Orientierungslauf-Landeselite in Seesen

Am Wochenende kommt der Orientierungslauf wieder nach Seesen.

Am Wochenende finden zwei Landesranglistenläufe statt / Podiumsplatzierungen im Osterzgebirge für MTVer

Nach der Orientierungslauf-Doppelveranstaltung im April 2012 anlässlich des 150-jährigen Vereinsjubiläums des MTV Seesen ist die Vorharzstadt am Wochenende erneut Schauplatz zweier OL-Wettkämpfe. Diesmal allerdings nicht auf Bundes-, sondern eine Nummer kleiner auf Landesebene.

Mit einem Landesranglistenlauf im Sprint-OL, dessen Start und Ziel sich vor dem Jagdschlösschen befindet, rücken die OLer publikumswirksam fast ins Herz der Stadt vor. Das Wettkampfzentrum für die niedersächsischen Landesmeisterschaften im Staffel-OL am Sonntag befindet sich dann direkt vor der Muschel im Seesener Kurpark.
Der Landesranglistenlauf im Sprint-OL findet in dem neukartierten Gebiet zwischen der Braunschweiger Straße und Schäfereiweg sowie zwischen Fritz-Züchner-Straße und der B243 nach Rhüden/Hildesheim statt. Zudem zählt er für die Deutsche Park-Tour und bietet die letzte Testmöglichkeit vor der eine Woche später stattfindenden Deutschen Meisterschaft in dieser Disziplin. So befinden sich unter den knapp 140 Gemeldeten auch einige Nicht-Niedersachsen und sogar drei Finnen, die für einen internationalen Anstrich sorgen. Da einige Betriebe und Institutionen dankenswerterweise ihr Areal zum Überqueren zur Verfügung stellen, konnte der Bahnleger Bjarne Friedrichs interessante Bahnen mit kniffligen Routenwahlen erstellen. Gestartet wird ab 17 Uhr im Minutentakt auf den einzelnen Bahnen, die Siegerehrung ist für 19 Uhr geplant.
Knapp über 40 Staffeln haben für die am Sonntag stattfindende Landesmeisterschaft im Staffel-OL gemeldet, die ebenfalls einen letzten Test vor der DM drei Wochen später im Erzgebirge darstellt. Ausgangspunkt dafür ist ab 10 Uhr der Kurpark Seesen, von wo es in die inzwischen nicht mehr ganz unbekannten Harzhänge geht, deren Steilheit aber nur moderat ausgekostet wird. Die stärksten Teilnehmerfelder gibt es in der D/H-14 (mit zwei Teams des MTV) und überraschenderweise bei den Damen. In den Hauptklassen der Damen und Herren geht der MTK Bad Harzburg sicherlich leicht favorisiert an den Start.
An beiden Tagen wird jeweils eine halbe Stunde nach dem ersten Start eine Stunde lang ein Kinder-OL zum Schnuppern (kostenlos) angeboten, bei dem die Kleinen sich ebenso wie die Großen auf Postensuche begeben können. Zudem werden für Interessierte leichte Strecken vorgehalten, auf denen man sich auch ohne große Vorkenntnisse einen Eindruck von der Natursportart verschaffen kann. Auch Zuschauer, die die Athleten anfeuern wollen, sind an beiden Tagen gern gesehen.

Podestplatzierungen im Osterzgebirge

Fast auf den Tag genau zwei Jahre nach den letzten Deutschen Bestenkämpfen im Ultralang-OL, die mit großartiger Beteiligung in Seesen auf der Wilhelmshöhe ausgetragen wurden, trafen sich Deutschlands Orientierungsläufer diesmal im Osterzgebirge, um südöstlich von Chemnitz ihre Besten über den „langen Kanten“ zu ermitteln. Die beiden Akteure des MTV Seesen erfüllten mit zwei Silbermedaillen voll die Erwartungen, beim Bundesranglistenlauf tags darauf gab es sogar drei Podestplatzierungen.
Das Gelände wies nur mäßige Steigungen auf und bot einen überwiegend gut belaufbaren Fichtenhochwald mit einigen ruppigen Partien und Felsbändern und somit gute Voraussetzungen für das Typische am Ultralang-OL, nämlich lange Übergänge mit Routenwahlentscheidungen. In der Herren-Elite, die 20,9 Kilometer Luftlinie bei 790 Höhenmetern zu bewältigen hatten, ließen die beiden Europameisterschafts-Finalteilnehmer Sören Lösch (USV Jena) und Bjarne Friedrichs schnell keinerlei Zweifel aufkommen, dass die Entscheidung nur zwischen ihnen fallen würde – zu früh hatten sie sich nach dem Massenstart schon vom Feld abgesetzt. Letztendlich hatte der Jenaer das stärkere Finish und siegte mit zweieinhalb Minuten Vorsprung vor dem Seesener, der Drittplatzierte lag bereits weitere sechs Minuten zurück. Damit demonstrierten die beiden Nationalmannschaftsläufer eindeutig ihre derzeitige gute Verfassung.
Ebenfalls eine Silbermedaille erlief sich seine Schwester Birte Friedrichs in der Kategorie D-16, die eine Strecke von 6,9 Kilometer bei 240 Höhenmetern zu absolvieren hatte. An die von ihrer Nationalkaderkameradin Ellen Klüser (USV TU Dresden) vorgelegte Zeit kam sie zwar nicht heran, zumal sich zwei kleine Unsicherheiten einschlichen, aber auch in dieser Klasse folgte die Drittplatzierte erst mit einem gehörigen Abstand.
Der Bundesranglistenlauf über die Mitteldistanz führte die Läufer dann in die Felspartien, wo es manchmal ein bisschen Glücksache war, den Posten zu finden, je nachdem aus welcher Richtung man den Posten anlief. In der Herren-Elite nahm Bjarne Friedrichs erfolgreich Revanche für den Vortageslauf und gewann mit guter Leistung in seiner Kategorie. Das D-16-Ergebnis glich auch in den zeitlichen Abständen dem des Vortages; Birte Friedrichs lieferte mit ihrem zweiten Platz erneut einen Beweis ihrer Beständigkeit. In der H-16 ging dann nach verletzungsbedingter Pause über die lange Strecke mit Ole Hennseler der dritte Seesener an den Start. Auch er musste sich zwar zwei Nationalteamkameraden geschlagen geben, weil er sich nicht so frisch und ausgeruht fühlte, wie es nach der Pause hätte sein sollen. Aber immerhin langte es mit dem dritten Rang noch für eine Podestplatzierung.