Rat setzt trotz Neuerungen auf bewährte Kräfte

Während der konstituierenden Ratssitzung leistet Erik Homann den Amtseid.
 
Nach dem Amtseid gratulierten die Fraktionsvorsitzenden von CDU/FDP und SPD – hier Dietrich Krause – dem neuen Bürgermeister Erik Homann mit Blumen.

Konstituierende Sitzung: Personalien gefällt / Jürgen Ebert bleibt Vorsitzender / Flurbereinigung zugestimmt

Von Ulrich Kiehne

Wähend der ersten Sitzung des neu gewählten Rates der Stadt Seesen amMittwochabend ging es im Bürgerhaus vor allem um Eines: Um formelle Vorgänge. Neu-Bürgermeister Erik Homann und die Ratsmitglieder wurden vereidigt, die Ausschüsse wurden gebildet, der Ratsvorsitzende und die stellvertretendenBürgermeister gewählt und weitere Gremien mit Ratsmitgliedern besetzt. Es wurde aber auch schon abgestimmt, nämlich über das Flurbereinigungsverfahren. Erfreulich, dass direkt bei der ersten Sitzung 40 Bürgerinnen und Bürger anwesend waren. Sie erlebten eine Ratssitzung mit neuen Ratsmitgliedern und neuen Parteien (Grüne und LINKE), aber ohne große Höhepunkte und mit wenig Brisanz. Dafür war die Sitzung geprägt von Harmonie und dem durchaus spürbaren Willen, in den nächsten fünf Jahren zum Wohl der Stadt Seesen und ihren Ortsteilen zu agieren.
Rolf Mild war es als ältestem Ratsmitglied vorbehalten, die erste Sitzung der Legislaturperiode 2011 bis 2016 zu eröffnen. Bevor zur weiteren Tagesordnung übergegangen wurde, gedachten die Ratsmitglieder der jüngst verstorbenen ehemaligenRatsfrau Waltraud Grabosch. Dazu erhoben sich alle Anwesenden von den Plätzen und hielten während einer Schweigeminute inne.
Danach ging es – wie eingangs erwähnt – um die ersten wichtigen Personalentscheidungen für die neue Legislaturperiode, und die waren rasch gefällt. CDU-Fraktionschef Rudolf Götz schlug Jürgen Ebert zum Ratsvorsitzenden vor. Dieser wurde vom neuen Rat denn auch einstimmig gewählt und versprach, das Amt wie bereits in den letzten zehn Jahren so loyal als möglich führen zu wollen. Auch bei der Frage nach denStellvertretenden Bürgermeistern blieben die Überraschungen komplett aus. Die Entscheidungen waren im Vorfeld bereits gefällt worden. Jürgen Ebert (Seesen) bleibt wie bisher 1. Stellvertretender Bürgermeister und Norbert Stephan aus Ildehausen wurde zum 2. Stellvertretenden Bürgermeister gewählt.
Einen gewichtigen Wechsel hat es zumindest dann aber doch gegeben, schließlich ist Erik Homann seit dem 1. November neuer Bürgermeister der Stadt Seesen. Er wurde am Mittwochabend im Amt vereidigt und somit Nachfolger von Hubert Jahns, der der Ratssitzung als Gast beiwohnte und aus seiner Sicht sicherlich ungewohntem Blickwinkel verfolgen durfte. In einer kurzen Ansprache erinnerte Homann daran, dass er vor fast genau vier Jahren bereits einmal vor demRat der Stadt Seesen gesprochen habe – seinerzeit, als er als neuer Erster Stadtrat vorgestellt wurde.
„Das war damals ein denkwürdiger Moment für mich.“ Er habe in den vier Jahren viel gelernt, die Stadt und ihre Menschen kennengelernt. „Seesen ist für mich und meine Familie Heimat geworden“, sagte Homann. Dass der Posten seinerzeit umstritten war, sei für ihn Belastung, aber genauso Antrieb und Motivation gewesen, das Amt gut auszuführen.
Den Eid zu leisten, sei eine Ehre für ihn. Er verstehe sich als neuer Bürgermeister Seesens als neutral gegenüber allen Parteien, auch wenn er der Kandidat der CDU gewesen sei. Er fühle sich in der Rolle als Vermittler und wolle eine positive Streitkultur pflegen. Wenn die Ernennung zum ErstenStadtrat ein denkwürdiger Tag für ihn gewesen sei, dann gelte das für diesen Tag umso mehr.
Blumen überreichten dem neuenStadtoberhaupt die beiden Fraktionsvorsitzenden Rudolf Götz (CDU) und Dietrich Krause (SPD). Im Anschluss wurden im Zugriffsverfahren die Ausschüsse und deren Vorsitzenden gebildet. Dem Verwaltungsausschuss gehören demnach neben Erik Homann (kraft Amtes) von der CDU/FDP Jürgen Ebert, Rudolf Götz, Irene Pülm, Chris­tiane Raczek und Andreas Oberbeck sowie von der SPD DietrichKrause, Norbert Stephan und Michael Conzen an. Über die Besetzung aller weiteren Ausschüsse sowie über die Bildung des Aufsichtsrates der Wirtschaftsbetriebe und der Benennung von Mitgliedern für die Gremien des Unterhaltungsverbandes Nette und den Ausbausverband Nette, et cetera berichtet der „Beobachter“ in einer der nächstenAusgaben. Erstmalig vertreten im Rat der Stadt Seesen waren übrigens die Grünen mit Sven Ladwig und Claudia Stolzenburg sowie Bernd Theuser von denLINKEN.
Schlussendlich beschäftigten sich der neue Rat der Stadt Seesen am Ende seiner konstituierenden Sitzung mit der Flurbereinigung in der Gemarkung Seesen in Verbindung mit der Neugründung der Feldmarksinteressentschaft Seesen sowie der damit einhergehenden Genehmigung einer außerplanmäßigen Ausgabe für eine Investitionsförderungsmaßnahme.
Beschlossen wurde einmütig, dass sich die Stadt Seesen an der Finanzierung der Flurbereinigung Seesen unabhängig von eigenen Maßnahmen mit einem Betrag von 250.000 Euro in fünf jährlichen Raten zu je 50.000 Euro (beginnend ab 2011) unter der Voraussetzung beteiligt, dass im Rahmen des Flubereinigungsverfahrens die Wirtschaftswege und Gräben an eine neu zu gründende Feldmarksinteressentschaft übertragen werden.
Dem Vorschlag der Stadtverwaltung folgten die Ratsmitglieder einstimmig; ebenfalls genehmigten sie im Anschluss die dafür außerplanmäßige Ausgabe für diesen Zweck. Und schon war sie gelaufen, die erste Ratssitzung nach der Kommunalwahl 2011. Die nächste findet am 21. Dezember statt.