Schülertag gegen Mobbing

Experten gegen Mobbing (von rechts): Jürgen Köhn, Barbara Müller, Anna Rau, Florian und Jill Wildmann, Petra Krischker, Günter Koschig.

„Sei stark, hol dir Hilfe“: Kinobetreiber mit Schutzengelcartoon der Zivilcouragekampagne ausgezeichnet

Im Rahmen der Goslarer Zivilcouragekampagne (GZK) fand diesmal im Cineplex-Kino ein Tag gegen Mobbing und Gewalt für Schulen, unter anderem aus Seesen, Bad Harzburg und Goslar statt.

Rund 400 Schüler, Lehrer sowie die Initiatoren der GZK, die Kinobetreiber Jill und Florian Wildmann, Goslars Polizeidirektorin Petra Krischker, Photogeno-Fotografin Heike Göttert, Verleger Klemens-Karl Krause, Günter Koschig vom WEISSEN RING sowie Jürgen Köhn vom Landeskriminalamt Niedersachsen schauten zunächst den vielfach prämierten Dokumentarfilm „Harte Schule“ aus Amerika an. Die Geschichte von fünf amerikanischen Schülern und die tägliche Gewalt, der sie ausgesetzt waren, empfanden einige Schüler so ergreifend, dass sie kurz den Kinosaal verlassen mussten. Andere waren wütend, dass es soweit kommen musste, dass sich die Mobbingopfer schließlich das Leben nahmen. Das Jüngste war erst elf Jahre alt. Da setzte dann die Diskussion mit den Schülern, moderiert von GZK-Projektleiter Günter Koschig mit Goslars Polizeichefin Petra Krischker, der Vertreterin der Landesschulbehörde, Barbara Müller, der Präventionsfachkraft des WEISSEN RINGES aus Mainz, Anna Rau und den Ideengebern dieses besonderen Kinotages, dem Ehepaar Wildmann, ein.
In ihren Statements machten alle deutlich, dass Mobbing Gewalt mit langwierigen und zum Teil dramatischen Folgen für die Opfer und gegebenenfalls auch deren Familienangehörigen ist. Um die körperlichen und seelischen Auswirkungen bis hin zum Suizid zu stoppen, müsse den Opfern Mut gemacht werden. Anna Rau forderte die Schüler auf: „Steht auf, zeigt Zivilcourage und zeigt den Mobbern gemeinsam die rote Karte, in dem ihr euch mit den Betroffenen solidarisch zeigt und ihnen eure Hilfe anbietet.“ Die Mobbing-Interventionstrainierin Barbara Müller reagierte auf den Vorwurf, dass in der Vergangenheit in Einzelfällen zu wenig passiert sei, indem sie darauf verwies, dass die Landesschulbehörde inzwischen viele Lehrkräfte zu Experten gegen Mobbing beschult habe, die sofort reagierten, wenn es zu Grenzverletzungen in der Schule komme. Petra Krischker machte deutlich, dass jeder seine Rolle habe, ob Lehrer, Mitschüler, Polizei oder Gerichte. Die Polizei nehme das Phänomen sehr ernst und stehe durch das Präventionsteam den Schulen dauerhaft beratend zur Seite. Bei Straftaten durch Mobber oder Cypermobber gebe es aber die „rote Karte“ und ein Strafverfahren, beispielsweise wegen Beleidigung oder Körperverletzung.

Den restlichen Beitrag finden sie in der Ausgabe von Montag, 27. Juli.