Schüler gedenken der Opfer des Reichspogroms

Schulleiter Stefan Bungert erinnerte an die Zerstörung der Seesener Synagoge im Jahr 1938.

Gymnasiasten setzen sich mit den Geschehnissen in Seesen am 9. November 1938 auseinander

Am vergangenen Freitag stand der normale Schulbetrieb am Jacobson-Gymnasium Seesen mittags für zwanzig Minuten still. Die Schulgemeinde versammelte sich im Pädagogischen Zentrum der Schule, um den Opfern der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 zu gedenken. Schulleiter Stefan Bungert machte in seiner Eröffnungsrede deutlich, dass die Nationalsozialisten, wie überall in Deutschland an diesem Tag, auch in Seesen das jüdische Gebetshaus, die Synagoge der Jacobsonschule, zerstörten.
Im Totenbuch der Schule sind die Namen all derjenigen Schülerinnen und Schüler verzeichnet, die in der Folge der Synagogenzerstörung Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft geworden sind. Dieses Buch, welches normalerweise seinen Platz in einem Schaukasten vor der Schulbibliothek hat, wurde am Freitag für die Gedenkveranstaltung als stumme Mahnung auf die Bühne gestellt.
Die inhaltliche Ausgestaltung der Veranstaltung übernahm der Werte- und Normenkurs des zehnten Jahrgangs unter der Leitung ihrer Lehrerin Alexandra Ruf. Die Schülerinnen und Schüler stellten aus der Ich-Perspektive zehn Schicksale von Kindern und Jugendlichen dar, die während der Nazizeit getötet wurden. Am Ende ihrer zehn kurzen Vorträge appellierten sie an die Kinder und Jugendlichen der heutigen Jacobson-Gemeinde: „Vergesst uns nicht!“
Abgeschlossen wurde die Gedenkveranstaltung des Jacobson-Gymnasiums mit einer Kranzniederlegung am Mahnmal vor der Schule.