Prompt steht ganz Borodinowka kopf...

Wann? 29.04.2012 20:00 Uhr

Wo? Aula im Schulzentrum, St.-Annen-straße 30, 38723 Seesen DE
1967 in Moskau geboren, lebt seit 1990 in Berlin Prenzlauer Berg (direkt am Mauerpark). Privat ein Russe beruflich ein deutscher Schriftsteller, ist Wladimir Kaminer die meiste Zeit unterwegs mit Lesungen und Vorträgen.
Seesen: Aula im Schulzentrum |

„Russen-Disco“-Veranstalter Wladimir Kaminer am 29. April beim Kulturforum Seesen

Seesen (bo). Nicht, wie ursprünglich geplant, am 19., sondern erst am 29. April ist Wladimir Kaminer beim Kulturforum Seesen in der Aula am Sonnenberg zu Gast. Im Vorharzstädter Musentempel wird er ab 20 Uhr „Meine kaukasische Schwiegermutter und andere Geschichten“ zu Gehör bringen.
Wladimir Kaminer wurde 1967 in Moskau geboren. Er absolvierte eine Ausbildung zum Toningenieur für Theater und Rundfunk und studierte anschließend Dramaturgie am Moskauer Theaterinstitut. Seit 1990 lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin. Er veröffentlicht regelmäßig Texte in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften und organisiert Veranstaltungen wie seine mittlerweile international berühmte „Russendisko“. Mit der gleichnamigen Erzählsammlung sowie zahlreichen weiteren Büchern avancierte er zu einem der beliebtesten und gefragtesten Autoren Deutschlands. Alle seine Bücher gibt es als Hörbuch, von ihm selbst gelesen.
Kaminer ist, was nur selten bemerkt wird, ein großer Stilist, ein Meister seiner Form, einer kleinen Form natürlich, die der Romanform in manchem überlegen ist. Wladimir Kaminer, soviel steht fest, ist ein großer Gewinn für die deutsche Literatur."
Wladmimir Kaminer kennen viele Menschen. Den Kaukasus nur wenige. Und Wladimirs kaukasische Schwiegermutter kennt praktisch niemand, nimmt man die Familie des Schriftstellers und die Einwohner des Dorfes Borodinowka an der Steppenstraße im Bezirk Mineralowodski innerhalb des Bezirks Stawropolsky einmal aus. Das ist höchst bedauerlich, denn sowohl der Kaukasus als auch die Schwiegermutter stecken voller Geschichten. Zum Glück gibt es nun endlich Abhilfe, und neugierige Besucher können in diese fremde Welt eintauchen. Sie erfahren, wie die russische Volkspost funktioniert, die mit der normalen Post nichts zu tun hat. Man lernt, dass im Kaukasus Melonen als Beeren betrachtet und in männliche und weibliche unterschieden werden. Und natürlich geht es auch um Sitten und Gebräuche, die man kennen sollte, um als Besucher keine bösen Überraschungen zu erleben. Der exotische Appeal dieses Landstrichs blieb auch dem deutschen Fernsehen nicht verborgen, und so zieht Wladimir Kaminer aus, um eine Dokumentation über die Gegend und ihre Bewohner inklusive seiner Schwiegermutter zu drehen. Prompt steht ganz Borodinowka kopf…
Karten für den Kaminer-Abend gibt es unter anderem in der Buchhandlung Isabella Beier, beim „Beobachter“, Lautenthaler Straße 3, sowie telefonisch unter (05381) 3967 oder 5817.