Pestis und Quasis begeistern in der Aula

 

„Mittelalter Meets Skiffle“ / Gemeinsamer Auftritt bringt den „Musentempel“
zum Kochen

Stehende Ovationen, rhythmisches Klatschen und nicht enden wollende Zugaberufe erfüllten die Aula am Sonnenberg. Grund für die überschäumende Begeisterung war das Doppelkonzert, das die Mittelalterformation Pestilenzia und die Urgesteine der Skiffleband Quasimodo Knöterich den Besuchern des Musentempels bescherten. Unter dem Motto „Mittelalter Meets Skiffle“ brannten die beiden Seesener Lokalmatadoren ein musikalisches Feuerwerk ab, an dem die Fangemeinden ihre helle Freude hatten.

Seesen (TP). „Hallo Pestilenzia! Auch ich war heute auf eurem Konzert. Es war echt super. Der Schluss war auch super: Pestilenzia und Knöterich zusammen – macht weiter so!“ Die zahlreichen Gästebucheinträge auf der Homepage Pestilenzias und das überaus positive Feedback, das auch die Knöteriche erhielten, machten deutlich, dass das „Experiment“ gelungen ist – die mittelalterliche Mucke und die Skiffle- beziehungsweise Folk-Ohrwürmer gingen dem erwartungsvollen Publikum wie Öl über Hammer, Amboss und Steigbügel – ein Hörvernügen der ganz besonderen Art.
Nun, die Idee der „Pestis“ und „Quasis“, im Rahmen eines etwas anderen Konzertformats gemeinsam auf den Aula-Brettern zu agieren, wurde nach der letzten CD-Vorstellung (Fundskerle) der Vorharzer Skiffleband geboren. Seinerzeit hatten die Knöteriche die „Pestilenzen“ als „Special Guests“ engagiert und damit einen Volltreffer gelandet. Und so verwunderte es nicht, dass die beiden Klangkörper die gelungene Veranstaltung im Hotel Wilhelmsbad Revue passieren ließen und ein gemeinsames Konzert auf die Beine stellten; ein Konzert, in desssen Rahmen Pestilenzia das fünfte und Quasimodo Knöterich das 35. Wiegenfest feierte.
Den Auftakt machten die „Pestis“, die mit kraftvoller und spritziger Spielmannsmusik – auf alten Instrumenten wurden Melodien des Mittelalters und aus eigener Feder intoniert – Mythen und Legenden auferstehen ließen. Dabei war es nicht zuletzt „Frontman“ Reinhard Wuttke, der die Gäste mit imponsanter Bühnenshow ins Geschehen mit einbezog – der Funke sprang sofort über!
Anschließend sorgte „Quasimodo Knöterich“ fürs tempogeladene Kontrastprogramm. Ob Graham Nash’s „Teach Your Children“ oder irische Rauf-, Trink- und Liebeslieder – die Begeisterung war auch auf der Skiffle-Schiene ungebrochen.
In der Pause konnten die Gäste nicht nur den kredenzten Gaumenfreuden zusprechen, sondern auch durch den kleinen Mittelalterbasar im Aula-Foyer flanieren – die Angebotspalette reichte von Lederwaren über Schmuck bis hin zu Trinkhörnern; rein zufällig wurde auch Met, leckerer Honigwein, ausgeschenkt …
Auch in ihrem zweiten Auftritt zog „Pestilenzia“ alle Register ihres Könnens und brachte das Stimmungsbarometer auf neue Rekordhöhen; auch und gerade mit Liedern ihres CD-Erstlingswerkes „In Absentia“. Dem wollte „Quasimodo Knöterich“ nicht nachstehen und legte mit alten und neuen Songs aus Irland und Schottland kräftig nach. Highlight des langen Konzertabends war zweifelsohne der gemeinsame Auftritt von „Pestis“ und „Knöterichen“: Der Hommage an den „Lord Of the Dance“ folgte das tradtionelle schottische Volkslied „Loch Lomond“, und zum guten Schluss ließen es die beiden Bands mit „Drunken Sailor“ noch einmal so richtig krachen – da kochte die Aula!
Fazit: Ein imposantes Konzert, das sicherlich keine Eintagsfliege gewesen sein dürfte …