Partnerschaft kräftig im Aufwind

Auch der Geschäftsführer der Lebenshilfe Bad Gandersheim-Seesen, Bernward Steinkraus (im Hintergrund, 3. von rechts), war im Rahmen der Eröffnung mit von der Partie.
 
Staatssekretär Jörg Röhmann hinterließ seinen Handabdruck auf einem Gruppengraffiti.

Schüler aus Seesen und Borzeciczki bei Jugendbegegnung in Hannover – Weiterer Austausch

Dreisprachig, inklusiv und bunt – das dürften, auf einen kurzen Nenner gebracht, die Eindrücke gewesen sein, mit denen rund 30 Jugendliche aus Polen, Russland und Deutschland sowie deren Begleiter die Heimreise antraten. Vorangegangen waren im Rahmen der 20. Internationalen Jugendbegegnung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Niedersachsen und des Jugendverbandes Paritätisches Jugendwerk, zehn spannende und abwechslungsreiche Tage im Naturfreundehaus Hannover, an denen unter dem Motto „Freunde finden – Grenzen überwinden“ auch sieben Schülerinnen und Schüler der Kurparkschule Seesen der Lebenshilfe Bad Gandersheim-Seesen sowie einige Schüler der polnischen Partnerschule Specjalny Osrodek Szkolno Wychowawczy aus dem rund 650 Kilometer entfernten Kozminer Stadtteil Borzeciczki teilnahmen. Die Jugendbegegnung, die übrigens ganz im Zeichen der Inklusion stand, stieß auf das ungeteilte Interesse einer Vielzahl von Gästen aus Politik, Verbänden und Wirtschaft. Sie alle waren auf dem großzügigen Außengelände des Naturfreundehauses zusammengekommen, um die Jugendgruppen und deren Betreuer zu begrüßen und gemeinsam das Jubiläum der Begegnung zu feiern.

„Wir haben das 20-jährige Jubiläum zum Anlass genommen, diese Maßnahme für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen erstmals inklusiv zu gestalten“. Mit diesen Worten hatte Sebastian Böstel, Vorstand des Paritätischen Niedersachsen, die Feierstunde eingeläutet und darauf verwiesen, dass „die Jugendlichen so Erfahrungen sammeln können, die ihnen im Alltag zumeist verwehrt bleiben.“ Zu den Gästen zählten aber auch Jörg Röhmann, Staatssekretär im niedersächsischen Sozialministerium, der das „bunte Miteinander“ lobte und der bei dieser Gelegenheit feststellte, dass „die Jugendlichen das beste Beispiel für den oft zitierten Satz sind, nach dem Barrierefreiheit im Kopf beginnt“, sowie Bernd Strauch, Bürgermeister der Stadt Hannover, der sicherlich nicht von ungefähr seiner Hoffnung Ausdruck gab, dass „der Begriff der Inklusion im Rahmen dieser Jugendbegegnung mit Leben erfüllt werden“ möge.
Und das wurde er dann auch, wie die Leiterin des Integrations-Kindergartens der „Lebenshilfe“ in Bad Gandersheim, Ewa Zgierski, bestätigen konnte. Kennenlern- und gruppendynamische Teamfindungs-Spiele, Kreativ-Workshops und Grillabende, Lagerfeuer-Atmosphäre und sportliche Aktivitäten, die am und auf dem Maschsee freigesetzt wurden, Kinospaß und interkulturelle Projekte, der Besuch des Zoos Hannover sowie – die Präsentation des jeweiligen Heimatlandes. Langeweile kam da wahrlich nicht auf.
Die Jungen und Mädchen aus Seesen und Kozmin nun bewegten sich bei dieser Jugendbegegnung keineswegs auf einem ihnen „unbekannten Terrain“, gehört doch zumindest der Austausch von Schülern beider Schulen fast schon zum Schulalltag. Und das offiziell seit dem 30. März 2011. Seinerzeit wurden – nach einer Reihe von Sondierungsgesprächen, die im November 2009 begonnen hatten – die Partnerschaftsurkunden unterzeichnet. Die Teilnahme einer Delegation der Lebenshilfe Bad Gandersheim-Seesen aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums der „Specjalny Osrodek Szkolno Wychowawczy“ in Borzeciczki im Juni 2011, der Zwischenstopp einer polnischen Schulklasse in Bad Gandersheim ebenfalls im Juni, Gespräche am Rande des Jubiläums der „Lammetal-Werkstätten“ in Lamspringe, der einwöchige Aufenthalt einer Klasse der „Kurparkschule“ im Dezember 2011 in Borzeciczki, die Überreichung eines Kleinbusses an die polnische Partnerschaftsschule, der Besuch der „Lebenshilfe“-Einrichtungen in Seesen durch die Mitglieder einer Delegation aus Kozmin im Juni 2012, die Begegnung von Schülerinnen und Schülern der „Specjalny Osrodek Szkolno Wychowawczy“ mit denen der „Kurparkschule“ im September des gleichen Jahres in Seesen sowie schließlich der mehrtägige Aufenthalt von Gäs­ten aus Polen im Rahmen der Einweihung des Familienzentrums und der Kneippanlage im Juni dieses Jahres – die Schulpartnerschaft steht nicht nur auf einem gesunden und festen Fundament, sondern „entwickelt sich prächtig“, wie der 1. Vorsitzende der Lebenshilfe Bad Gandersheim-Seesen“, Hans-Werner Ohlsen, zufrieden bilanzierte.
Noch für dieses Jahr ist übrigens eine weitere Begegnung von Schülerinnen und Schülern beider Schulen geplant, und zwar für die Zeit vom 16. bis zum 20. September.
Die Klasse von F. Klemme (Lebenshilfe Seesen) wird dann Gast der Partnerschule in Borzeciczki sein. Die Vorbereitungen laufen bereits.