet wurde die Versammlung durch den Vorsitzenden Ulrich Eigenfeld. Sein Mikrofon durfte er jedoch während der Eröffnungsrede nicht benutzen, da eine Lautsprecheranlage laut Auflage erst ab einer Gruppe von 50 Personen genutzt werden darf. Darauf mussten ihn die anwesenden Polizeibeamten jedoch erst noch einmal hinweisen. Nach einer kurzen Diskussion legte Eigenfeld das Mikrofon bereitwillig aus der Hand.
Im Anschluss hielt Ingo Helge eine Rede, in der er seine Meinung zu der Zukunft Deutschlands kund gab. „Wir bezahlen Steuern dafür, dass deutsche Soldaten im Krieg bluten. Deutschland ist kein souveräner Staat”, erklärte er dabei unter anderem.
Seinen Worten schlossen sich zwei weitere Reden einer Seesenerin, die über Lebensmittelskandale in Deutschland berichtete, und einer jungen Frau aus dem Landesvorstand, die sich darüber beschwerte, dass Deutschland so viele Flüchtlinge aufnimmt, an. Auch Eigenfeld kritisierte die Flüchtlingsaufnahme in Deutschland und die Regierung. „Wir haben hier in Deutschland eine verbrecherische Politik”, sagte er.
Die Polizei zeigte sich mit dem Verlauf der Versammlung insgesamt zufrieden. „Eine unserer größten Sorgen war, dass es Krawalle mit linken Gruppen geben könnte. Das ist zum Glück nicht der Fall”, sagte Gesamteinsatzleiter Lothar Niemann.
Während der NPD-Versammlung läuteten von 11 bis 11.15 Uhr die Glocken aller Seesener Kirchen. Dieses Mahnläuten war eine stille Demonstration gegen die Rechten-Versammlung auf dem Schützenplatz.