Propsteien wollen 2017 fusionieren

Rund 50 Synodale aus den Propsteien Bad Gandersheim und Seesen ließen sich im Seesener Kirchenzentrum über Ablauf und Folgen der geplanten Fusion zur Propstei Gandersheim-Seesen informieren. (Foto: Johannes Koch)

Carsten Schillert hält Informationsvortrag vor 50 Synodalen / Demografischer Wandel bereitet Probleme

Am vergangenen Dienstag kamen rund 50 Synodale im Seesener Kirchenzentrum zusammen. Das Besondere daran: Es waren Synodale der beiden Propsteien Bad Gandersheim und Seesen. Den Anlass für dieses Treffen bot die geplante Fusion beider Propsteien, die mittlerweile schon sehr gut vorbereitet ist. Carsten Schillert vom Propstei-Vorstand Bad Gandersheim hatte für diese Informationsveranstaltung eine präzise Präsentation vorbereitet, in der die Prozesse, Hintergründe und Ziele bestens aufbereitet waren.
Anlass zur Fusion sind zunächst einmal Zahlen. Bis zum Jahre 2020 verliert die Propstei Bad Gandersheim knapp acht Prozent ihrer Mitglieder, in Seesen sind es satte zwölf Prozent. Zur Erinnerung sei angemerkt, dass die beiden Propsteien im ältesten Gebiet in ganz Europa liegen. Das bedeutet: Die erschreckenden Prognosen sind nahezu ausschließlich durch die demografische Entwicklung bedingt, und nicht etwa durch Kirchenaustritte. Die, so hieß es, spielten hier so gut wie keine Rolle.
Um überhaupt noch ein lebensfähiges Gebilde zu sein, braucht die Propstei Bad Gandersheim mehr noch als Seesen einen Partner. Um Herr des Geschehens zu bleiben, haben die Gandersheimer die Initiative ergriffen und sind auf die Propstei Seesen zugegangen. Das war vor rund eineinhalb Jahren. Da Seesen sofort grünes Licht gegeben hatte, war man jetzt gemeinsam auch dem Landeskirchenamt gegenüber Herr des Verfahrens. Das Landeskirchenamt seinerseits war erfreut über die Eigen-Initiative und sicherte schriftlich zu, dass es bei der Fusion keinerlei Stellenabbau oder Stundenkürzungen geben werde.
Die Planung soll sich dann alsbald so gestalten: Die Landeskirche bereitet den Gesetzesentwurf vor. Die beiden Propsteien werden dazu angehört. Die Landessynode sollte dann im nächsten Jahr das Gesetz beschließen, so dass die Fusion dann zum 1. Januar des Reformationsjahres 2017 perfekt ist.
Die neue Propstei soll dann „Gandersheim-Seesen“ heißen. Pröpstin Elfriede Knotte und Propst Thomas Gleicher bleiben im Amt. Geht einer von beiden in den Ruhestand, fällt diese Stelle weg. Analog wird bei den Stellvertretenden verfahren. Gleiches gilt auch für die Kirchenmusik der Propsteien. Sitz der Propstei ist in Bad Gandersheim, die Verwaltung und Rechnungsführung werden in Seesen abgewickelt. Die Synodalen sind bis 2019 gewählt, so dass bis dahin die Synode sehr stark besetzt ist. Danach wird sie bedeutend kleiner.
Sehr beruhigend ist, dass beide Propsteien gut gewirtschaftet haben und dadurch jeweils solide Rücklagen bilden konnten. So aufgestellt sollte die Fusion problemlos über die Bühne gehen. Im Anschluss an den Vortrag von Carsten Schillert jedenfalls gab es keinerlei Einwände aus dem Kreis der Anwesenden. Sorgen bereiten jedoch allen die Vakanzen in beiden Propsteien, die nur sehr schwer zu besetzen sein werden – und zwar vor allem aus Mangel an Nachwuchs. Vielleicht hilft es ja, dass die Landessynode ihre Grenzen geöffnet hat und nunmehr auch Theolog(inn)en aus anderen Landeskirchen in Braunschweig arbeiten dürfen.