Rund 30000 Besucher beim 37. Sehusafest

Von Ulrich Kiehne, Seesen

Er zählt seit mehr als drei Jahrzehnten zu den Höhepunkten eines Sehusafestes; bietet er doch abwechlungsreich den weit über 1000 Bürgerinnen und Bürgern, die Norddeutschlands größtes Historienfest-Spektakel mit Leben erfüllen, die Möglichkeit, sich darzustellen. Die Rede ist vom Festumzug, in dessen Verlauf die Mitwirkenden an den Besuchern vorbeiziehen ­– die Ackerbürger und Landsknechte, die Schutten und Musketiere, die Herolde, die Zigeuner, Ritter, Knappen, Marketenderinnen, Kanoniere, Gaukler und Musikanten und viele mehr. Auch in diesem Jahr wieder zog er das Volk in seinen Bann. Noch länger, noch schöner und noch farbenfroher – so möchte man den Festumzug des Jahres 2011 zusammenfassen. Bei abermals hochsommerlichen Temperaturen ging dieser über die Bühne.
Als am Sonntagnachmittag dann die Ritterspiele vor dem her­zöglichen Schloss begannen, war das weitläufige Grün bereits gesäumt von unzähligen Menschen. Auch sie vergnügten sich wieder an den tollen Vorführungen.Das Ganze geschah natürlich unter den wachsamen Bli­cken des versammelten Hofstaates. Herzog Otto der Einäugige nebst Gemahlin, Pagen und Schildknappen verfolgten gebannten Blickes das Geschehen. Applaus und bewundernde Ausrufe der Anerkennung durften auch die Reiter mit ihren Pferden einheimsen. Nach diesen Vorführungen hatten die Seesener Schutten anno 1428 ihren großen Auftritt. Sie schickten sich unter dem Gehorsam ihres Hauptmanns einmal mehr an, den „Zehnten“ von den säumigen Bewohnern Schleweckes einzuholen.
Das Sehusafest 2011 ist nun also vorüber, und der ausrichtende Historienfestverein darf sich über den neuerlichen Zuspruch Tausender Gäste freuen. Rund 30.000 Menschen waren an beiden Tagen in Seesen. Die Polizei hatte gottlob nicht viel zu tun, einmal abgesehen vom Brand eines Papiercontainers an der Bornhäuser Straße. Zudem soll ein als Bettler verkleideter Akteur von Jugendlichen verbal angegangen worden sein, am Ende herrschte aber schnell wieder Friede und Freude unter denStreithähnen.
Nur wenig Gemecker gab es über den neuen Eintrittspreis von fünf Euro.Nicht alle, aber die meistenBesucher zeigten für die Maßnahme Verständnis, hieß es an den Einlässen. Eine Bereicherung war sicherlich das mittelalterliche Rockkonzert mit Cultus Ferox und Pestilenzia amSamstagabend. Die Besucher waren schwer begeistert.