Prickelt länger als man trinkt: 200 Euro Strafe

Seesenerin (45) wegen vorsätzlicher Trunkenheitsfahrt im öffentlichen Straßenverkehr zu Geldstrafe verurteilt

Während eine 45-jährige Seesenerin am vergangenen Mittwoch wegen Trunkenheit im Straßenverkehr zu einer Geldstrafe in Höhe von 200 Euro verurteilt wurde, musste ein 22-jähriger Seesener etwas tiefer in die Tasche greifen. Wegen des unerlaubten Erwerbs von Betäubungsmitteln muss er 1800 Euro berappen.


Seesen (hz). Richter Frank Rüger nicht unbekannt war die 45-jährige Seesenerin, die sich am Mittwoch vor dem Seesener Amtsgericht zu verantworten hatte. Bereits im Jahr 2003 wurde der Angeklagten der Führerschein aufgrund einer Trunkenheitsfahrt entzogen, und auch der jüngste Tatvorwurf lautete Trunkenheit im Straßenverkehr.
Am Abend des 28. Juli dieses Jahres befuhr die Angeklagte mit ihrem Fahrrad öffentliche Straßen. Gegen 22 Uhr wurde sie von zwei Polizeibeamten in der Bahnhofstraße angehalten, da sie ohne Licht und mit einer leicht unsicheren Fahrweise durch die Dämmerung radelte. Der Alkotest ergab den stolzen Wert von 2,13 Promille.
Im Regelfall seien Frauen mit einem Blutalkoholgehalt von 0,8 Promille bereits an der Grenze ihres „Durstes“ angelangt – ganz abgesehen davon, dass ihnen der Sinn sicher nicht mehr nach Fahrradfahren stehe, meinte Rüger. Wenn eine Frau also mit 2,13 Promille ein Fahrrad noch als solches erkenne und nur eine leicht unsichere Fahrweise aufzeige, so müsse diese den regelmäßigen Alkoholgenuss gewöhnt sein, so der Richter.
Die Angeklagte selber bestätigte, dass sie seit mehr als zehn Jahren dem Alkohol verfallen sei und auch an diesem Tag bereits einiges getrunken hatte. Wegen der vorsätzlichen Trunkenheitsfahrt im öffentlichen Straßenverkehr verurteilte Richter Frank Rüger die Seesenerin zu 20 Tagessätzen à zehn Euro.

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Wegen des unerlaubten Erwerbs von Betäubungsmitteln verurteilte Frank Rüger einen 22-jährigen Seesener zu 60 Tagessätzen à 30 Euro.
Es ging um insgesamt drei Straftaten, da der Seesener an drei verschiedenen Tagen jeweils 15 bis 20 Gramm Marihuana im Wert von circa 100 Euro erworben hatte.
Am 1. Mai diesen Jahres wurde der Angeklagte im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle angehalten, da das Rücklicht seines Pkw defekt war. Nach der Belehrung durch die Beamten gab der junge Mann an, am Wochenende Marihuana konsumiert zu haben. Der daraufhin veranlass­te Test auf Cannabisprodukte verlief positiv. Der Führerschein wurde ihm entzogen. Bei einer späteren Wohnungsdurchsuchung wurden insgesamt 15 Gegenstände be­schlag­nahmt, die auf einen regelmäßigen Konsum schließen lassen.
Der Seesener beteuerte, aus dem Vorfall gelernt zu haben und in Zukunft die Finger von den Drogen zu lassen.