Ratskeller erhält Frischzellenkur

Der Seesener Ratskeller erstrahlt in neuem Glanz. Die Sanierungsarbeiten der Außenfassade sind bereits weit vorangeschritten.

Sanierungsarbeiten des in Privatbesitz befindlichen historischen Gebäudes sind weit fortgeschritten

Die Sanierungsarbeiten des unter Denkmalschutz stehenden Ratskeller sind im November weit fortgeschritten. Unternehmer Andreas Grebenstein, Gründer von Video Buster, der das Gebäude im Jahr 2014 erworben hatte, hatte sich – wie der „Beobachter” bereits mehrfach bereichtet hatte – verpflichtet, dem Wahrzeichen der Stadt eine „Frischzellenkur“ zu verpassen, sprich: zu sanieren. Und dieser Verpflichtung ist er nun nachgekommen. Sowohl im Außenbereich als auch innen herrscht rege Betriebsamkeit, das Dach wurde neu eingedeckt und im Inneren findet eine Entkernung statt.
Bereits vor Monaten hatte Grebenstein ein Gutachten in Auftrag gegeben. Dabei ging es auch um die Beschaffenheit des Untergrundes. Auf das Ergebnis habe man lange Zeit warten müssen, was erklärt, warum die Sanierung der Außenfassade erst relativ spät in 2015 in Angriff genommen werden konnte. Eines steht wohl fest: Wenn Grebenstein nicht Käufer der Immobilie geworden wäre, dann wäre die Sanierung der ohnehin schon klammen Stadtkasse zur Last gefallen oder wäre vielleicht weiter und weiter verschoben worden. Für 63.000 Euro hatte Grebenstein das Objekt nach langem Hin und Her im vergangenen Frühjahr erworben. Und der Stadt damit erhebliche Kosten erspart, die nun für die Sanierung vonnöten sind.
Viele Seesener hatten sich natürlich gewünscht, dass der Ratskeller wieder ein gastronomischer Betrieb werden solle. Dazu wird es aber wohl erst einmal nicht kommen. Aktuell plant Andreas Grebenstein nämlich den Ratskeller als repräsentativen Sitz für seine Grebenstein-Holding zu nutzen. Das bestätigte er auf Anfrage unserer Zeitung am Mittwoch. Mittlerweile hat der Ratskeller auch einen neuen schmucken Farbanstrich erhalten, die sich in der Farbgebung an der Burg Sehusa und der St.-Andreas-Kirche anlehnt. Die Sanierung soll in zwei bis drei Monaten abgeschlossen sein. Über die Kosten der Sanierung gibt es keine genauen Zahlen, allein mit 100.000 Euro wird es aber wohl nicht getan sein.
Der Ratskeller ist von historischer Bedeutung, auch und vor allem für den Harzklub, der hier anno 1886 in Seesen im Ratskeller gegründet wurde. Er ist der größte Naturschutzverein des Harzes und pflegt das Harzer Brauchtum. Gebaut wurde der Ratskeller im Jahr 1592 – damals als Brau- und Hochzeitshaus von der Brauergilde.