Parkhaus: Stadt setzt Frist

Der Abriss des Parkhauses könnte sich als problematisch gestalten, da es für den Kran, der das Parkhaus dem Erdboden gleichmachen soll, keinen geeigneten Stellplatz gibt.

Sanierungsbedürftiges Gebäude muss abgerissen werden / Rechtsstreit könnte bevorstehen

Neues Jahr, alte Probleme: Wie geht es mit dem Sanierungsfall Parkhaus weiter? Diese Frage wird die Seesener auch in 2015 weiter beschäftigen, denn geschehen ist bislang nichts. Zumindest nichts Konkretes.

Der „Beobachter“ hat sich in dieser Sache daher gleich zu Beginn des neuen Jahres mit Center-Manager Heinz-Dieter Trager in Verbindung gesetzt. Dieser teilte mit, dass das Parkhaus in jedem Fall komplett saniert werden soll. Das hätte die zuständige Verwalterfirma CR Management aus Hamburg signalisert.
Schön und gut, dass man dieses Vorhaben anstrebt, die Umsetzung dürfte sich indes ein Vielfaches schwieriger gestalten als erwartet. Das liegt daran, dass es für den Kran, der das bisherige schrottreife Parkhaus dem Erdboden erst einmal gleichmachen müsste, keinen geeigneten Stellplatz gibt. Von den stillgelegten Bahnschienen aus geht es nicht. Die Deutsche Bahn AG habe signalisert, dass sie keinen Kran auf ihr Gelände lassen, aus welchen Gründen auch immer.
Auf der Montecorvino-Rovella-Brücke kann der Kran ebenfalls wohl nicht aufgestellt werden, die Konstruktion der Brücke könnte dem Gewicht eines entsprechenden Krans nicht standhalten. Und auch im Bereich zwischen der sogenanten Parkhaus-Arena und dem Friseursalon Koch gibt es zurecht arge Bedenken, da sich unterirdisch der Marktkauf befindet. Auch hier besteht Gefahr, dass der Boden unter den mehreren Tonnen Gewicht nachgibt. Was tun? Direkt neben dem Parkhaus gibt es ein schmales Areal mit Pfeilerköpfen. Nun soll von Statikern errechnet werden, ob hier die Möglichkeit besteht, einen Kran auffahren zu lassen. „Wenn der Abriss nicht erfolgen kann, haben wir Probleme“, erklärte Center-Manager Heinz-Dieter Trager im Namen der Firma CR Management.
Und das sind nicht die einzigen. Mittlerweile hat die Stadt Seesen eine größere Anwaltskanzlei aus der Region damit beauftragt, der Firma CR Management eine Frist zu setzen. Bekanntlich hat die Stadt Seesen Anspruch auf 75 Parkplätze im Parkhaus Seesen, die nun nicht mehr zur Verfügung stehen. Darüber hinaus besteht ein Anspruch auf Unterhaltung des Parkhauses. Die Frist, die die Stadt Seesen der Betreiberfirma CR Management gesetzt hat, läuft zum 31. Januar 2015 ab. Natürlich wird bis zu diesem Zeitpunkt nicht viel, oder wahrscheinlich sogar gar nichts, geschehen. Wie Bürgermeister Erik Homann auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte, wolle man sich seitens der Stadt in der Frage um die Zukunft des Parkhauses zwar kooperativ zeigen, aber auch deutlich machen, dass man die eigenen Rechte durchzusetzen verstehe. Eine zeitnahe Sanierung müsse erfolgen, so Homann. Dafür werde man alle rechtlichen Schritte einlegen, sofern das nötig sei. Erst einmal hoffe man auf die Mitarbeit der Firma CR Management. Damit bleibt vorerst nahezu alles wie im alten Jahr. Das Parkhaus ist dicht, die Parkplätze in der Innerstadt bleiben Mangelware und noch ist kaum Bewegung in die Sache gekommen. Neues Jahr, alte Probleme....