Polizei feiert historische Aufklärungsquote

Polizeidirektor Thomas Brych (Leiter der Polizeiinspektion Goslar) und Polizeioberrat Michael Blase (Leiter des Zentralen Kriminaldienstes) blicken mit stolz auf die geleistete Arbeit.

Zahl der Straftaten im Bereich der Polizeiinspektion Goslar sind rückläufig

Die Aufklärungsquote der Polizeiinspektion Goslar liegt bei 65,01 Prozent für das Jahr 2010. Insgesamt wurden im Bereich der Inspektion, der dem Landkreis Goslar entspricht, 10.081 Straftaten bekannt.

Von Maximilian Strache

Goslar / Seesen. „Die hohe Aufklärungsquote ist das Ergebnis der hervorragenden Polizeiarbeit, die wir im vergangenen Jahr geleistet haben. Es handelt sich dabei um die beste Aufklärungsquote aller Zeiten“, verkündete der Leiter der Polizeiinspektion, Thomas Brych, stolz der versammelten Presse im Sitzungsraum der Goslarer Polizei. Die Polizeiinspektion Goslar beansprucht mit diesem Ergebnis Spitzenplätze auf Landes- und Behördenebene.
Gründe für dieses hervorragende Abschneiden sieht Polizeidirektor Brych neben der professionellen Arbeit seiner Kollegen vor allem in der guten Zusammenarbeit zwischen Polizei und Bevölkerung. „Die gute Kooperation zeigt, dass uns die Bevölkerung vertraut. Im Landkreis Goslar leben die Menschen sicher. Das spricht auch für die Lebensqualität in dieser Region“, betonte Brych.
Natürlich könne jeder Opfer einer Straftat werden. Doch das Risiko sei bei gebotener Vorsicht überschaubar.
Polizeioberrat Michael Blase, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes erklärte, dass die Zahl der Straftaten im Wesentlichen nach unten zeigt. Vor allem bei der Jugendkriminalität erkennen die Experten der Polizei einen Abwärtstrend. „Wir können uns zwar nicht gemütlich auf dem Sofa zurücklehnen, doch die hohen Zuwachsraten bei allen Straftaten der Jahre 2005 bis 2007 konnten eingedämmt werden“, erläuterte der Polizeioberrat.
Den größten Anteil der begangenen Straftaten entfällt auf die Deliktsgruppe Diebstahl. Insgesamt weist die Kriminalstatistik 3.027 Diebstähle aus. Dabei bereitet vor allem der Diebstahl aus Dienst, Büro-, Fabrik- und Lagerräumen den Ermittlern einige Kopfschmerzen. „Es ist nicht allein die Zahl dieser Diebstahlsdelikte. Vielmehr ist es die Vermögens- und Schadenssumme, die bei derartigen Einbrüchen entsteht, die Anlass zur Sorge geben“, führte Blase aus.
Bei Wohnungseinbrüchen verzeichnen die Statistiker der Polizei zwar einen Rückgang, doch Polizeioberrat Blase warnt, dass dieser Bereich stets ein Thema polizeilicher Arbeit ist. Die Anzahl von Kfz-Diebstählen ist im Bereich der Polizeiinspektion Goslar zwar gering, doch die bandenmäßige Struktur, die hinter den meisten Diebstählen steckt, dürfe nicht unterschätzt werden.
Im Bereich der Sexualdelikte verzeichnete die Polizeiinspektion Goslar im vergangenen Jahr einen Anstieg von 127 Straftaten mit sexuellem Hintergrund im Jahr 2009 auf 145 im Berichtsjahr. Der deutliche Straftatenzuwachs resultiert dabei aus einem Serienverfahren im Tatortbereich des Polizeikommissariats Seesen durch einen Täter, der sich als „Schulfotograf“ oder über die Internetplattform „SchülerVZ“ Kontakt zu Minderjährigen verschaffte und Tathandlungen mit sexuellem Hintergrund anbahnte und vornahm. Nachdem sich der Täter, es handelt sich dabei um den Ex Big-Brother Star Serafino, nach Cran Canaria absetzte, konnte er Ende 2010 mit internationalem Haftbefehl verhaftet werden. Inzwischen sitzt er in Deutschland in U-Haft.
Weitere große Erfolge konnten die Ermittler bei einem schweren Überfall auf eine Familie in einem Ortsteil von Langelsheim sowie bei zwei brutalen Wohnungsüberfällen in Goslar und Bad Harzburg erzielen.
Besondere Aufmerksamkeit widmen die Polizisten der zunehmenden Internetkriminalität. „Das Internet bietet die gewünschte Anonymität, nach der Täter zweifelsfrei suchen. Wer nicht vorsichtig ist, wird schnell zum Opfer von Internetbetrügern. Wir sehen uns in diesem Zusammenhang laufend mit neue Betrugsmaschen konfrontiert und arbeiten mit Hochdruck daran, kriminelle Machenschaften im Internet aufzuklären“, erläuterte Michael Blase.
Bezogen auf den Bereich des Polizeikommissariats Seesen verzeichnen die Beamten ebenfalls einen deutlichen Rückgang an bekanntgewordenen Straftaten. Wurden im Jahr 2009 noch 1.793 Straftaten gemeldet, so sind es im Jahr 2010 nur noch 1.394 Fälle. Um die Erfolgsserie auch in den nächsten Jahren konsequent fortzuführen setzen die Verantwortlichen der Polizeiinspektion vor allem auf Präventionsarbeit. Mit der Goslarer Zivilcouragekampagne haben die Beamten in Kooperation mit regionaler und überregionaler Prominenz ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Darüber hinaus führen die Präventiosnbeauftragten Veranstaltungen zu Gewalt, insbesondere (Cyber) Mobbing in Schulen, sexuellem Missbrauch, Rechtsextremismus, Alkohol- und Drogenmissbrauch, Jugendkriminalität, Handy- und Internetkriminalität sowie Sicherheit für Senioren durch.