Orkantief „Ulli“ ist nur Vorbote von „Andrea“

Das Orkantief „Ulli“ hat eine 100-Jahre alte Linde vor dem Museum umgeblasen. Heute erwarten die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes das Orkantief „Andrea“. Es soll deutlich heftiger ausfallen. (Foto: Strache)

Entwurzelte Bäume und ein umgestürzter Lkw beschäftigen die Feuerwehren / „Andrea“ bringt kalte Luft

Von Maximilian Strache,
Seesen / Goslar

Das Orkantief „Ulli“ hat am Dienstag und in der Nacht auf Mittwoch für mächtig Wirbel im Stadtgebiet Seesen und im gesamten Harz gesorgt. Über den Brocken fegte der Orkan sogar mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern hinweg.
Die Feuerwehren in der gesamten Region waren vor allem mit Aufräumarbeiten beschäftigt. In Goslar sorgten herunterwehende Dachplatten und im Bereich zwischen Langelsheim und Wolfshagen herabstürzende Äste für Gefahr. Zwischen Goslar und Jerstedt wurde sogar ein großer Sattelzug vom Wind umgeblasen. Insgesamt muss­ten drei Bundesstraßen gesperrt werden. Die Sperrungen wurden erst in den späten Morgenstunden aufgehoben.
Im Stadtgebiet Seesen hielten sich die durch den Orkan verursachten Schäden jedoch in Grenzen. Einzig vor dem Städtischen Museum kam es zu einem größeren Zwischenfall. In der Zeit zwischen 18 und 18.30 Uhr wurde eine über hundert Jahre alte Linde vom heftigen Sturm entwurzelt. Der Baum, der um die Jahrhundertwende gepflanzt wurde, konnte dem Orkantief „Ulli“ nichts entgegensetzen und sütrzte um. Der Baubetriebshof der Stadt hat den Baum gestern in den Vormittagsstunden beseitigt.
Für morgen erwarten die Experten des Deutschen Wetterdienstes das Orkantief „Andrea“. Nach Angaben der Meteorologen wird „Andrea“ noch deutlich heftiger ausfallen als ihr Vorbote „Ulli“. Hinter dem heutigen Sturmtief „Andrea“ wird dann auch deutlich kältere Luft nach Deutschland fließen. Zumindest in den Mittelgebirgen und Richtung Alpen werde es winterlich. Kälte und Schnee bis ins norddeutsche Flachland seien aber weiterhin nicht in Sicht.
Die Stadtverwaltung Goslar fordert die Bevölkerung auf, die sätdtischen Grünanlagen, die Friedhöfe und die Stadtforst momentan nicht zu betreten. Die durch den Orkan „Ulli“ entstandenen Schäden können nämlich erst in den nächsten Tagen beseitigt werden. Das Gleiche gilt im Übrigen auch für die Wälder rund um das Stadtgebiet Seesen und die angrenzenden Ortschaften und Gemeinden. Gegenwärtig ist es nach Einschätzung von Experten der Feuerwehren und der Stra­ßen­meistereien sehr gefährlich, sich in Wäldern aufzuhalten.
Die Stadtverwaltung Seesen schließt sich dieser Warnung ebenfalls an. Für das Stadtgebiet werden Sturmböen mit Spitzengeschwindigkeiten von 100 Stundenkilometern erwartet. Bürgermeister Erik Homann und Ordnungsamtsleiter Uwe Zimmermann appellieren an die Vorsicht der Bevölkerung. „Wir hoffen, dass die Auswirkungen nicht so stark werden, bitten aber um allgemeine Vorsicht“, so die Aussage von Homann und Zimmermann.