Rauna – eine lettische Gemeinde sagt „Danke!“

Irina Bite (eine der Mitarbeiterinnen in dem kleinen Laden“ in Rauna), Anita Lubuze, Kurt Hoppe, Renate Hoppe (von links): Sie zogen zum Ende des Jahres eine insgesamt positive Bilanz der „Lettlandhilfe“. (Foto: Poerschke)
 
Mit 14 Tonnen Bekleidung und Hausrat machte sich der Sattelzug auf den Weg nach Rauna. (Foto: Poerschke)

Umjubelte Ankunft des jüngsten Transportes – Kirchweih-Feier und neue Begegnungsstätte stehen 2012 im Fokus

Seesen (poe). Lauter Jubel, der die leisen Klänge eines Weihnachtsliedes mühelos übertönte, und dann ein vielstimmiges und kräftiges „Dankeschön“ auf Deutsch – es war eine Geräuschkulisse der eher ungewöhnlichen Art, mit der das jüngste Telefonat zwischen der Vorsitzenden der „Kirchlichen Stiftung“ in Rauna, Anita Lubuze, und dem 1. Vorsitzenden der „Kirchlichen Lettlandhilfe“ in Seesen, Pastor i.R. Kurt Hoppe, eingeläutet wurde. Der laute Jubel galt dabei dem Inhalt der ersten Umzugskartons, die man just in den Räumen des kleinen Ladens im Raunaer Postgebäude auspackte; das „Dankeschön“ wiederum all den Bürgerinnen und Bürgern aus dem Raum Seesen, die zum zweiten Mal in diesem Jahr ihre Spendenbereitschaft unter Beweis gestellt hatten.
Den offiziellen Angaben zufolge waren es insgesamt 14 Tonnen Bekleidung und Hausrat, die im Anschluss an die Herbst-Sammlung auf den Weg nach Rauna gebracht werden konnten. Während nun der überwiegende Teil des Hausrates auch dieses Mal wieder zunächst in der ehemaligen Molkerei zwischengelagert werden musste, fanden erstmals alle Ballen mit der Bekleidung Platz in dem kleinen Laden im Gebäude der Post. Wie Anita Lubuze in diesem Zusammenhang nämlich erfreut zu berichten wuss­te, sei es zwischenzeitlich gelungen, die bis dato vorhandene Lagerfläche durch die zusätzliche Anmietung von zwei weiteren Räumen spürbar zu erweitern. „Wir sind weiterhin auf einem guten Weg“, befand sie denn auch, und sprach bei dieser Gelegenheit sicherlich nicht von ungefähr von einer „Expansion in kleinen Schritten“.

Kirchweih-Feier imJuli
kommenden Jahres

Nach ihren Worten war es ohnehin ein „bewegtes Jahr“, das sich allmählich seinem Ende nähere. Und was die kommenden zwölf Monate betrifft, so stellte sie im gleichen Atemzug fest, dass sich daran wohl auch 2012 nichts ändern werde.
Sicherlich den Höhepunkt im kirchlichen Leben der lettischen Partnergemeinde dürfte dabei der 29. Juli bilden. Ein Tag, an dem aus Anlass des 750-jährigen Bestehens der Kirche zu Rauna ein großes Kirchweihfest gefeiert wird. In einem dem Ereignis angemessenen Rahmen, versteht sich, sowie in Anwesenheit des Bischofs.

Bald Startschuss für
EU-gefördertes Projekt

Für Rauna nicht weniger von Bedeutung wird – und das langfristig gesehen – außerdem ein Projekt sein, zu dem in absehbarer Zeit der Startschuss fallen soll.
Nachdem die Kostenvoranschläge eingereicht und gebilligt wurden, die notwendigen Bescheide vorliegen und die Finanzierung gesichert ist, stehe, wie es hieß, dem Teilumbau des Gemeindehauses zu einer Begegnungsstätte für die älteren und alten Bürgerinnen und Bürger Raunas nunmehr nichts mehr im Wege. Insgesamt 14000 Lat (ein Euro entspricht rund 0,7 lettischen Lat) können und sollen in das ehrgeizige Unterfangen investiert werden; der Eigenanteil der Stiftung beläuft sich dabei auf zehn Prozent.
Die Konzeption sieht unter anderem die Erweiterung der Heizungsanlage auf die künftigen Räume der Begegnungsstätte sowie deren Innenausbau vor – Maßnahmen, die nach dem Willen der EU bis zum 1. April kommenden Jahres abgeschlossen sein müssen.
Für die „Kirchliche Lettlandhilfe“ bedeutet das, sich ebenfalls in das Projekt „einzubringen“. So werde man, wie Kurt Hoppe betonte, für die Ausstattung mit dem benötigten Hausrat und dem erforderlichen Mobiliar verantwortlich zeichnen; man werde der Kirchengemeinde in Rauna aber auch finanziell ein wenig unter die Arme greifen. Und zwar mit Blick auf die Treppe, die zu dem gesondert ausgewiesenen Eingang führt, und die in der EU-Finanzierung nicht enthalten ist.
Sicher ist: Im Wesentlichen kann dabei auf die Sachspenden zurückgegriffen werden, die in diesem Jahr von den Bürgern im Raum Seesen so bereitwillig zur Verfügung gestellt wurden. „Besonders willkommen“ – so Kurt Hoppe – „war darüber hinaus eine Spende über 500 Euro, für die eine Waschmaschine angeschafft werden soll.“ Denn viele der älteren, einsamen und kranken Menschen in Rauna hätten kaum eine Gelegenheit, ihre Wäsche richtig zu waschen. Und wenn überhaupt, dann nur unter erheblichen Schwierigkeiten.
Kein Wunder also, wenn Kurt Hoppe in den letzten Tagen des alten Jahres noch einmal die Gelegenheit wahrnahm, den Dank der Menschen in Rauna an alle die weiterzuleiten, die gemeinsam mit der „Kirchlichen Lettlandhilfe“ ihren Beitrag dazu leisteten, den Alltag in der lettischen Partnergemeinde ein wenig erträglicher zu machen, und ihnen wieder ein kleines Stück mehr Hoffnung für die Zukunft zu geben.