„Piraten“ stehen bei Seesens Haupt- und Realschülern hoch im Kurs

An der Hauptschule Seesen gaben 52 „Wähler/-innen“ ihre Stimme ab.
Schon wenige Tage vor der Landtagswahl 2013 in Niedersachsen waren in Seesen bereits die ersten Stimmen abgegeben worden. Die Rede ist aber nicht etwa von der Briefwahl, sondern von der Juniorwahl des Berliner Vereins Kumulus und des Niedersächsischen Kultusministeriums. Daran beteiligten sich auch die Reaschule Seesen und die Hauptschule am Sonnenberg.
Bei der Realschule Seesen waren rund 270 Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen 8 bis 10 zur Stimmabgabe aufgerufen. Im Rahmen des Projektes Juniorwahl des Berliner Vereins Kumulus und des Niedersächsischen Kultusministeriums hatten sie gemeinsam mit etwa 75.000 Jugendlichen aus ganz Niedersachsen an den Juniorwahlen teilgenommen. Entsprechend der echten Wahlzettel konnten die Schüler aus allen Seesener Direktkandidaten und Parteien auswählen. „Mit der Juniorwahl simulieren wir den Wahlvorgang, untersuchen wahlrechtliche Zusammenhänge und analysieren Wählerverhalten. Mit diesem Projekt legen wir einen wichtigen Grundstein für die Demokratiebildung der zukünftigen Wähler“, erklärt Politik­lehrer Daniel Beyer.
Wäre es nach den Seesener Realschülern gegangen, dann hätte Petra Emmerich-Kopatsch (SPD) knapp vor Rudolf Götz (CDU) die Wahl gewonnen. In der Realität war es bekanntlich genau anders herum. Das Ergebnis der Zweitstimme hätte auf schwierige Koalitionsverhandlungen hingedeutet: Die SPD siegte mit 26,1 Prozent vor der CDU (21,8 Prozent), auf Platz drei zögen mit stolzen 17 Prozent die Piraten in den Landtag ein. Neben den „Grünen“ (14,1, Prozent) wären auch die Linke (8,5 Prozent) und auch die NPD (5,6 Prozent) im Landtag vertreten gewesen. Die FDP hätte den Einzug nicht geschafft.
In der Hauptschule Seesen war das Bild ähnlich. „Bei uns hätte mit 28,8 Prozent der abgegebenen Stimmen die SPD klar die Nase vorn gehabt“, berichtet Dr. Anke Wölker als verantwortliche Lehrerin. Insgesamt hatten hier 52 Schülerinnen und Schüler aus den beiden 9. Klassen und der Jahrgangsstufe 10 votiert. Die „Piraten“ wären mit 21,2 Prozent zweitstärkste Kraft im Landesparlament gewesen, dahinter weit abgeschlagen mit 13,5 Prozent die CDU. Die NPD hätte satte 11,5 Prozent eingefahren, und auch die „Grünen“ und die Linke hätten ohne Probleme die Fünf-Prozent-Hürde genommen. Keine einzige Stimme gab es von den Hauptschülern für die Freidemokraten.
Was die Direktkandidaten angeht, so hätte hier Petra Emmerich-Kopatsch deutlich gegen ihren direkten Herausforderer Rudolf Götz mit 23 zu 12 Stimmen gewonnen.