Ortswehr Seesen auf der Suche nach AGT-Trägern

Wolfgang Sachse (vierter von links) freute sich, bei der Jahreshauptversammlung insgesamt acht Beförderungen vornehmen zu können.

Wolfgang Sachse: „Probleme auch in der Zusammenarbeit mit der Polizei“ / Ehrungen und Beförderungen

Zur 142. Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Seesen begrüßte Ortsbrandmeister Wolfgang Sachse Aktive, Passive und Gäste im Hotel „Wilhelmsbad“. In seinem Jahresbericht blickte er auf bislang 142 Einsätze zurück. Davon fuhr die Feuerwehr zu 82 Brandeinsätzen, wovon es sich zweimal um Großfeuer handelte. Dazu kamen 40 Hilfseinsätze wie das Abstreuen von Ölspuren, Gefahrguteinsätze oder Verkehrsunfälle.
Probleme gibt es bei den Atemschutzträgern, deren Anzahl in den letzten drei Jahren von 42 auf 27 zurückgegangen sei. Neben terminlichen Gründen, sei es oft die Gesundheit, die nicht ausreicht. Mal sei es fehlendes Lungenvolumen, aber auch Übergewicht und mangelnde Kondition sind Gründe für das Ausscheiden: „Hier müssen wir unbedingt etwas tun“, rief Wolfgang Sachse seine Aktiven auf. Positiv sei es hingegen zu bewerten, dass die Seesener Feuerwehr die erste im Kreis sei, die für alle Kindergärten ein einheitliches Einsatzkonzept, eine gleiche Schulung und gleiche Ausrüstung geschaffen habe. Der Wehrchef dankte hierfür insbesondere Benjamin Wagner, der in dieser Hinsicht großen Einsatz geleistet habe.
Aber auch einige weitere Probleme sprach Wolfgang Sachse an. So werde die Mängelliste bei den Hydranten im Stadtgebiet von Jahr zu Jahr größer. Von den 465 Hydranten wurden bei 82 Mängel festgestellt, teilweise bestehen diese schon zwei oder mehr Jahre. „Auch die Zusammenarbeit mit der Polizei hat in den letzten Jahren sehr gelitten. Versprochene Karten mit Rettungspunkten lassen seit drei Jahren auf sich warten und in den letzten drei Jahren war niemand auf unserer Generalversammlung vertreten.“ Diesmal war die Polizei in Person von Bernward Geudert allerdings anwesend und schien etwas überrascht von den Vorwürfen: „Die Zusammenarbeit läuft meiner Ansicht nach ganz gut. Aber da es scheinbar unterschiedliche Einstellungen dazu gibt, sollten wir uns Anfang des Jahres vielleicht einmal zusammensetzen.“ Das schien dann auch Wolfgang Sachse wieder versöhnlich zu stimmen. Darüberhinaus dankte Geudert für einen Feuerwehreinsatz ganz besonders – bei einem Wasserrohrbruch im Polizeikommissariat: „Ihr habt uns da vor einem Swimmingpool im Keller bewahrt.“
Die Zahl der Mitglieder in Jugend- und Kinderfeuerwehr konnte gehalten werden. Die Jugend geht mit 20 Mitgliedern in das neue Jahr, bei den Kindern sind es 15. Für die Kinderabteilung trug Christina Bauersfeld vor: „Unsere Ziele sind die Erziehung zur Kameradschaft, sozialer Kompetenz und gesunder Ernährung. Zudem sollen die Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren auf die Arbeit in der Jugendfeuerwehr vorbereitet werden.“ Als Leiter musste der aus beruflichen Gründen zurückgetretene Stephan Marschall ersetzt werden. Den Posten übernimmt nun Benjamin Wagner. Darüberhinaus sind auch Julia Horn und Katharina Kiehne in der Kinderarbeit tätig.
Bei den Wahlen gab es lediglich einmal ein wenig Spannung. Als Sicherheitsberater musste Stephan Marschall ersetzt werden. Mit Jan Broszeit und Sascha Griesel gab es zwei Kandidaten. Jan Broszeit setzte sich deutlich mit 52 zu zehn Stimmen durch. Bei den Wahlen zum Kassierer (Ulrich Waselewsky), Atemschutzbeauftragten (Thomas Bettner) und Zeugwartes (Bernd Horn) gab es einstimmige Wiederwahlen.
Ulrich Köllner sprach in seinem Bericht der Gefahrgutgruppe den Schwund bei den Atemschutzträgern an, der sich inzwischen negativ bemerkbar mache. Bei einer unangekündigten Übung mit der Ortsfeuerwehr in Rhüden klappte die Zusammenarbeit hervorragend. Dies zeigte sich wenig später auch bei einem Gefahrguteinsatz: „Die Übung hat sich da schon bezahlt gemacht“, freute sich Ulrich Köllner. Kassenwart Ulrich Waselewsky berichtete von einem kleinen Minus im Jahr 2012, das aber aus den Rücklagen aufgefangen werden konnte. Ihm wurde einstimmig die Entlastung erteilt. Aus eigenen Mitteln wurde ein Beamer für 500 Euro angeschafft, für Extrawünsche an einem Fahrzeug wurden 3000 Euro, für die Kinderfeuerwehr 1500 Euro und zirka 2000 Euro für Kleinanschaffungen ausgegeben.
Den Reigen der Grußworte eröffnete Bürgermeister Erik Homann. Er versprach, bei der Feuerwehr keine Einsparungen vorzunehmen, da es notwendige Ausgaben seien. Zudem gebe es mit Jürgen Ebert und Norbert Stephan zwei engagierte Fürsprecher. Zudem forderte er die Arbeitgeber auf, besonders Feuerwehrleute einzustellen, da diese eine hohe soziale Kompetenz besäßen und besondere Fähigkeiten mitbrächten. Der Landtagsabgeordnete Rudi Götz sprach die Imagekampagne „Stell dir vor du drückst und alle drücken sich“ an, mit der neue Feuerwehrleute geworben werden sollen.
Kreisbrandmeister Uwe Borsutzki sprach von Problemen zwischen den Kreisen Goslar und Osterode, die eventuell mit den Fusionsplänen zusammenhingen: „Man hat das Gefühl, hier wird bei Problemen etwas herausgezögert.“ Stadtbrandmeister Jürgen Warnecke sprach von guter Zusammenarbeit, auch wenn man manchmal unterschiedlicher Meinung sei: „Aber ich bin für insgesamt zehn Ortsfeuerwehren verantwortlich und die Entscheidungen müssen für alle passen.“ Dank sagte auch das DRK in Person von Wilfried Wende.

Ehrungen:
40 Jahre: Hermann Schmittmann.
50 Jahre: Horst Adam und Fritz Groth.
60 Jahre: Fritz Probst.

Beförderungen:
Feuerwehrmann: Oliver Göcke.
Hauptfeuerwehrmann/-frau: Sina Kalbfleisch, Marc Ziegenbein und Tim Beske.
1. Hauptfeuerwehrmann: Benjamin Wagner.
Löschmeister: Michael Müller, Thorsten Probst
Oberlöschmeister: Ullrich Köllner.

Aufstieg aus der Jugendfeuerwehr/neu eingetreten:
Niklas Deneke, Jan Pflüg und Dorian Lüders.

Weitere Berichterstattung zur Wehr Seesen folgt in einer der nächsten Ausgaben.