Nun muss der Rat entscheiden

SPD-Antrag zum Ratskeller findet Zustimmung / Conzen: „Starke emotionale Bindung“

Über den möglichen Verkauf des Ratskellers wird nun in letzter Instanz der Rat entscheiden. Den entsprechenden Antrag zur öffentlichen Beratung im Rat hatte die SPD am Mittwochabend eingebracht.

Dem Antrag wurde einstimmig zugestimmt. SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Conzen erklärte in seinem Statement, dass die SPD den Ratskeller als ein geschichtsträchtiges und stadtbildprägendes Gebäude von absoluter Bedeutung betrachte.
Abgesehen vom Amtsgericht und dem Städtischen Museum sehe man keine vergleichbaren Gebäude hier in unserer Stadt. „Ein angedachter Verkauf des Ratskellers berührt die Seesenerinnen und Seesener in besonderem Maße. Das spürt man, auch wenn man mit den Menschen spricht,“ so Conzen in seinem Wortbeitrag. Wenn er sich die anwesenden Fraktionen und Gruppen ansehe, so wisse er doch, dass nicht nur bei der SPD sehr energisch über einen Verkauf des Ratskellers grundsätzlich und intensiv diskutiert wurde.
Conzen: „Viele von uns haben in den Jahren eine starke emotionale Bindung zu diesem Gebäude entwickelt, die sich eben nicht so einfach nur unter dem Eindruck finanzieller Abwägungen wegwischen lässt.“
Die zu treffende Entscheidung sei daher nicht leicht. Neben der Option einer möglichen Veräußerung bewege die SPD auch die derzeit eher unscharf bestehenden Planungen zur weiteren Nutzung. Hier existiere klarer Rede- und Beratungsbedarf. „Wir erwarten daher eine eindeutige Drucksache mit einer klaren Definition per Vertrag zur künftigen Nutzung durch den neuen Besitzer im Veräußerungsfall“, forderte Conzen.
Die SPD-Fraktion glaubt, dass der Rat der Stadt Seesen als höchstes politisches Gremium über die individuellen, die besonderen und eben nicht alltäglichen Dinge und Geschäfte der Verwaltung zu beraten hat. „Wir reden doch seit Monaten in den Fraktionen und Gruppen bei weiterhin steigender Intensität immer wieder über die Causa Ratskeller. Warum tun wir es denn nicht gemeinsam und zwar hier?“, fragte der Fraktionsvorsitzende in die Runde. „Denn eines steht doch unumstößlich fest: Der Ratskeller ist etwas ganz besonderes. Für uns, für unsere Stadt und für die hier lebenden Menschen. Und genau deshalb gehört die Drucksache auch hier in diesen Rat.“ Soweit die Ausführungen der SPD zu diesem Thema. Inhaltlich schloss sich CDU-Fraktionsvorsitzender Rudolf Götz dem an. Die CDU/FDP-Gruppe habe kein Problem damit, über einen Verkauf im Rat und damit öffentlich zu entscheiden. Ursprünglich hätte der Verwaltungsausschuss über den Verkauf entscheiden können.
Dass die CDU/FDP und auch Bürgermeister Erik Homann für einen Verkauf des Gebäudes ist, ist klar. Dieser könnte nun am Mittwoch, 5. Februar, im Zuge einer außerordentlich einberufenen Ratssitzung über die Bühne gehen. Schon am Tag danach könnten der Kaufvertrag unterschrieben werden – sofern der Rat sich mehrheitlich für den Verkauf ausspricht.