Olympiasieger beim „Schützenhaus“-Jubiläum

Brachte die Goldmedaille mit: Olympiasieger Karlheinz Smieszek. (Foto: Jung / Bertram)
 
Beim Jubiläum gab es auch ein Wiedersehen mit dem ersten Pächterehepaar Irmi und Willi Reichardt. (Foto: Jung / Bertram)

SG Seesen von 1428 feiert 50. „Geburtstag“ ihres Domizils / Friedel Wilhelm präsentiert die Ex-Elite-Jugend

Seesen (bo / G. J.). Die Schützengesellschaft Seesen von 1428 feierte jetzt im festlich geschmückten Saal ihres Domizils in der Schützenallee 17 ein besonderes Jubiläum: In diesem Jahr jährt sich zum 50. Mal der Tag, an dem die SG das heutige „Schützenhaus“ einweihen konnte. Das alte „Schützenhaus“ direkt am Schützenplatz musste vor über 50 Jahren dem Autobahnzubringer beziehungsweise der Bundesstraße 248 weichen.
Zur „Geburtstagsfeier“ begrüßte der 1. Vorsitzende, Wolfgang Sundmacher, besonders das Ehepaar Irmi und Willi Reichardt, die als erste Wirtsleute im „Schützenhaus“ gewirkt und viele Erinnerungen hinterlassen haben. Auch die letzte amtierende Schützenhauswirtin, Margrit Eine, war mit von der Jubiläumspartie.
Seine weiteren Willkommensgrüße gingen an den 1. Stellvertretenden Bürgermeister und Ratsvorsitzenden Jürgen Ebert und an den 2. Stellvertretenden Bürgermeister., Norbert Stephan. Er überbrachte die Grüße von Rat und Verwaltung der Stadt, besonders die von Bürgermeister Erik Homann, und übergab für den schieß­sportlichen Wettbewerb zwei kleine Pokale als Präsent. Weiterhin konnte Sundmacher den Ehrenvorsitzenden der Schützengesellschaft, Karl Oberbeck, und das Ehrenmitglied Horst Braun willkommenheißen. Zudem präsentierte der 1. Vorsitzende, quasi als Überraschungsgäste, eine Abordnung der ehemaligen SG-Jungschützen. Ebenfalls vor 50 Jahren fand auf den neuen Schießständen der Schützengesellschaft Seesen das 34. Harzer Bundesschießen statt, und dieses Ereignis nahm Friedel Wilhelm zum Anlass, mit seiner Abordnung das Schützenhaus-Jubiläum als „Sahnehäubchen“ zu bereichern. Denn: in seiner Begleitung befand sich auch Olympia-Sieger Karlheinz Smieszek, der 1976 im kanadischen Montreal im „Kleinkaliberschießen liegend“ von 600 möglichen Ringen sage und schreibe 599 (!) erreichte und dafür mit der Goldmedaille geehrt wurde.
Friedel Wilhelm erzählte einige Anekdoten aus der Jugendzeit, stellte Ernst Metge, Hans-Heinrich Hofmann, Georg Reinecke und Karlheinz Smieszek, der seine Goldmedaille ins rechte Licht rückte, vor, ließ die damaligen Erfolge der 1. Jugend Revue passieren und übergab der Schützengesellschaft diverse Geschenke zur Erinnerung; wie Wilhelm ankündigte, findet im Rahmen des Schützen- und Volksfestes am Wochenende eine Wiedersehensfeier der ehemaligen 1. Jugend statt.
Nach der Stärkung am gigantischen Kalten Buffet, das die Damenabteilung der SG gezauert hatte, hielt Ehrenvorsitzenden Karl Oberbeck einen hochinteressanten Vortrag. Oberbeck referierte über das „Haus der Schützen “ – von den ersten Anfängen im 16. Jahrhundert bis hin zum heutigen „Schützenhaus“. Seine Ausführungen unterlegte er mit historischen Bildern und Bauzeichnungen. Wie Oberbeck betonte, habe man aus einer Eingabe des Rates der Stadt Seesen an den regierenden Herzog Julius vom 14. September 1572 erstmals vom Bemühen der Schützen erfahren, beim Bau eines „Schützenhauses“ durch Bereitstellung von Bauholz und bis zu 500 Ziegeln Hilfestellung zu erhalten. Diese Bitte sei allerdings abschlägig beschieden worden.
Über mögliche Provisorien in der Folgezeit ist nach Oberbecks Angaben in den Akten nur wenig zu finden. Zu Beginn des 19. Jahrhunders wurde schließlich das erste feste „Schützenhaus“ auf dem Schützenplatz errichtet; größere Feste gingen indes mangels Platz im „Ratskeller“ über die Bühne.
Im Zuge der fälligen Neugestaltung der Seesener Durchgangsstraße (B 248) musste das vielfältig frequentierte Gebäude abgerissen (Juli 1959) und durch einen Neubau, der am 2. Juni 1962 eingeweiht wurde, ersetzt werden.