Plakate und Künstlereinträge aus drei Jahrzehnten

Ausstellung mit Originalplakaten und Gästebüchern aus drei Jahrzehnten: Museumsleiter Dirk Stroschein mit Walter Kien und Thorsten Scheerer vom Kulturforum Seesen.

Kulturforum Seesen – Eine Geburtstagsausstellung im Städtischen Museum

Ist man mit 30 Jahren nicht zu jung, um zur ausgestellten Geschichte zu werden, außerdem noch viel zu aktiv, um als „museumsreif“ zu gelten?

Einerseits sicherlich ja, andererseits – warum eigentlich nicht? Rückblicke bedürfen nicht notwendigerweise eines Schlussstriches oder einer Einstellung des „Vereinsbetriebs“, findet der Leiter des Städtischen Museums Dirk Stroschein und will dies in einer neuen Ausstellung zeigen.
Dass das Kulturforum Seesen mit seinen Veranstaltungen selbst Geschichte in und für Seesen geschrieben hat, kann man deshalb jetzt – im Vorfeld des Jubiläumsgastspiels von Götz Alsmann und Band im Juni – auf der Galerie im Obergeschoss im ehemals herzoglichen Jagdschloss erfahren. Anhand von Originalplakaten, Programmheften, Fotos und Künstlereinträgen aus den Gästebüchern kann der Besucher eintauchen in 30 Jahre hochkarätige Gastspielgeschichte. Sein Veranstalter-Debüt hatte das Forum am 14. Juni 1987 mit einer Kabarettveranstaltung im Bürgerhaus unter dem bezeichnenden Titel „Am besten nichts Neues“ gegeben. Auch das idyllisch gelegene Café Hölscher auf Seesens Wilhelmshöhe war in den Anfangsjahren ein gern genutzter Veranstaltungsort, beispielsweise für die Jazzfrühschoppen. Und schließlich das heutige Stammdomizil, die Aula im Schulzentrum mit ihrem gläsernen Foyer: allesamt Ortsmarken des Wachsens und zunehmenden Erfolgs des Kulturforums.
„Von kreativer Improvisation zu professioneller Veranstaltungsorganisation“ – so werden im Jubiläumsprogrammheft die Entwicklungsstadien in drei Jahrzehnten „Kultur(herbei)schaffens“ von Musik bis Kabarett, aber auch Literatur, Pantomime und Kleinkunst beschrieben.
Gelungen ist es in diesen Jahren immer wieder und mit fast erstaunlicher Konstanz, Gastspiele mit renommierten Künstlerinnen und Künstlern zu verwirklichen, die man auf einer Bühne in der niedersächsischen Provinz eher nicht vermuten würde. Eine mögliche Erklärung dafür findet sich in den für diese Ausstellung ausgewählten Einträgen aus den Gästebüchern des Kulturforums: Dass man sich vor Ort in besonderer Weise bemüht, den Künstlern nicht nur einen professionellen sondern auch persönlichen und familiär ausgestalteten Rahmen für ihren Besuch zu bereiten, wissen diese zu schätzen und viele von ihnen zeigen das auch dadurch, dass sie immer wieder zurückgekommen sind nach Seesen zum Kulturforum.
Die Ausstellung ist zu sehen im Städtischen Museum Seesen, Wilhelmsplatz 4, während der Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 11 bis 17 Uhr, Sonnabend und Sonntag 14 bis 17 Uhr.