Schock: 190 Arbeitsplätze gehen verloren! 

Einer der Hauptarbeitgeber in Seesen ist die Heinz GmbH in Seesen. Die Werkschließung, die gesern offiziell verkündet wurde, bedeutet das Aus für rund 190 Arbeitsplätze.

Heinz-Werk stellt Produktion in Seesen ein / „Schwierige, aber notwendige Entscheidung!“

Nun ist es kein Gerücht mehr, nun ist es trauriger Fakt: Das Werk Seesen der H. J. Heinz GmbH wird seine Produktion einstellen und den Standort schließen. Ein echter Schock für die Stadt Seesen.

Nach Informationen unserer Zeitung verlieren damit 190 Menschen in Seesen ihren Job. Entsprechende Gerüchte gab es bereits seit rund einem Jahr und sie wurden in den vergangenen Monaten und Wochen immer öfter kolportiert. Immer wieder hatte das Unternehmen die Gerüchte gegenüber unserer Zeitung dementiert. Gestern erreichte der „Beobachter“ in der Mittagsstunde dann erneut die Nachricht, dass das Werk schließt. Und diesmal bestätigte ein Sprecher des Unternehmens die traurige Nachricht.
„Im Zuge einer umfassenden und kontinuierlichen Überprüfung der europaweiten Lieferkette, der Kompetenzen und Kapazitätsauslastung des Unternehmens, gibt Heinz hiermit seine Absicht bekannt, das 190 Mitarbeiter umfassende Werk Seesen zu schließen“. Es sei vorgesehen, die Produktion über die nächsten Monate stufenweise auf Co-Packer zu übertragen, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme, die dem „Beobachter“ vorliegt.
Man sei zu dieser schwierigen, aber notwendigen Entscheidung gelangt, um die Produktion zu konsolidieren und Kapazitäts­überschüsse abzubauen. Zuvor habe Heinz Alternativen und mögliche andere Optionen gründlich untersucht.
Man sei sich der möglichen Auswirkungen dieser Entscheidung auf die Mitarbeiter und die Stadt Seesen sowie der Region in vollem Umfang bewusst und bedauert sie sehr.
Weiter heißt es in der Stellungnahme des Unternehmens: „Diese Entscheidung reflektiert weder das Engagement unserer Mitarbeiter noch die Qualität der von ihnen hergestellten Produkte. Sie gründet sich in erster Linie auf Auslastungsprobleme in Seesen, da es unser Ziel ist, die Leistung und Effizienz unserer Werke zu steigern.“ Auf gut deutsch bedeutet das im Umkehrschluss, dass das Werk Seesen nicht effizient genug produziert habe und die Auftragslage rückgängig ist.
Man werde umgehend mit dem Betriebsrat des Werkes Seesen in Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan eintreten. Heinz wolle nach eigenen Angaben dafür sorgen, dass alle Mitarbeiter fair und angemessen, mit Würde und Respekt behandelt werden.
Bürgermeister Erik Homann reagierte mit Betroffenheit auf die Nachricht. „Das ist wirklich eine ganz schlechte Nachricht für Seesen. Ich warte noch auf ein offizielles Statement vom Unternehmen, aber wenn Heinz schließt, ist das sehr traurig für alle dort Beschäftigten.
Wie der „Beobachter“ gestern erfuhr, hatte Werkleiter Sven Suhling die Nachricht der Belegschaft am gestrigen Vormittag um elf Uhr mitgeteilt.
Die Produktion stand zu diesem Zeitpunkt komplett still. Tags zuvor war die Belegschaft über die Versammlung in Kenn­t­nis gesetzt wurden. Viele Mitarbeiter ahnten da bereits, was dann gestern verkündete wurde. Betretene Minen und Menschen unter Schock – vielen Arbeitnehmern standen die Tränen in den Augen. „Nach dem Statement von Herrn Suhling war für alle Feierabend“, berichtete eine von der Schließung betroffene Heinz-Mitarbeiterein.
Wie es nun weitergeht? Heute soll die Produktion wieder anlaufen. Offenbar, so soll es gestern in der Betriebsversammlung gehießen haben, werde noch bis zum 31. Mai in Seesen gearbeitet. Dann gehen bei Heinz wohl für immer die Lichter aus. Ein Stück Seesener Industriegeschichte geht dann zu Ende. Für die Stadt und ihre Menschen ist das eine echte Hiobsbotschaft.