Polizei warnt vor Trickdieben in Goslar und Umgebung

Trickdiebe sind derzeit wieder einmal im Raum Goslar aktiv. Sie haben es vor allem auf ältere Menschen abgesehen und sind fast immer mit der gleichen Masche erfolgreich.

Dabei nutzen Täter die Hilfsbereitschaft ihrer Opfer eiskalt aus. Unter einem fadenscheinigen Vorwand klingeln sie – meistens zu zweit – an der Tür, bitten um ein Glas Wasser, Papier und Stift oder eine andere Gefälligkeit. Manchmal geben sie auch vor, etwas für einen Nachbarn abgeben zu wollen. Dadurch verschaffen sie sich Zutritt zu den Wohnungen ihrer Opfer. Während einer die Bewohner dann ablenkt, sucht der andere nach Schmuck und Geld.
Das sind altbekannte Tricks, die aber leider immer wieder funktionieren. Die Erfahrung muaaten am vergangenen Dienstag auch zwei ältere Damen aus Goslar machen. So wurde zunächst eine 90-jährige in der Kolberger Straße und kurz darauf eine 87-jährige Dame im Stadtgarten Opfer solch eines Trickbetrüger-Pärchens.
Polizeisprecher Reiner Siemers warnt eindringlich vor diesen Gefahren und nennt stellvertretend noch einmal die drei häufigsten Maschen der Trickdiebe:
– Falsche Polizeibeamte, vermeintliche Handwerker, unechte Schornsteinfeger, falsche Sozialamtsmitarbeiter - eine offi-zielle Funktion oder eine andere vermeintliche Befugnis vorzutäuschen, um in die Wohnung des Opfers zu gelangen, ist eines von drei Grundmustern, das von Trickdieben immer wieder angewendet wird.
– Ein weiteres Muster, die vorgetäuschte Notlage. Eine vermeintlich schwangere Frau bitte an einem warmen Tag um ein Glas Wasser, jemand fragt nach einem Zettel und einem Stift, um eine Nachricht für den Nachbarn zu hinterlassen oder will ein Geschenk oder ein Paket für einen Nachbarn hinterlegen.
– Dritte Masche: Die vorgetäuschte persönliche Beziehung. Jemand will zum Beispiel an der Wohnungstür angeblich eine Nachricht von Verwandten ausrichten. Beim sogenannten Enkeltrick werden die Opfer angerufen und gebeten, schnell einem Verwandten in einer Notlage mit Bargeld auszuhelfen.
Die Polizei Goslar rät deshalb:
– Seien Sie misstrauisch, wenn Personen, die sie nicht kennen, an ihrer Haustür klingeln.
– Öffnen sie die Haus- oder Wohnungstür nicht einfach, denn leider kommt nicht jeder Besucher in ehrlicher Absicht. Mit Trickdieben und Betrügern müssen Sie jederzeit rechnen.
– Sehen Sie sich die Besucher vor dem Öffnen der Tür an. Nutzen Sie hierzu Ihren Türspion oder werfen Sie einen Blick aus dem Fenster. Falls Sie keinen Blickkontakt haben, fragen Sie unter Umständen über die Gegensprechanlage, wer zu Ihnen möchte.
– Öffnen Sie die Tür nur mit vorgelegtem Sperrbügel (oder -kette), so dass die Tür nicht aufgestoßen werden kann.
– Lassen Sie sich von Unbekannten nicht ablenken und vor allem keine fremden Personen in die Wohnung, bevor Sie sich vergewissert haben, mit wem Sie es zu tun haben.
– Melden Sie entsprechende Vorfälle und verdächtige Personen umgehend über Notruf 110, damit die erforderlichen Maßnahmen möglichst schnell getroffen werden können.