„Seesen ist mir ans Herz gewachsen“

In den vergangenen 27 Jahren stand Museumsleiter Friedrich Orend häufiger vor dem Steinwayflügel und wurde hier oft fotografiert, besonders gern von chinesischen Besuchern. Es ist der erste Flügel, den Heinrich Steinweg alias Henry Steinway im Jahr 1853 in New York fertigte und das neue Firmenlogo trägt.

Nach 27 Jahren hat sich Museumsleiter Friedrich Orend in den Ruhestand verabschiedet / Ein Rückblick

Wenn jemand aus dem Berufsleben ausscheidet, wird häufig eine Frage gestellt: „War es schon immer ein Traumberuf?“

Friedrich Orend kann diese Frage definitiv mit „Ja“ beantworten und eine Anekdote erzählen. Er war kurz vor seiner Einschulung, als er mit seiner Mutter das Übersee-Museum in Bremen besuchte. Interessiert schaute sich der Junge alles an. „Du wirst einmal Museumsdirektor“, sagte sie zu dem sechsjährigen Friedrich. So kam es auch.
Heutzutage ist der Weg einfacher. Museologie wird als Studienfach angeboten. Nicht aber zu der Zeit, als sich Friedrich Orend fürs Studium entschied. Doch er wählte drei Fächer aus, die in die Richtung gehen. „1.000 Wege führen ja nach Rom“, sagt Friedrich Orend zur Fächerwahl und muss lachen, schließlich sollte es am Ende doch die Arbeit im Museum werden. In Göttingen studierte er schließlich mittlere und neuere Geschichte, Volkskunde und Kunstgeschichte. Während seines Studiums besuchte er unter anderem ein Seminar zur Einführung in die Museumspraxis. Zudem absolvierte er ein dreimonatiges Praktikum im Westfälischen Museumsamt Münster. Nach dem Studium arbeitete Friedrich Orend in zwei Museen, ehe er am 1. Juli 1990 nach Seesen kam.
Eine ganz neue Herausforderung, denn viel strömte auf den neuen Mann ein. Der Job ist so vielfältig und beinhaltet gleich mehrere Aufgaben – vom Leiter und Wissenschaftler über Öffentlichkeitsarbeit bis zum Aufbau von Ausstellungen. „Man lebt und arbeitet ja nicht in einem luftleeren Raum“, sagt Friedrich Orend. Als er vor 27 Jahren anfing, war das Museum noch ein rein heimatgeschichtliches, beispielsweise mit einer Ausstellung zum Thema „Vom Flachs zum Leinen“, die es in vielen noch gibt, so unter anderem im Heimatmuseum Lutter. „Jacobson, Steinway und Spohr gibt es nur bei uns in Seesen“, nennt er die heutigen Vorzüge.

An welche Veränderungen der Museumsumbau brachte und an welche zwei Begegnungen sich Friedrich Orend besonders erinnert, lesen Sie in der gedruckten Ausgabe vom 28. april 2017.