„Ohrenschmaus“ in St. Andreas

Eugene Mursky konzertiert heute in der St.-Andreas-Kirche.

Hommage an Chopin und Schumann / Pianist Eugene Mursky zu Gast

Am heutigen Freitag findet in der St.-Andreas-Kirche das vierte und letzte diesjährige Abonnementkonzert der Seesener Konzertreihe statt. Begleitet vom Staatsorchester Braunschweig unter der Leitung von Alexander Joel spielt der Pianist Eugene Mursky das traumhaft schöne 2. Klavierkonzert von Frédéric Chopin, der vor 200 Jahren geboren wurde und deshalb derzeit in den Programmen vieler Konzertreihen in besonderer Weise vertreten ist.

Seesen (bo). Ein weiteres „Geburtstagskind“ ist der ebenfalls im Jahre 1810 geborene Robert Schumann. Seine lichte sinfonische Studie „Ouvertüre, Scherzo und Finale“ eröffnet das Programm. Bei beiden Komponisten nehmen sinfonische Werke nur einen kleinen Teil ihres Gesamtwerks ein. Der Weltruhm Chopins ist in der Vielzahl seiner kurzen Klavierstücke begründet. Mazurken, Polonaisen, Nocturnes, Préludes, Scherzi und Etüden bilden den Hauptteil seines Schaffens.
Viel davon ist schon in seinem 2. Klavierkonzert zu hören, das er bereits im Alter von 19 Jahren als ein Liebeslied ohne Worte für die junge Konstancja Gladkowska schrieb. Der Solist des Abends wurde 1975 in Taschkent, der Hauptstadt von Usbekistan, geboren. Im Alter von sechs Jahren erhielt er seinen ersten Klavierunterricht. Zwei Jahre später wurde er in die Klasse der berühmten Klavierpädagogin Tamara Popowitsch, am Institut für hochbegabte Kinder aufgenommen.
1989 gewann er den 1. Preis beim Nationalen Klavierwettbewerb der Republik Usbekistan. Ein Höhepunkt im künstlerischen Werdegang des Pianisten war die Verleihung des 1. Preises bei der World Piano Competition in London, verbunden mit dem Preis für die beste Chopin-Interpretation im Jahr 1994.
In den folgenden Jahren gewann er weitere internationale Wettbewerbe, so 2000 den „Edvard Grieg Wettbewerb“ in Oslo, 2001 den Bremer Klavierwettbewerb und 2002 den Internationalen Klavierwettbewerb in Neapel. Mittlerweile liegen zahlreiche CD-Einspielungen vor mit Werken von Robert Schumann, Ludwig van Beethoven, Sergej Rachmaninov, Alexander Skriabin ,Sergej Prokoffiev und Dmitri Schostakowitsch.
Zudem ist er der Herausgeber einer neuen Chopin-Edition des Verlages Hänssler. Am Ende des Programms steht die 8. Sinfonie von Antonin Dvorak, die sogenannte „Englische“. Eine hell strahlende romantische Sinfonie, mit welcher dem Komponisten noch einmal ein höchst unbeschwerter klassizistischer Ausdruck von orchestraler Musik am Ende des 19. Jahrhunderts gelang. Eintrittskarten sind in der Geschäftsstelle des „Beobachter“ (heute bis 16.30 Uhr) und ab 18.45 Uhr an der Abendkasse erhältlich.
Das Konzert beginnt um 20 Uhr; die Werkeinführung mit dem Solisten ist ab 19.15 Uhr im Kirchenzentrum St. Andreas vorgesehen.