Rückkehr der Stolpersteine

Franz Fischer vom Bauhof hat die Stolpersteine – wie hier in der Poststraße – wieder in das Pflaster eingebracht.

Nachdem erste Teile der Stadtsanierung abgeschlossen sind, werden auch die Gedenktafeln wieder eingesetzt

Auch mehr als 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges mit der systematischen Ermordung von mehr als sechs Millionen Juden ist die Erinnerung und Aufarbeitung eines der dunkelsten Kapitel in der deutschen Geschichte wichtiger denn je; besonders vor dem Hintergrund, dass heute die Zahl der Zeitzeugen des Holocaust nur noch verschwindend gering ist und deren mahnende Stimme immer weniger gehört wird. Europaweit sind daher inzwischen Stolpersteine verlegt worden, von Budapest bis Trondheim, von Holland bis in die Ukraine.


Wie bereits mehrfach berichtet, hatte der Künstler Gunter Demnig vor einigen Jahren auch in Seesen und in Rhüden die sogenannten Stolpersteine verlegt. Die quadratischen Gedenktafeln aus Messing tragen die Namen der Opfer des Nationalsozialismus und wurden dort auf den Gehwegen ins Pflaster eingelassen, wo sich deren letzter selbst gewählter Wohnort befand.
Im Zuge der Innenstadtsanierung wurden die Stolpersteine von der Post- und der Marktstraße im Museum zwischengelagert. Nun kehren die Stolpersteine nach und nach wieder an den Ort ihrer Bestimmung zurück.
Oberstudiendirektor i. R. Rolf Ballof, ehemaliger Direktor des Seesener Jacobson-Gymnasiums und Mitglied des Initiativkreises der Stolpersteine nahm die Wiedereinsetzung der Stolpersteine zum Anlass, der Stadt Seesen und deren Mitarbeitern noch einmal seinen besonderen Dank auszusprechen – Dank dafür, dass sich die Stadtverwaltung bei der Initiative „Stolpersteine für Seesen“ von Beginn an mehr als kooperativ gezeigt habe. Das gelte auch jetzt wieder, wo im Rahmen der Stadtsanierung die Gedenksteine herausgenommen und nun wieder eingesetzt wurden.

Mehr zum Thema "Rückkehr der Stolpersteine" lesen Sie in der Ausgabe vom 10. Juni - damit der Tag gut anfängt.