„Seesen Rockt“ zum bereits 25. Mal

Johnny Deathshow bewies im schwarzen Totenkopfoutfit Mut zur Performance.

Zum Jubiläum am vergangenen Sonnabend gab sich „Unzucht“ als Topact die Ehre

Am vergangenen Sonnabend wurde in Seesen wieder kräftig gerockt – und dies nun schon zum 25. Mal mit dem ehrenamtlichen Engagement eines tollen Teams, welches durch die Jugendfreizeitstätte und die Jugendpflege unterstützt wurde.

Kopf des „Seesen Rockt“-Teams ist David Kozniewski, der es mal wieder geschafft hatte Bands zu organisieren, die für das beschauliche Jugendzentrum eigentlich schon viel zu berühmt sind. Insbesondere zum Jubiläum hatte man dann auch einen Topact verpflichten können, der noch in diesem Sommer auf den großen Festivals vor Zehntausenden von Fans aufgetreten ist.
Vor knapp zwei Monaten noch beim Mera Luna Festival in Hildesheim, letzten Samstag als Headliner im mit 150 Zuschauern ausverkauften Jugendzentrum: Unzucht. Ein Bandname, der erstmal aufhorchen lässt. Dann gibt es aber Nachdenkliches im Gothic-Rock-Gewand und eine Performance die ihresgleichen sucht. Kein Wunder, denn der Frontmann der Band „Der Schulz“, ein alter Bekannter der Seesener Musikszene, weiß, wie man den Saal zum Beben bringt. Treibende Beats, eingängige aber nicht langweilige Arrangements, super Sound und tolle Stimme waren dann wohl auch das Argument für Fans, die sogar aus Teilen Süddeutschlands, Berlins und dem Ruhrpott angereist waren. Es war heiß, es war laut, es war einmalig gut!
Überdies gab es mit den Vorgruppen äußerst positive Überraschungen: Von der ersten Minute an gab es Unterstützung durch die Zuschauer, die begeistert die Shows von „Johnny Deathshadow“ und „Ember Sea“ aufnahmen. Johnny und seine Mitstreiter boten einmal wieder das, was dem Rock´n´Roll seit einiger Zeit abhanden gekommen zu sein schien: Mut zur Performance. Im schwarzen Totenkopfoutfit mit schwarzen Anzügen, weißen Gitarren und großen Gesten zeigten die Hamburger Jungs, wo der Hammer hängt. Stadtjugendpfleger Holger Maas resümierte anschließend: „Eine hammer Show, die einem die Augen und Ohren an der Bühne kleben ließ! Man hatte wirklich keine Lust auch nur eine Minute dieses Auftritts zu verpassen: Rock´n´Roller – bitte mehr davon!“
Die dritten im Bunde waren Ember Sea aus Hannover, die mit theatralischem und bombastischem Rock aufwarteten und dabei ganz anders agierten: Frontfrau mit begnadeter und kraftstrotzender Stimme, jeder musikalischen Situation gewachsen, ob druckvoll oder zart – einfach immer voll präsent. Das musikalische Gesamtpaket war hierbei aus einem Guss, sodass die „Mystic-Metal“-Songs super ankamen und eine prima Brücke zum Topact boten.
Dieser Abend war wirklich etwas Besonderes, da sowohl Publikum als auch Organisatoren mit fantastischen Auftritten belohnt wurden. Ein Abend, der gezeigt hat, dass auch in Sachen Rockkultur noch einiges in Seesen auf die Beine gestellt wird.