Riesiger Beifall für das Heeresmusikkorps 1

Nahezu ausverkauft war das Konzert des Heeresmusikkorps 1 in der Seesener Aula am Dienstag. Marcus Müller-Todo begeistert beim „Tubaduba“ auf der Bass-Tuba.
 
Könner ihres Faches: Die Musiker des Heeresmusikkorps 1.

Zuschauer begeistert vom Benefiz-Konzert auf Einladung des Lions-Clubs / Breites Repertoire

Seesen (uk/bo). Sie können nicht nur Zackiges und Märsche:Mit einem schwungvollen und vielseitigen Konzert hat das Heeresmusikkorps 1 Hannover am Dienstagabend das Seesener Publikum vollauf begeistert. Die Musiker waren auf Einladung des Lions- Clubs zu Gast, und das Konzert bot eine Menge, was die Besucher mit ganz viel Beifall quittierten.
Durch das bunte Konzertprogramm zog sich ein roter Faden: Oberstleutnant Manfred Peter führte durch die flotte Abfolge in Gesellschaft von Eduard Knopf. Dessen Geschichte hatte sich Tenorhorn-Spieler Florian Bolte ausgedacht, und die Zuhörer erlebten das Konzert mit den Ohren von Eduard, der als Knopf gemeinsam mit seinen Geschwistern die Weste von Musikredakteur Meyer überm Bauch zusammenhält. Eduard geht, genau wie der Träger der Weste, gern ins Konzert, und zum Auftakt freuten sich Eduard und das Publikum über „Anker auf!“ von Manfred Peter, einen Marsch, wie es sich für ein Bundeswehrorchester gehört.
Im typischen Bernstein-Stil gab es die Ouvertüre „Slava“, und mit einem Klarinetten-Solo beeindruckte Torsten Seinecke zu Variationen über den „Karneval von Venedig“. Der „Meister der Klappen“ ließ dabei unter anderem auf humorvolle Weise „Mein Hut, der hat drei Ecken“ aufblitzen. Der fröhliche und schmeichelnde Konzertwalzer „Rosen aus dem Süden“ von Johann Strauß erntete ebenso Applaus wie der „Einzug der Plagiatoren“, ein Marsch von Siegfried Bethmann.
„Mozart modern“beeindruckte mit lockeren, ange­jazzten Interpretationen von Klassikern. Einen Konflikt zwischen Schachspielern aus Ost und West in der Zeit des Kalten Krieges behandelt das Musical „Chess“ von Björn Ulvaeus und Benny Anderson, die beiden „B“ von ABBA. Einen Musicalquerschnitt, unter anderem mit „I know him so well“, hatte das Heeresmusikkorps im Gepäck, auch als Vorgeschmack auf die Domfestspiele 2012, die „Chess“ im Programm haben.
Orchestermitglied Jens Soethe zeichnete verantwortlich für den „Sinfonischen Marsch 2012“, mit dem der zweite Teil des Abends eröffnet wurde. Queens Meisterwerk „Innuendo“ traf den Geschmack des Seesener Publikums. Urlaubsstimmung verbreitete das temperamentvolle „Malaguena“ von Ernesto Lecuona, und Solist Dirk Flügge an der Trompete brachte das Publikum zum Jubeln. Jazziges zum Entspannen war danach gerade richtig, mit viel „dubaduba“. „Tubadubab“ hieß Johann Hausls Stück, das Solist Marcus Müller-Todo auf der Bass-Tuba meisterhaft spielte – ein ungewöhnliches Soloinstrument.
Erinnerungen wurden wach beim „TV-Kultabend“ mit zahlreichen unvergessenen Fernsehmelodien: Tagesschau, „Lindenstraße“, „Traum­schiff“, „Wetten, dass ...“, „Derrick“ – das hatte hohen Wiedererkennungswert bei den Besuchern. Als „Schlaflied“ spielte das Musikkorps „Preußens Gloria“, per Applaus-Abstimmung ermittelt, aber auch der Radetzky-Marsch kam zu seinem Recht.
Als Zugabe erklatschten sich die Zuhörer den Niedersachsen-Marsch, bevor der gelungene Abend in Seesen endete – mit stehenden Ovationen der Besucher und mit einem Dankeschön von Präsident Dietmar Kelm, für den gelungenen Abend und für die Unterstützung der Sponsoren sowie mit der Nationalhymne.