„O Tannenbaum!“

Es weihnachtet sehr. Emilia und Marlon blicken in die Kamera und der Weihnachtsmann nimmt den kleinen Mats in seine Arme.
 
„Lieber guter Weihnachtsmann...“ Mats-Bjarne sagt brav sein Gedicht auf. Am Weihnachtsbaum brennen die Kerzen. Opa Frank hält das Geschehen mit der Videokamera fest.
 
Karl freut sich über den Besuch vom Weihnachtsmann. Der schaut in seinem Buch nach, ob der Kleine denn auch immer brav gewesen ist. Papa Martin erklärt, dass der Weihnachtsmann alles weiß. Ob das alles so stimmt?

„Beobachter“-Reporter begleitet den Weihnachtsmann am Heiligen Abend

Diese Weihnachtsgeschichte ist für alle Kinder dieser Welt und für alle, die immer noch ein wenig Kind geblieben sind. In den Tagen vor Weihnachten werden die Erwachsenen von den Kindern immer wieder gefragt: „Gibt es den Weihnachtsmann wirklich und wenn es ihn gibt, wie schafft er es, zu allen Kindern dieser Welt zu kommen?“ Nun, der „Beobachter“ wollte helfen, diesem Rätsel auf den Grund zu gehen und so hat unser Reporter am Heiligen Abend den Weihnachtsmann auf seinem Weg begleitet. Mit vielen prallgefüllten Säcken ausgestattet macht sich der alte Mann mit dem roten Mantel und dem langen Rauschebart kurz vor Einbruch der Dunkelheit mit Rentieren und Kutsche auf den Weg, der Reporter darf ihm ausnahmsweise assistieren und die Rute, das dicke Buch und die vielen Geschenke tragen helfen.
Überall ist es zu sehen
und vor allem zu spüren.
Heute ist Heiligabend
Auch wenn kein Schnee liegt, so ist es doch überall zu sehen und vor allem zu spüren. Heute ist Heiligabend. Weihnachten. Das Fest der Liebe. Der Heiland ist geboren. Die Menschen gehen in die Kirchen und singen Weihnachtslieder. Die Kerzen leuchten, bunte Lichter erhellen die Straßen und Gassen. Als allererstes klingelt der Weihnachtsmann bei Pina. Sein tiefes „Hohoho“ verschreckt das kleine Mädchen zutiefst, und so ist die Vierjährige trotz guten Zuredens nicht mehr dazu bewegen, ihr Weihnachtsgedicht aufzusagen. Das macht aber nichts, denn Geschenke gibt es natürlich trotzdem. Einen Spielzeugfotoapparat packen der Weihnachtsmann und Pina gemeinsam aus.
Die anderen Geschenke werden an Papa Torben, Mama Yvonne, die kleine Schwester Tora, Opa Wolfgang und Oma Ingelore verteilt und dann singt die ganze Familie „O Tannenbaum“. So möchte es der Weihnachtsmann und unser Reporter ist sich ein wenig unsicher: wenn der überall so lange braucht, dann wird das eng mit allen Kindern. Also drängt er den Weihnachtsmann zum Aufbruch. Der verabschiedet sich seelenruhig und Vater Torben bringt ihn vor die Tür. Dass neben dem Weihnachtsmann auch noch ein Reporter zu Gast war, hat die komplette Familie vor lauter Aufregung gar nicht bemerkt. Wie sich später herausstellt, wird das auch allen anderen Familien so ergehen.
Nur wenige Minuten später schellt es schon bei Marlon und Emilia an der Tür. Die beiden Kinder begrüßen den alten Mann mit dem weißen Rauschebart freudestrahlend. Die Rute kann auch hier im Sack bleiben. Stattdessen gibt es viele Geschenke und die ganze Familie stimmt – so will es der Weihnachtsmann erneut – „O Tannenbaum“ an. Dann werden Vater Kevin, Mutter Nicole, Großmutter Rosi, Tante Kerstin und Onkel Chrischi beschenkt. Auch Janine und Olli, die Eltern von Emilia, werden bedacht. Unser „Beobachter“-Reporter macht noch schnell ein Foto für die Zeitung, dazu nimmt der Weihnachtsmann Marlons kleinen Bruder Mats auf den Arm.
Weiter geht’s: Mit hohem Tempo jagt der Weihnachtsmann den Schlitten jetzt durch die Nacht. Fast fällt unser Reporter runter, aber in letzter Sekunde kann er sich noch an der Kufenaufhängung festhalten und klettert wieder auf den Schlitten. Glück gehabt!
Mittlerweile ist es stockduster geworden und schon geht es zur nächsten Bescherung. Die Straßen sind inzwischen menschenleer. Nur der Weihnachtsmann und der Reporter sind im Einsatz.
Nachdem sich der Weihnachtsmann präpariert hat, bollert er an die nächste Tür. „Hohoho und frohe Weihnachten“ ruft er mit tiefer, fast heiserer Stimme. Sofort wird ihm aufgetan. Auch hier heißt der Junge Mats. Seine Schwester Liv ist noch ganz klein, schaut den Weihnachtsmann aber schon mit ganz großen Augen an.
Nach der freudigen Begrüßung holt der vier Jahre alte Mats seinen selbst gebastelten Wunschzettel raus. Eine Carrera-Rennbahn soll es bitte sein. Die haben die Wichtel dem Weihnachtsmann tatsächlich in den Sack getan und so ist die Freude natürlich riesengroß. Großvater Frank nimmt alles mit seiner Kamera auf, Tante Indra darf beim Geschenke verteilen assistieren und natürlich hat der Weihnachtsmann mal wieder einen Wunsch. Ihm ist es schon wieder nach „O Tannenbaum“. Diesmal fordert er gleich alle drei Strophen ein. Und die ganze Familie muss mitsingen. Unser Reporter verdreht die Augen. Kennt der Alte kein anderes Lied? Offenbar nicht, aber das wissen ja nur der Reporter und der Weihnachtsmann, und beide halten dicht. Streiten ist an Weihnachten tabu.
„Ja, ich muss dann mal wieder. Bis nächstes Jahr“, verabschiedet sich der Weihnachtsmann von Mats, Liv und allen anderen und schon geht es weiter.
Als nächstes hält der Schlitten vor dem Haus von Arik und Theo. „Dich kenn ich aus der Zeitung“, ruft Arik aufgeregt, als er den Weihnachtsmann und den Reporter sieht. „Ja, das stimmt“, sagt Oma Kerstin. „Wir haben neulich den Weihnachtsmann in der Zeitung gesehen.“
Unser Reporter zieht enttäuscht eine Flappe. Er hatte wohl gehofft, dass er gemeint sei. Er wird indes gar nicht wahrgenommen, denn natürlich haben Arik und Theo, Tante Kiki und Cousin Niklas nur Augen für den Weihnachtsmann. Der verteilt fleißig Geschenke und nach der Bescherung hat der alte Mann einen ganz speziellen Wunsch. Er will schon wieder mit der ganzen Familie „O Tannenbaum“ singen. „Ich halte das nicht aus“, murmelt der Reporter vor sich hin, aber auch er stimmt leise mit ein und nachdem Opa Achim noch ein Gedicht aufgesagt hat, brummt der Weihnachtsmann freundlich: „Auf Wiedersehen“.
Denn da wartet ja auch noch der kleine Karl. „Allo Weiermann“, ruft der noch nicht ganz Dreijährige, als er den Mann mit dem roten Mantel und den dicken, schweren Stiefeln im Treppenhaus begrüßt. Und Karl ist aufgeregt – genau wie Opa Helmut, der fast eins mit der Rute übergezogen bekommt, weil er so frech ist und Schabernack treiben will.
Reporter und Weihnachtsmann nehmen auf dem Sessel und dem Sofa Platz und der kleine Karl mit seinen blauen Auge darf seine Geschenke auspacken. Für ihn hat der Weihnachtsmann eine Mini-Kettensäge, einen gelben Sicherheitshelm und kleine Arbeitshandschuhe mitgebracht.
Karl war aber offenbar nicht immer nur artig und Papa Martin erzählt, dass Karl angekündigt hat, den Weihnachtsmann schubsen zu wollen. Das macht er dann aber natürlich nicht. Eigentlich wird der Weihnachtsmann hier gar nicht so richtig gebraucht, denn Papa Martin erklärt von selbst alles. Der Weihnachtsmann hört zu und bestätigt hin und wieder: „Ja, das stimmt.“ Die kleine Lena bekommt vom Riesentrubel im Wohnzimmer so gut wie gar nichts mit. Sie ist am Heiligen Abend auf den Tag genau ein halbes Jahr alt. Noch zu klein!
Und dann wird gesungen. Der Weihnachtsmann kennt da offenbar ein recht schönes Lied. Es heißt „O Tannenbaum“. Wie bitte? Not again, please! Oh wie schön, freut sich die Familie mit Tante Katrin, den beiden Omas und Opa Helmut – und auch Urgroßmutter Ingi stimmt freudig ein.
„Ich habe noch eine lange Nacht vor mir“, ruft er,
als er um die Ecke biegt....
Jetzt wird es unserem Reporter zu bunt. Er weiß ja mittlerweile, dass es den Weihnachtsmann tatsächlich gibt, und dass er offenbar wirklich zu allen Kindern dieser Welt kommt und seine Geschenke verteilt. Dieser tolle Mr. Tannenbaum ist ja ein kleiner Alleskönner. Und der Mann von der Zeitung kennt jetzt auch das Lieblingslied des Weihnachtsmannes. Der Reporter hat genug gesehen und diesmal verabschiedet er sich vom Weihnachtsmann. „Mach es gut, und schöne Weihnachten noch, Herr Weihnachtsmann“. Auch hier hat die Familie die Anwesenheit des Pressevertreters gar nicht wahrgenommen.
Während unser Reporter also seinen Fotoapparat über die Schulter schwingt und schnell noch alles Wichtige in seinen Notizblock aufschreibt, setzt sich der Weihnachtsmann in seinen Schlitten und düst davon. „Ich habe noch eine lange Nacht vor mir“, ruft er, als er um die Ecke biegt. „Hohoho!“ Junge! Er spornt seine Rentiere an und beginnt zu singen: „O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter...“