Realitätsnahe Übungen begleiten notfallmedizinische Symposien

Sichtungsübung mit mehreren realistisch geschminkten Darstellern für Rettungsassistenten und Ärzte. (Foto: Schildautalklinik)
 
Die gemeinsamen Fortbildungen stärken die Kooperation und machen beiden Organisatoren auch persönlich Freude (v.li.): Dr. Tobias Steffen, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes Kreis Goslar und Prof. Dr. Jan R. Ortlepp, Ärztlicher Direktor der Asklepios Kliniken Schildautal (Foto: Schidautalklinik)

Hervorragende Kooperation zwischen Rettungsdienst Kreis Goslar und Schildautalklinik

Notfallgeschehen mit mehreren Verletzten sind immer eine besondere Herausforderung für den regulären Rettungsdienst und Krankenhaus. In den vergangenen Jahren hat sich für diese besondere Einsatzsituationen der Begriff MANV " Massenanfall von Verletzten und Erkrankten " etabliert. Sehr gute Resonanz auf drei in Seesen stattgefundene notfallmedizinische Konferenzen in den Asklepios Kliniken Schildautal. Bis zu 90 Teilnehmer stellten sich genau dieser nicht alltäglichen Aufgabenstellung.

Ein gut ausgebauter Rettungsdienst und auch ein sehr gut aufgestelltes Krankenhaus bedürfen in bestimmten Situationen, die Verfolgung spezieller Strategien, um schnell und umfassend Hilfe leisten zu können. Die dafür notwendige enge Zusammenarbeit in der Patientenversorgung baut auf einem kollegialen Miteinander auch im Bereich der Fortbildung auf. Diese Überzeugung teilen Dr. Tobias Steffen, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes Kreis Goslar sowie Prof. Dr. Jan R. Ortlepp, Ärztlicher Direktor der Asklepios Kliniken Schildautal. In den zurückliegenden Monaten haben beide Ärzte insgesamt drei notfallmedizinische Symposien in der Schildautalklinik organisiert, welche mit 50-90 Teilnehmer immer gut besucht waren. Diese Symposien waren dabei berufsübergreifend für Rettungsassistenten sowie ärztliches und pflegerisches Personal ausgelegt. Unterstützt wurden die beiden Ärzte von Stefan Kruse, Asklepios-Mitarbeiter im Qualitätsmanagement, sowie ehrenamtlicher Mitarbeiter des DRK und von Dr. Hermann J. Hotze, Chefarzt der Anästhesiologie an der Schildautalklinik.

Schon im ersten notfallmedizinischen Symposium Ende des vergangenen Jahres standen praktische Übungen wie das Legen von Schläuchen zur Entlastung des Brustkorbes bei schweren Verletzungen, die sogenannten Thoraxdrainagen, Notfall-Luftröhrenschnitte sowie Notfallzugängen und Notfallbeatmung im Mittelpunkt. Mit hohem Aufwand und sehr realitätsnah konnte dies geübt werden. Alle Teilnehmer waren mit Elan dabei und zeigten sich begeistert. Auch Dr. Steffen und Professor Ortlepp zeigten sich sehr zufrieden mit der Umsetzung.

Im zweiten Symposium wurden die Notfallpläne des Rettungsdienstes und der Asklepios Kliniken Schildautal eingehend erläutert. An der Schildautalklinik in Seesen gibt es bereits fest ausgeschilderte Plätze um eine größere Anzahl an Verletzten aufzunehmen. Diese „Triagepunkte“ A und B sind auch im Fall mit definiertem Personal besetzt. Es gibt eine gesetzliche Verpflichtung für jedes Krankenhaus einen Notfall- und Katastrophenplan zu erstellen. „Das detaillierte Vorgehen in Seesen ist für ein Krankenhaus dieser Größe vorbildlich“, so Dr. Steffen vom Rettungsdienst gegenüber dem „Beobachter“. Die intensive Beschäftigung mit diesem Thema hat zu einer weiteren Harmonisierung in der Abstimmung beider Konzepte beigetragen. „Dr. Steffen ist seit November 2012 neuer ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes und hat eine Menge Energie eingebracht“, betont der Ärztliche Direktor der Schildautalklinik.

Das dritte notfallmedizinische Symposium in der vergangenen Woche, fokussierte sich auf praktische Triage-Übungen, wie das Einteilen der Verletzte in unterschiedliche Kategorien schwer, mittel und leicht verletzt. „Diese Einteilung mag im Einzelfall nicht schwierig sein. Komplex ist jedoch das Geschehen an einem Unfallort mit mehreren Verletzten allemal“, erklärt Dr. Steffen, da die Retter anfangs innerlich „umschalten“ müssen. „Die ersteintreffenden Retter dürfen eben nicht einzelne Personen retten, sondern müssen sich einen strukturierten Überblick über die Lage verschaffen und die Verletzten triagieren, um so möglichst allen Verletzten die notwendigen Rettungsmittel zukommen zu lassen und allen möglichst optimale Überlebenschancen zu gewährleisten.“, fuhr Dr. Steffen fort. Das Deutsche Rote Kreuz Vienenburg war bei diesem Symposium mit einem Sanitätszelt und die Feuerwehr Harlingerode mit einem modernen Einsatzleitwagen beteiligt. Das Miteinander hat nicht nur notfallmedizinische Inhalte gut vermittelt, auch das persönliche Miteinander hat den Teilnehmern sichtlich Freude bereitet.