Polarität von Leid und Freude

Kunst unter dem Kreuz: Die Bilder tragen unverkennbar die künstlerische Handschrift Wöhles.

„Kunst unter dem Kreuz“: Ausstellung mit Bildern Hans-Georg Wöhles im katholischen Pfarrheim eröffnet

Wahrnehmung und Sinnsuche, das sind die beiden großen Wegmarken, von denen sich der Seesener Hans-Georg Wöhle in seinem künstlerischen Schaffen leiten ließ und lässt. Das spiegelt sich auf ganz eindrückliche Art und Weise auch in seiner jüngsten Bilderausstellung wider; eine durchaus besondere Präsentation, wie schon der Titel „Kunst unter dem Kreuz“ vermuten lässt. Eröffnet wurde sie am vergangenen Sonnabend in den Räumen des Pfarrheims der katholischen Kirche in der Kampstraße.

Die Resonanz war beachtlich. Zur Vernissage nach der Heiligen Messe in der „Maria-Königin“-Kirche hatten sich derart viele Gäste eingefunden, dass es sowohl im Foyer als auch im Pfarrsaal zeitweise recht eng wurde. Das freute neben dem Künstler und dessen Familie vor allem Christoph Görtler. Als Vertreter des Kirchenvorstandes hatte er die Begrüßung „an diesem besonderen Ort“ übernommen, nachdem die Veranstaltung zuvor musikalisch eingeläutet worden war. Lena Feix und Maria Leicht erfreuten als Violin-Duo zunächst mit „Benediction“ und im weiteren Verlauf mit dem bekannten irischen Segenslied „Möge die Straße uns zusammenführen“.

Eine kurze, dabei äußerst prägnante Einführung in die Ausstellung „Kunst unter dem Kreuz“ gab die Tochter des Künstlers, Tanja Wöhle. Sie wurde dabei wiederum von Sohn Simon unterstützt. Die Kunsthistorikerin wies darauf hin, dass das Kreuz als Symbol und Metapher mit viel negativem belastet sei. Es stehe aber weit weniger für Leid, Tod und Schmerz oder die eigene Verbitterung als vielmehr für ein positives Zeichen Gottes. Hier zeige er seine Anwesenheit und Nähe und fordere zu einer positiven christlichen Lebensgestaltung heraus. „Das Kreuz ist Zeichen von Versöhnung, Ewigkeit und Liebe“, so Tanja Wöhle. Wenn es dann auch im Pfarrsaal mit floralen und landschaftlichen Motiven bunt, lebendig, hell und licht weitergehe, so stelle das keinen Bruch dar. „Wir finden in dieser Ausstellung an vielen Stellen den göttlichen Gedanken, im Kreuz seine Anwesenheit, in der Kreativität seinen Ausdruck und in den fröhlichen Bildern den Blick zur Auferstehung“, fasste sie zusammen. Dem Aufruf Tanja Wöhles, sich „mit dem Blick auf das Kreuz auf den Weg“ zu machen, folgten die Besucher nur allzu gern.

Damit war wohl der Kern getroffen. Hans-Georg Wöhle selbst brachte es in seiner kleinen Ansprache wörtlich so auf den Punkt: „Leid und Freude gehören zum Leben; diese Polarität findet sich in der Farbigkeit dieser Ausstellung in der Grau-Skala auf der einen, von Licht und Farbe bestimmt auf der anderen Seite wieder“. Der Künstler nutzte die Gelegenheit, sich bei all jenen zu bedanken, die ihm rund um diese Ausstellung hilfreich zur Seite gestanden hatten.

Die Ausstellung „Kunst unter dem Kreuz“ ist in den Räumen des katholischen Pfarrheims Seesen, Kampstraße 1, ab sofort und noch bis zum 30. Juni zu sehen. Natürlich können die Bilder auch käuflich erworben werden. Mehr über den Künstler und seine Werke im Internet unter www.hans-georg-woehle.de