Publikum restlos begeistert

Die Ballett-Abteilung des MTV Seesen führte vor ausverkauftem Haus das Märchen vom „Nussknacker“ auf. (Foto: Sander)
 
Tanzszene der Zuckerfee. (Foto: Sander)

MTV-Ballett brilliert mit der Aufführung des Märchenballetts „Nussknacker“

Es kommt sicherlich nicht allzu oft vor, dass die Sitzplätze der Aula im Schulzentrum an der St.-Annen-Straße bei einer kulturellen Veranstaltung in Seesen restlos ausverkauft sind.

Was nur wenigen vor ihnen gelang, machten die rund 40 kleineren und größeren Mädchen der Ballett-Abteilung des MTV Seesen mit ihrer einmaligen Aufführung des Märchenballetts „Nussknacker“ und unter der Leitung von Angela Göbel am vergangenen Sonnabend nun auch möglich.
Es ist sicherlich dem guten Ruf geschuldet, der dem MTV-Ballett inzwischen vorauseilt, wenn die Eintrittskarten für seine – leider immer nur einmal stattfindende – Aufführung innerhalb kürzester Zeit vergriffen sind. Und dass es eine derartige Aufführung trotz des damit verbundenen immensen Aufwandes der Vorbereitung nur einmal gibt, liegt daran, dass es sich bei den Akteuren, die dort bei der Aufführung auf der Bühne stehen, um junge und teilweise noch jüngere Mädchen handelt, deren physischen Kräfte nicht überfordert werden dürfen.
Doch nun zum Stück, zu seiner Handlung. „Nussknacker“ ist ein märchenhaftes Weihnachtsballett in zwei Akten, das die Kinder getanzt und gesprochen zur Musik von Peter Tschaikowsky wunderbar umgesetzt haben.
Der Zauberer Blaubart hasst Weihnachten und möchte das Fest der Liebe mit Hilfe seiner Mäuse am liebsten ganz und gar abschaffen. Doch soll es in der Weihnachtsnacht keine strahlenden Kinderaugen mehr geben und auch keine Freude über schöne Puppen und anderes Spielzeug ? Rat weiß da wohl nur die Weihnachtsfee.
Der „Nussknacker“ und die Puppenfee beschließen, sich auf die Erde zu begeben und dort dem bösen Zauberer Blaubart Einhalt zu gebieten. Auf der Erde selbst hat Klara inzwischen einen merkwürdigen Traum:
Gemeinsam mit ihrer Cousine Amilia folgt sie dem „Nussknacker“ und der Puppenfee; dabei erleben beide märchenhafte Abenteuer, die nur das eine zum Ziel haben, nämlich die Rettung des Weihnachtsfestes.
So gibt es einen Kampf zwischen dem „Nussknacker“ und dem Zauberer Blaubart; die Schneekönigin des Nordens entfacht eisige Winterstürme, in die die Kinder hineingeraten. Und nur dank der Hilfe des mutigen „Nussknacker“ und der guten Schneekönigin des Südens sowie der Kraft der Sonne und der kleinen Sonnenkinder gelingt ihre Rettung.
Nach diesen aufregenden Erlebnissen kommt die Einladung der Zuckerfee gerade zur rechten Zeit, denn in ihrem Reich wachsen Limonadenbäume, es gibt Zäune aus Zuckerstangen, Häuser aus Marzipan und andere Dinge, die Kinderherzen höher schlagen lassen. Klara und Amilia bewegen sich in einem Märchentraum.
Zu seiner völligen Überraschung bekommt der Zauberer Blaubart und trotz seiner bewiesenen Boshaftigkeit ein Geschenk von der Blumenfee überreicht. Es ist sein erstes Weihnachtsgeschenk überhaupt, welches er in seinem Leben erhält. Total überwältigt von so viel Liebe und Glück möchte er nun jedes Jahr Weihnachten feiern.
Wen wundert es da noch, wenn Klara beim Erwachen sich die Augen reibt und fragt: „Habe ich das alles nur geträumt – oder vielleicht doch nicht?“ Denn wie man weiß: In der Weihnachtsnacht ist alles möglich.
Hatte es zwischendurch immer schon wieder Szenenapplaus gegeben, so kannte die Begeisterung des Publikums zum Schluss der Aufführung schier keine Grenzen mehr. Als dann auch die eingeforderte Zugabe vorüber war, versanken die Akteure auf der Bühne förmlich in einem Meer von Blumen. Blumen, überreicht als Zeichen des Dankes und der Anerkennung für diese wirklich toll dargebrachte Leistung. Günter Friebe, seines Zeichens 2. Vorsitzender des MTV, hatte es sichtlich schwer, sich Gehör für seine Dankesworte zu verschaffen, als er der „Mutter des MTV-Balletts“, Angela Göbel, auf der Bühne ebenfalls einen Blumenstrauß überreichen wollte.
Dank sei an dieser Stelle aber auch gesagt an alle Sponsoren, an alle Helfer vor und hinter der Bühne, die gebastelt, beleuchtet, genäht, die vor und während der Vorstellung betreut, geschminkt und verkauft haben – kurzum an alle, die durch ihre Mithilfe auch diese Aufführung wieder überhaupt erst möglich gemacht haben.
Wie nebenbei in Erfahrung gebracht werden konnte, wird es in zwei Jahren die nächste Aufführung des MTV-Balletts geben. Titel oder Thema wurde aber noch nicht verraten. Warten wir es ab und freuen wir uns auf diesen ganz bestimmten Nachmittag im November 2016 – er wird sicherlich genau so schön wie dieser inzwischen vergangene.