Schwulen- und Lesbenclub feiert 1. „Geburtstag“

Der Schwulen- und Lesenclub Seesen trifft sich sonntags ab 19 Uhr in der Bilderläher Gaststätte "Zur Linde".

„Gleichgesinnte“ treffen sich sonntags in Bilderlahe

Der Schwulen- und Lesbenclub Seesen konnte jetzt seinen 1. „Geburtstag“ feiern. Als sich die „Gleichgesinnten“ erstmals im „Reiterstübchen“ in Bilderlahe trafen, waren nur Mannsbilder mit von der Partie und so ist der Clubname „Männersache“ durchaus nachvollziehbar. Allerdings wird man sich wohl mit einer Namensänderung beschäftigen müssen, geben sich doch nun auch Lesben bei den wöchentlichen Zusammenkünften ein Stelldichein.
. Nachdem das „Reiterstübchen“ des RuF Seesen geschlossen ist, suchten sich die Clubmitglieder ein neues „Domizil“ und wurden schnell fündig: Man trifft sich nun jeden Sonntag um 19 Uhr in der Bilderläher Gaststätte Willers. Bei den Clubzusammenkünften sind es an die 30 Damen und Herren, die in geselliger Runde den kulinarischen Genüssen des Hauses fronen und gemeinsame Aktivitäten planen – Wanderungen, Grillfete und nicht zuletzt Fahrten zu CDS (Christopher Street Day)-Events. Am heutigen Sonnabend ist es wieder soweit: In der Landesmetropole Hannover startet gegen 13 Uhr die Demo an der Marktkirche und endet etwa zweieinhalb Stunden später an gleicher Stelle. Das Treffen vor der Demo findet bereits um 12.30 Uhr statt, damit die Aufstellung eingenommen werden kann. Wie es hieß nehmen wohl auch motorisierte Teilnehmer an der Parade teil. Der CSD ist ein Festtag, Gedenktag und Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender. Gefeiert und demonstriert wird für die Rechte dieser Gruppen sowie gegen Diskriminierung und Ausgrenzung. Der CSD erinnert an den ersten, bekannt gewordenen Aufstand von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street im Stadtviertel Greenwich Village: In den frühen Morgenstunden des 28. Juni 1969 fand in der Bar Stonewall Inn der so genannte Stonewall-Aufstand statt. Zu dieser Zeit gab es immer wieder gewalttätige Razzien der Polizei in Kneipen mit homosexuellem Zielpublikum. Es kam in der Folge zu tagelangen Straßenschlachten zwischen Homosexuellen und der Polizei. Um des ersten Jahrestages des Aufstands zu gedenken, wurde das Christopher Street Liberation Day Committee gegründet.
Übrigens: Dem Club, der freundschaftliche Beziehungen zu einer entsprechenden Hildesheimer Organisation unterhält, gehören nicht nur Seesener, sondern auch Frauen und Männer aus der näheren und weiteren Umgebung. Aus Rhüden kommt Peter (Name geändert, die Red.), der in dem Seesener Stadtteil seine schwule Partnerschaft offen auslebt. Mit den Nachbarn, so sagt er, gäbe es mit Blick auf seine sexuelle Ausrichtung keine Probleme: „Man akzeptiert mich so wie ich bin, und es fallen auch keine dummen Sprüche!“ Dennoch gibt es seiner Sicht noch einiges zu erbessern, beispielsweise die Benachteiligung von Homo-Ehen bei der Einkommensteuer. – Ansprechpartner des Clubs ist übrigens René, Telefon 0176-35923020.