Schlesisches Schlachtefest mit heiteren „Einlagen" gewürzt

Beim 61. Schlachtefest des Schlesischen Freundeskreises wurden einmal mehr Eisbein und Pökelnacken mit Sauerkraut kredenzt. Fotos: Jung

Gedichte, Lieder und Sketche nach dem Gaumenschmaus / „Geglückte Kombination"

Seesen (bo). Seit nunmehr 61 Jahren begehen die Schlesier in der Vorharzstadt Seesen das traditionelle Schlachtefest. Der jüngste Gaumenschmaus ging jetzt im bis auf den letzten Platz besetzten Therapieraum des Evangelischen Altenzentrums St. Vitus über die Bühne. Hier kredenzte der „Stammlieferant“, die Firma Bellgarth, einmal mehr Eisbein und Pökelnacken mit Sauerkraut.
Bevor man sich jedoch an den Leckerbissen gütlich tat, eröffnete der Sprecher des Schlesischen Freundeskreises, Eberhard Warnecke, die Veranstaltung mit einem Gedicht („Schlesisches Schlachtefest ist heut’“). Sein besonderer Gruß galt den zahlreichen Mitgliedern der LAB; er bedauerte zugleich, dass keiner der erwarteten Vertreter der Stadt seiner Einladung gefolgt sei.
Warnecke stellte seiner Ansprache die Worte voran, die noch heute in der Riesenbaude unterhalb der Schneekoppe im Riesengebirge stehen: „Besseres kann kein Volk erwerben als ererbten Väterbrauch. Wo des Volkes Bräuche sterben, stirbt das ganze Land denn auch.“
In seinen weiteren Ausführungen ging er kurz auf die Historie Schlesiens ein, erinnerte an die 14 Nobelpreisträger, die diese Region hervorgebracht habe, und bezeichnete den Schlesier als „eine geglückte Kombination von preußischer Pflichterfüllung und österreichischer Gemütlichkeit, gepaart mit herzlicher Gastfreundschaft, Schaffenskraft und Heimatliebe“.
Warnecke wies aber auch auf die Spendenbereitschaft der Schlesier in Seesen hin, die allein in den Jahren1995 bis 2002 ohne jegliche Unterstützung über 10.000 Mark für soziale Zwecke aufgebracht hätten. Ein Engagement, das von Bürgermeister Jahns bei der Einweihung des Heimatsteins gewürdigt worden sei: „Die Heimatvertriebenen und Flüchtlinge aus Schlesien, Pommern und Ostpreußen haben einen wichtigen Beitrag zum Aufbau in unserer Stadt geleistet.“ Nach der Rede Warnecke ging’s heiter weiter, und zwar mit Liedern, Gedichten und zwei Sketchen: „Der Besuch im Rathaus“ und das „Familiengespräch“ – hier stellte das Ehepaar Warnecke sein schauspielerisches Talent unter Beweis – waren gekonnte Attacken auf die Lachmuskeln. – Die Lieder wurden übrigens von F. Philipps und F. Kolle musikalisch begleitet.
Mit dem gemeinsamen Kaffeetrinken und dem Schlusslied „Kein schöner Land in dieser Zeit“ endete das 61. Schlachtefest des Schlesischen Freundeskreises Seesen.