Photovoltaik birgt Gefahren für Feuerwehrkräfte

Vorführung der Schmutzwassertauchpumpe „Chiemsee B“ auf dem Hof der Feuerwehrtechnischen Zentrale. (Foto: Junge)

Orts-, Gemeinde- und Stadtbrandmeister des Landkreises Goslar trafen zur Fortbildung zusammen

Die Gefahren von Photovoltaikanlagen für Einsatzkräfte der Feuerwehren nahm einen breiten Raum anlässlich der Fortbildungen der Orts-, Gemeinde- und Stadtbrandmeister im Landkreis Goslar ein. An zwei Samstagen bildeten sich die Führungskräfte in der Feuerwehrtechnischen Zentrale weiter.
Seesen/Goslar (bo). Photovoltaikanlagen produzieren bei Lichteinfall Strom. Bei einem Gebäudefeuer kann dies zu einer Gefahr für die eingesetzten Feuerwehrkräfte werden. Dass im Landkreis Goslar allerdings aus diesem Grund die Gebäude kontrolliert abbrennen, sieht der stellvertretende Kreisbrandmeister Andreas Hoppstock nicht. Aufgrund der steten Stromproduktion der einzelnen Elemente könne eine Abschaltung erst am Wechselrichter vorgenommen werden, erklärte er. Dieser befindet sich in der Regel im Erdgeschoss oder Keller eines Gebäudes. Feuerwehrschalter in unmittelbarer Nähe der stromerzeugenden Elemente werden aus wirtschaftlichen Gründen nicht eingebaut.
Bei der herkömmlichen Stromversorgung wird im Bedarfsfall ein brennendes Gebäude durch den Energieversorger „stromlos“ geschaltet. „Einer Brandbekämpfung steht bei Einhaltung von Sicherheitsabständen von bis zu fünf Metern nichts im Wege“, so Hoppstock. Eine weitere Gefahr bestehe in der Aluminiumhalterung der Elemente. Durch die Hitzeeinwirkung des Feuers können die Anlagenteile vom Dach rutschen und so die Einsatzkräfte verletzen. Die Feuerwehrfrauen und -männer im Landkreis sollen auf die zusätzliche Gefahr sensibilisiert werden, um Verletzungen zu vermeiden.
Kreisbrandmeister Uwe Borsutzky setzte die persönliche Schutzausrüstung in den verschiedenen Einsatzzwecken und die Abwicklung bei Gefahrstoffeinsätzen mit auf den Ausbildungsplan. Informationen erhielten die Führungskräfte aus den 56 Feuerwehren über neue Techniken für Einsätze, in denen Keller leer gepumpt werden müssen. Seit kurzem sind in der Feuerwehrtechnischen Zentrale drei Gerätesätze für derartige Einsätze vorhanden. Auf einem Transportwagen sind zwei Schmutzwassertauchpumpen (Chiemsee B) mit Flachsauger, Saugkrümmer und einem formstabilen Schlauch verlastet. Komplettiert wird die Ausstattung mit einem Stromaggregat, einem Stativ mit 1000-Watt-Scheinwerfer und einem Kraftstoffkanister. Drei dieser einsatzbereiten Gerätesätze konnten in den vergangenen Wochen beschafft werden.