Raserei auf der Autobahn A7: Zahlreiche Verstöße

Polizeikommissar Heinz Nienstedt: „So etwas habe ich noch nie erlebt!“

„So was habe ich noch nie erlebt!“ sagt Polizeikommissar Heinz Nienstedt von der Verfügungseinheit der Hildesheimer Polizeiinspektion. Er und sein Kollege Oberkommissar Michael Heisecke sind am vergangenen Samstag in der Zeit von 8 bis 15 Uhr auf der BAB 7 zwischen den Anschlussstellen Hildesheim und Seesen mit ihrem zivilen Polizeivideofahrzeug unterwegs gewesen.

Ihr Augenmerk richtete sich auf „Aggressionsdelikte im Straßenverkehr“, einem Teilbereich der Niedersächsischen Verkehrsinitiative 2020 zur Senkung der Verkehrsunfallzahlen der schweren und tödlichen Verkehrsunfälle. Dabei wurden elf schwere Verkehrsverstöße festgestellt.
In allen Fällen sind Ordnungswidrigkeitsanzeigen geschrieben worden. Während Autofahrer mit deutscher Staatsangehörigkeit neben der Geldbuße auch noch mit einem entsprechenden Fahrverbot durch die Verwaltungsbehörde belegt werden (ab 40 km/h Überschreitung) wird bei ausländischen Verkehrsteilnehmern die Geldbuße verdoppelt, denn ein Fahrverbot greift im Ausland nicht.
Hinzu kommt, dass bei Verstößen bei mehreren Geschwindigkeitsüberschreitungen von Vorsatz auszugehen ist. Daher ist für Ausländer in Absprache mit dem Landkreis Hildesheim eine weitere Erhöhung der Geldbuße vorgesehen. Spitzenreiter waren zwei ausländische Fahrzeugführer, ein Skandinavier und ein Franzose. Ein 50-Jähriger, der mit einem Renault Transporter unterwegs war, wurde mit 131 km/h bei erlaubten 80 km/h gemessen. Ein 56-Jähriger, der in einem Mercedes fuhr, war mit 133 km/h bei erlaubten 80 km/h unterwegs. Hinzu kam in beiden Fällen eine erhebliche Unterschreitung des Sicherheitsabstandes, so dass jeweils 1000 Euro Bußgeld als Sicherheitsleistung fällig wurden.
Beide Fahrer wurden gestoppt und zahlten die Bußgelder per Telecash. Weitere drei Sicherheitsleistungen, davon zweimal 500 Euro, für ein Überschreiten von 54 km/h beziehungsweise 53 km/h bei erlaubten 80 km/h und einmal 300 Euro für eine Überschreitung von 49 km/h. Es handelte sich um Fahrzeugführer aus dem skandinavischen Raum und einer aus den Beneluxländern. Von den restlichen vier festgestellten „Rasern“, alles deutsche Fahrzeugführer, sind drei im Fahrverbotsbereich festgestellt worden.
Die Geschwindigkeiten lagen hier ebenfalls um über 40 km / h schneller als erlaubt. Es wurden Geldbußen zwischen 240 und 500 Euro verhängt. Die Polizeiinspektion Hildesheim teilt mit, dass auch in Zukunft Geschwindigkeitsüberwachungsmaßnahmen auf Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen durchgeführt werden, um die „Raserei“ einzudämmen.