Rund 3000 Besucher in fünf Monaten – Auftakt nach Maß

Die Fahrt nach Dessau mit Besichtigung des Bauhauses gehörte im vergangenen Jahr zu den Höhepunkten im Veranstaltungsprogramm des Freundeskreises.

Freundeskreis Städtisches Museum zieht eine in jeder Hinsicht positive Bilanz

Die Teilnehmer an der Jahreshauptversammlung des Freundeskreises Städtisches Museum zeigten sich beeindruckt, als die Zahlen „auf den Tisch kamen“ und quittierten das bisherige Ergebnis mit einem anerkennenden Raunen. Bei dem „bisherigen Ergebnis“ handelte es sich um die Zahl der Besucher, die das Städtische Museum in den ersten fünf Monaten seit seiner Wiedereröffnung verzeichnen konnte. Etwa 3000 dürften es gewesen sein. Sehen lassen konnte sich auch die Bilanz, die die 1. Vorsitzende des Freundeskreises, Renata Jahns, an diesem Abend zog.

Seesen (poe). Renata Jahns brachte nach der Begrüßung der Gäste zunächst den Geschäftsbericht ein. Sie erinnerte daran, dass als Folge der baulichen und gestalterischen Maßnahmen im Städtischen Museum und der dadurch bedingten Schließung der Einrichtung im vergangenen Jahr ausschließlich Fahrten im Mittelpunkt des Programmangebotes standen. Sie listete die ganztägige Exkursion im Mai mit dem Ziel Nienburg an der Weser ebenso auf wie die Fahrt Ende Juni, in deren Verlauf ein Besuch der Porzellanmanufaktur Fürstenberg angesagt war.
Den Höhepunkt des Veranstaltungsprogramms 2010 bildete nach ihren Worten jene Exkursion, die die immerhin 35 Teilnehmer Anfang August via Bernburg und Köthen nach Dessau geführt hatte. Die Führung durch das Schloss Mosigkau mit den wertvollen Gemälden und dem Kunsthandwerk aus dem 17. und 18. Jahrhundert, das gemeinsame Mittagessen im Kornhaus an der Elbe und schließlich die Besichtigung des Bauhauses und der Meisterhäuser – auch rückblickend geriet Renata Jahns noch einmal ins Schwärmen. Was die letzte Fahrt im vergangenen Jahr betraf, so hatte diese den Teilnehmern hautnahe Einblicke in den Alltag der Köhler in der Harzköhlerei Sternberghaus ermöglicht.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Einen breiten Raum in ihrem Bericht widmete die 1. Vorsitzende der Palette an Veranstaltungen, in die sich der „Freundeskreis Städtisches Museum“ ebenfalls aktiv eingebracht hatte. Renata Jahns verwies beispielsweise auf die Bewirtung der Besucher der Veranstaltung „Steinway in Concert“ im Bürgerhaus sowie auf die feierliche Wiedereröffnung des Museums am 26. November. Auch an diesem Abend hatte der Freundeskreis bekanntlich den Ausschank von Getränken übernommen; so, wie auch einen Tag später im Rahmen des „Tages der offenen Tür“ im Museum. Renata Jahns dankte allen, die durch ihren tatkräftigen Einsatz die Freisetzung dieser Aktivitäten möglich gemacht hatten.
Der Freundeskreis Städtisches Museum sei es auch gewesen, der in den Jahren nach der Jahrtausendwende immer wieder angemahnt hätte, die Attraktivität der musealen Einrichtung zu erhöhen. Nunmehr, so Renata Jahns, könne sich die Stadt Seesen „glücklich und zufrieden schätzen, dieses neu gestaltete Museum in ihren Mauern zu wissen“. Ein Museum, das auch durch den Fahnenschmuck – eine Initiative des Freundeskreises – die Aufmerksamkeit auf sich lenken würde.
Die 1. Vorsitzende verhehlte übrigens nicht, dass die Meinung der Bürgerinnen und Bürger über das neu gestaltete Museum zu Anfang sehr geteilt gewesen sei. Und das vor allem auch mit Blick auf die Höhe der getätigten Investitionen. Sie machte gleichwohl deutlich, dass die in das Projekt geflossenen Fördergelder zweckgebunden waren und ausschließlich in das Museums-Projekt investiert werden konnten.

Seesen in Bildern von gestern und heute

Zum Abschluss ihres Berichtes rückte die 1. Vorsitzende noch kurz den stets aktuellen Internet-Auftritt des Freundeskreises sowie die nunmehr sechste Ausgabe des im Oktober 2010 erschienenen Kalenders „Seesener Ansichten“ ins rechte Licht. Sie sparte nicht mit Lob, gerichtet an Horst Scheerer und Dieter Neuse, und teilte mit, dass ein neuer Bildband in Planung sei; Titel: „Seesen in Bildern von gestern und heute“. Herausgeber sei der „Freundeskreis Städtisches Museum“, und als Autoren nannte sie Horst Scheerer und Sabine Vollmers.
Wie Horst Scheerer ergänzte, werde in diesem Buch jeweils einer alten Seesener Ansicht stets eine aktuelle Ansicht des gleichen Objektes oder Motives gegenübergestellt. Erfreulich sei, so Scheerer, dass zur Sicherstellung der Finanzierung des Buches bereits Fördergelder bewilligt wurden.
Schließlich habe der Freundeskreis das Museum auch im vergangenen Jahr wieder unterstützt, und zwar mit Blick auf die Info-Tafeln in der Züchner-Abteilung sowie mit der Anschaffung eines Schneidbrettes für Fotos und Dokumente als „Morgengabe für das neue Museum“.
Nachdem Schatzmeister Thomas Schmidt den Kassenbericht vorgelegt hatte – er wusste von nunmehr 78 Mitgliedern zu künden – und ihm sowie dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt worden war, skizzierte die 1. Vorsitzende die noch anstehenden Veranstaltungen bis zum Jahresende. Dazu zählen das traditionelle Museumsfest am Sonntag, 15. Mai, ab 14 Uhr vor und im Städtischen Museum im Rahmen des „Internationalen Museumstages 2011“; die Besichtigung der Firma Steinway & Sons am Donnerstag, 23. Juni; die Fahrt mit dem Ziel Quedlinburg am Donnerstag, 25. August (Abfahrt 9 Uhr am Museum) und der Vortrag „Seltene Erden – gar nicht so selten“ am Dienstag, 25. Oktober, um 19 Uhr im Städtischen Museum, den der Explorationsgeologe Professor Dr. Bernd Lehmann halten wird.
Der Leiter des Museums, Friedrich Orend, brachte auf Wunsch der JHV-Teilnehmer einen kurzen Bericht über die Entwicklung des Städtischen Museums seit der Wiedereröffnung ein. Die Zahl der Besucher habe nach seinen Worten die ursprünglichen Erwartungen bei weitem übertroffen. Orend: „Selbst in den eher besucherschwachen Wintermonaten belief sie sich im Schnitt auf stets mehr als 300 pro Monat“. Zusammen mit der Eröffnungsveranstaltung „Ab in die Mitte“ könne man denn auch getrost von rund 3000 Besuchern in den ersten fünf Monaten seit der Wiedereröffnung ausgehen.