Schüler begleiten Schüler durchs Jacobson-Gymnasium

Wie ist es, wenn eine neue Schülerin an die Schule kommt, und keine Beziehung zur Klasse aufbaut, vielleicht auch Sprachbarrieren sie hindert. Diese und weitere Situationen haben die 16 Jugendlichen in Rollenspielen einmal durchgespielt, um bereit zu sein.

16 Gymnasiasten absolvieren zweitägige Fortbildung / Vom Projekt erhoffen sie sich einiges

Wer neu an eine Schule kommt, fühlt sich oft allein. Am Seesener Jacobson-Gymnasium werden die Schüler jetzt bei ihrer Integration in den Schulalltag unterstützt. Dafür absolvieren 16 Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren eine zweitägige Fortbildung. Sie haben einiges vor.
Seit Januar 2016 gibt es das Projekt „come together“ im Landkreis Goslar. Als fünfte Schule hat das Jacobson-Gymnasium die Fortbildung absolviert. Wenn auch in abgespeckter Form. „Da viele bereits als Streitschlichter aktiv sind, hat sich die Schulleitung für eine zwei- statt dreitägige Fortbildung entschieden“, sagt Stephani Gobernack vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Goslar. Gemeinsam mit Claudia Hopp vom Jugendschutz Landkreis Goslar führt sie das Projekt durch.

Verkürzte Ausbildung
fordert neuen Namen


Durch die verkürzte Fortbildung können sich die Gymnasiasten nicht „TeenScouts“, wie an den anderen vier „Projektschulen“, nennen.  Sie mussten sich einen neuen Namen überlegen. „Mehrere Vorschläge standen zur Auswahl, darunter Türöffner und Begleiter“, sagt Hubert Heiner, Lehrer am Jacobsson-Gymnasium. Am Ende favorisierten die Schüler die Begleitervariante kombiniert mit ihrem Schulnamen. Sie nennen sich nun „JGS-Begleiter“ also Jacobson-Gymnasium Seesen -Begleiter.
Ziel des Projektes ist es den „Neuen“ den Alltag in die neue Schulwelt zu erleichtern, sie sollen sich angenommen fühlen. Die Jugendlichen sollen nach Wunsch der Ausbildungs- und Schulleitung in der Schule zu einer Gemeinschaft zusammenzuwachsen. Dabei stehen die „JGS-Begleiter“ mit Rat und Tat zur Seite. Mitgefühl, Konfliktfähigkeit, Verständnis und Hilfsbereitschaft zeichnen nach eigenen Angaben die 16 Jugendlichen aus. Mehr noch, diese vier Begriffe bestimmen ihr künftiges Handeln als „JGS-Begleiter“.
In Theorie und Praxis haben die beiden Kursleiterinnen ihnen Sozialkompetenz vermittelt. Theoretischer Unterricht zu den Themen Konfliktlösung, Hilfsbereitschaft, Mitgefühl und Leben in anderen Kulturen wechselte sich mit Gruppenarbeit, Spielen und Rollenspielen zur Auflockerung ab.
Die Schüler aus sieben unterschiedlichen Klassen haben sich mit viel Engagement und Ideen in die Ausbildung eingebracht. Diese gehen über das helfen, um in den Schulalltag zu kommen, schon hinaus. Erste Ideen sind Schulführungen, Hausaufgabenhilfen, eine Stadtrallye oder das Ausprobieren von Gerichten aus unterschiedlichen Kulturen, das erwähnten sie in einem Gespräch mit dem „Beobachter“. „Ihr habt in den zwei Tagen eine tolle Haltung entwickelt“, lobte die stellvertretende Schulleiterin Sabine Kettmann vor der Urkundenübergabe die Schüler. Alle sind gespannt wie das Projekt angenommen wird. Angedacht ist eine Infotafel ähnlich die der Streitschlichter, um die „JGS-Begleiter“ bekannter zu machen. Zudem sollen die Lehrer die neuen Schüler an die „JGS-Begleiter“ vermitteln.
Das Jacobson-Gymnasium in Seesen ist nach der Oberschule in Seesen, der Adolf-Grimme-Gesamtschule Oker, der Oberschule An der Deilich in Bad Harzburg und der Vicco-von-Bülow Oberschule in Vienenburg die fünfte Schule im Landkreis, an der diese Form der Ausbildung von Jugendlichen erfolgt. An anderen Schulen sind die Schüler als „TeenScouts“ tätig.