Seesen hat jetzt ein „Bernsteinzimmer“

Bürgermeister Erik Homann eröffnete die Ausstellung und überreichte der Künstlerin Käthe Charlotte Sablotzki-Weise ein Blumenpräsent.
 
Dr. Harro Bebert (links) führte vor vielen interessierten Gästen in die Ausstellung ein.

Ausstellung „ZEITLOS“ mit Werken von Käthe Charlotte Sablotzki-Weise im Städtischen Museum eröffnet

Es war eine kleine, feine Vernissage mit einem überaus interessierten Publikum, die da am Mittwochabend im Städtischen Museum über die Bühne ging. Die Ausstellung unter dem Titel „ZEITLOS“ war schon von langer Hand vorbereitet worden. Vor diesem Hintergrund wird auch verständlich, weshalb der Großteil der ausgestellten Arbeiten einen direkten Bezug zum Seesener Museum und seinen Ausstellungsinhalten zeigt. Das ist kein Zufall, sondern Absicht. Die Künstlerin, Käthe Charlotte Sablotzki-Weise aus Obernfeld bei Duderstadt, hat einen großen Teil eigens für die Präsentation im Städtischen Museum Seesen geschaffen.
Da wäre zunächst einmal die künstlerische Auseinandersetzung mit Mineralien im Erdgeschoss zu erwähnen. Die Künstlerin bezeichnet das als „Quadrophonie“, wobei die „vier Kanäle“ in diesem Fall die Fotografie des betreffenden Minerals, dann dessen gegenständliche Darstellung, schließlich die Abstraktion und letztendlich das ausgestellte Endergebnis sind. Auch dem komplexen Thema Musik hat die Obernfelderin im Obergeschoss farbintensive und klug „komponierte“ Werke in dem Zuklys „Musika“ gewidmet – ganz passend zur benachbarten Steinway-Dauerausstallung. Darüber hinaus bemerkte Seesens Bürgermeister Erik Homann in seiner Begrüßung ganz zu Recht, dass Seesen Dank des Bilderzyklus „Die Farben des Bernsteins“ nun sein ganz eigenes Bernsteinzimmer habe.
In seiner Einführung zur Ausstellung wies Autor und Dozent Dr. Harro Bebert auf die feminine – wohlgemerkt nicht feministische – Sicht der Dinge hin, die sich durchgängig durch das Werk von Käthe Charlotte Sablotzki-Weise ziehe. Die Künstlerin sucht das Bild hinter dem Bild. Mit anderen Worten: Sie bleibt nicht an der sichtbaren Oberfläche hängen, sondern sie sucht ihr eigenes Stimmungserlebnis einzuarbeiten, zu vermitteln und sichtbar zu machen. „Sie vermag uns den Vorhang für das zu öffnen, was sich hinter dem Gewohnten und nicht weiter Hinterfragbaren befindet. Wir betreten eine Welt der Verheißung und Erfüllung, jenseits unserer Geschäftigkeit, die oftmals nur von Gewinnstreben und dem Management der Zeit angetrieben wird. Dem setzt Käthe Charlotte Sablotzki-Weise ihre Malerei des ‘Zeitlosen’ entgegen“, so Bebert.
Käthe Charlotte Sablotzki-Weise ist nach einer schweren Erkrankung erst relativ spät zur Malerei gekommen. Nach autodidaktischen Anfängen hat sie die Malerei auch durch ein Studium der Kunstgeschichte und Malerei zu ihrem Medium gemacht. Im Verlauf ihrer künstlerischen Entwicklung hat sich die Malerin mit unterschiedlichen Stilrichtungen und Gestaltungsformen auseinandergesetzt. Der Entstehungsweg der Arbeiten führte von der reinen Figuration zur Abstraktion, zur Vereinfachung der Bildelemente und zur Selbstwirksamkeit der Farben und Formen. Aers ausgedrückt: Sie hat ihren ganz eigenen, charakteristischen Stil geschaffen, ohne eine homogene Stiltreue im Blick zu haben. Käthe Charlotte Sablotzki-Weise ist Trägerin des Oberhessischen Kunstpreises und kann auf mehr als 50 Ausstellungen im In - und Ausland zurückblicken. Ihre Arbeiten finden sich in Kirchen, öffentlichen Einrichtungen und in Privatbesitz.
Die Ausstellung ist ab sofort bis zum 17. November im Städtischen Museum Seesen zu sehen und zu genießen (dienstags bis freitags von 11 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr).