Rat gibt Weg für Jacobson-Haus frei

Noch heißt es Bürgerhaus, aber schon bald könnte es Jacobson-Haus heißen und eine Stätte für Kultur werden.

Stiftung wird am 10. Dezember über den Antrag der Stadt Seesen entscheiden

Die Kulturstiftung des Bundes hat das sogenannte Förderprogramm ,,Transformation von Kultureinrichtungen“ eingerichtet. Ziel des Programms ist es Impulse und Beispiele für ein zukünftiges Kulturangebot in strukturschwachen Räumen geben zu können. Inhaltlich sollen hierbei auch die Fragestellungen ,,Was können wir unseren Bürgerinnen und Bürgern zukünftig noch anbieten?“ und ,,Wie kann das Kulturangebot neu organisiert werden?“ betrachtet werden.
Zu den fünf Modellregionen des Förderprogramms gehört bekanntlich auch Südniedersachsen. Der Landschaftsverband Südniedersachsen hat in einem mehrstufigen Verfahren gemeinsam mit der Kulturstiftung des Bundes über 16 Projektideen begleitet. Am Ende dieses Prozesses wurden drei Projekte ausgewählt, die einen Förderantrag im Rahmen des Programms ,,Transformation von Kultureinrichtungen“ stellen können. Der Antrag ,,Jacobson-Haus“ der Stadt Seesen beinhaltet dabei den Umbau des bisherigen Bürgerhauses in ein ,,sozio-kulturelles Zentrum“. Dort soll für alle Nutzer und Veranstalter von Kultur ein kompetentes Servicecenter entstehen, das Kultur ermöglicht und veranstaltet.

Gleichzeitig sollen mit dem Gedanken Israel Jacobsons ,,Integration durch Bildung und Kultur“ neue Netzwerke gebildet und neue Gruppen mit Kultur in Verbindung gebracht werden. Die Projektsumme beträgt 570.000 Euro für den Zeitraum 2016 bis 2018.
In einem engen vorgegebenen Zeitplan wurde das Konzept seit April 2015 erarbeitet und der Antrag am 31. August durch den Landschaftsverband an die Bundeskulturstiftung weitergeleitet. Der Stiftungsrat der Kulturstiftung des Bundes wird in seiner Sitzung am 10. Dezember letztlich über den Antrag der Stadt Seesen beraten, sofern folgende Zusicherungen seitens der Stadt Seesen verbindlich erklärt werden:
1. Die Stadt Seesen übernimmt die Kofinanzierung (zehn Prozent) im Zeitraum 2016 bis 2018 in Höhe von insgesamt 54.980 Euro.
2. Die Stadt Seesen erklärt ihre Absicht, die kommunalen Zuschüsse für die Projektbeteiligten Kooperationspartner im Projektzeitraum nicht zu kürzen. Dies sind das Kulturforum Seesen (4.850 Euro), Konzerte an St. Andreas (6.500 Euro) sowie die Stadtbücherei, das Städtische Museum und die Jugendpflege.
3. Die Stadt Seesen stellt für das Projekt Mitarbeiter der Verwaltung, unter anderem für die Teilnahme an der projektbegleitenden Akademie, frei. Dies sind in der Projektleitung Thorsten Scheerer und in der Projektassistenz Maren Stephan zu jeweils zirka 80 Prozent ihrer Arbeitszeit.
Der Rat der Stadt Seesen, der sich in der vergangenen Woche mit der Drucksache beschäftigte, verabschiedete die Zusicherungen einstimmig, so dass man nun nur noch auf eine positive Antwort der Kulturstiftung wartet. Die dürfte aber reine Formsache sein.