Ohne Chemiefaser ist der Textilbedarf nicht zu decken

Heidi Büngeler Referentin bei jüngster Monatsversammlung des Hausfrauenbundes im Altenzentrum St. Vitus

Die jüngste Versammlung des Seesener Hausfrauenbundes fand am vergangenen Donnerstag statt. Vorsitzende Sigrid Ahlswede begrüßt neben den Mitgliedern auch Heide Büngeler als Referentin des Nachmittags. Rückblickend auf den Vormonat erwähnte Sigrid Ahlswede den Vortrag von Horst Scheerer.

Es sei immer wieder aufschlussreich, Altes von Seesen zu erfahren. Die Fahrt nach Hannover mit Sitzung beim Niedersächsischen Landtag war ebenfalls höchst interessant. Bereits am kommenden Dienstag, 11. März, findet eine Fahrt durch den Solling nach Kammerborn ins Landcafé Gollart statt. Dort gibt es Kuchen oder wer möchte auch ein Wurstbrot. Am 9. April führt die diesjährige Theaterfahrt nach Hildesheim. Es wird „Der Zarewitsch“ aufgeführt. Für beide Fahrten sind noch einige Plätze frei. Anmeldungen nehmen Sigrid Ahlswede, Telefon (05381) 2801 oder Elfi Simon, Telefon (05381) 5112, entgegen. Der Handarbeitskreis trifft sich am 20. März um 15 Uhr im Altenzentrum St. Vitus.
Die Referentin, Heidi Büngeler vom Ortsverband Hildesheim, berichtete im weiteren Verlauf der Zusammenkunft über „Chemiefaser, ein Mittel zur Bewältigung der Umweltprobleme“. Früher, so wusste Heidi Büngeler zu berichten, wurde viel Flachs angebaut und daraus Leinen hergestellt. Im Mittelalter wurde die Baumwolle bekannt und verdrängte das Flachsleinen. Durch die immer größeren Städte und Straßen fehlte bald die Anbaufläche für die Rohstoffe. Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckte Christian Friedrich Schönbein durch Zufall die Cellulose. Der Chemiker Hermann Staudinger fand 1925 die Grundlage für die Entwicklung der Chemiefaser. Es gab die Seidenraupe und auch aus Holz wurde eine Chemiefaser hergestellt. Die Hausfrauen erfuhren, dass die Rohstoffe für die synthetischen Chemiefasern meist aus Erdöl stammen. Chemiefasern sind umweltfreundlicher als Baumwolle. Für ein Kilogramm Baumwolle benötigt man 23000 Liter Wasser, für Viskose nur 350 Liter. Die Baumwolle wird mehrmals mit giftigen Pflanzenschutzmitteln besprüht, von denen die Rückstände in Böden und Trinkwasser gelangen. Heidi Büngeler berichtete, dass Chemiefaser günstiger ist als Naturfaser, sie kann recycelt werden und ist auch qualitativ hochwertig. Ohne Chemiefaser sei der Textilbedarf nicht mehr zu decken. Das Verhältnis zur Kleidung habe sich geändert. Man sollte daher bewusster kaufen und keine Abfallindustrie werden.
Die nächste Versammlung findet am Donnerstag, 3. April, statt. Dann berichtet Christiane Berndt über „Fitness für die grauen Zellen“.