Nun wartet der kahle Teil des Bildes

Der lang ersehnte Moment ist da: Ausgabe der Abschlusszeugnisse.

Abschlussfeier für 109 Absolventen der Oberschule Seesen / 40 erweiterte Abschlüsse

Als Naturwissenschaftlerin tue sie sich ein wenig schwer mit der Poesie, gab die Leiterin der Oberschule Seesen, Annegret Tuchtfeld, anlässlich der Verabschiedung „ihrer“ 109 Zehntklässler zu.

In den Mittelpunkt ihrer Rede vor den Absolventen, deren Eltern, Freunden und Verwandten in der Aula des Schulzentrums stellte Tuchtfeld ein Gedicht von Peter-T. Schulz: „Mein Leben, das ist ein Bild, an dem ich male“. In den letzten sechs bis sieben Jahren hätten die Abschlussschüler an ihrem jeweils eigenen Bild gemalt. „Habt ihr vielleicht einen alten Meister kopiert, habt ihr euch auf die Primärfarben beschränkt oder wart ihr mutig, neugierig, experimentierfreudig und habt (mit) gemischt, sodass ihr stolz auf euer farbenfrohes Bild sein könnt?“, fragte die Schulleiterin. Mit jedem mutigen Schritt während der Schulzeit sei das Bild immer individueller geworden. „Ich hoffe, ihr habt die Erfahrung gemacht, dass es gut ist, selber Verantwortung für euer Leben, euer Bild, zu übernehmen und ich hoffe, dass es euren Lehrern gelungen ist, neben den fachlichen auch persönliche und soziale Kompetenzen wie Zuverlässigkeit, Leistungsbereitschaft, Ausdauer, Sorgfalt, Teamfähigkeit und Toleranz zu entwickeln und zu stärken“, sagte Annegret Tuchtfeld. Auf jeden Fall seien die Absolventen nun gut vorbereitet, den noch kahlen Teil ihrer jeweiligen Lebensbilder zu gestalten.
Nach einem musikalischen Intermezzo – für den guten Ton an diesem Vormittag sorgten neben den Rockklassen 7 und 8 sowie der Trommel-AG auch der Musik-Wahlpflichtkurs 9, Fabienne Beck am Klavier sowie natürlich die Schulband – sprach zunächst Seesens Bürgermeister Erik Homann „Dank und Anerkennung für eine tolle Schule“ aus. Er würdigte die Arbeit des Kollegiums und bescheinigte der Schule „innovatives Engagement“. Anhand von drei populären Lebensregeln – „Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter“, „Geh, wohin dein Herz dich trägt“ und „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ – gab Homann den Entlassschülern mit auf den Weg, diese lediglich als Richtschnur zu verstehen. Nehme man sie allzu wörtlich, gehe das in aller Regel schief.

Den gesamten Artikel lesen Sie in der gedruckten Ausgabe vom 19. Juni 2017.