Seesen zeigt Flagge für Tibet

Der Dalai Lama, das Oberhaupt der Tibeter, setzt sich weltweit in seiner unerschöpflichen Güte und Friedfertigkeit für mehr Menschenwürde im chinesisch besetzten Gebiet von Tibet ein.

Zeichen der Solidarität am Gedenktag

Global denken, lokal handeln. Aktive Solidarität mit Tibet demonstrieren immer mehr deutsche Städte, Gemeinden und Landkreise. Die Stadt Seesen zeigt zusammen mit bundesweit über 1.200 Kommunen Flagge für das von China besetzte Himalaja-Land.

Sie hisst die tibetische Nationalflagge am Montag, 10. März, dem Gedenktag des tibetischen Volksaufstandes gegen die chinesischen Besatzer, um auf die gewaltsame Unterdrückung der Tibeter hinzuweisen.
Was Seesen am 10. März tut, ist in Tibet ein Verbrechen. Die farbenprächtige Flagge mit der strahlenden Sonne über einem schneebedeckten Berg, an dessen Hängen zwei mythische Schneelöwen stehen, zu hissen, steht in dem ehemals souveränen Land unter Strafe. Daher hat die von der Tibet Initiative Deutschland organisierte Flaggenaktion besonderen Symbolcharakter.
Am 10. März 1959 hatte sich das tibetische Volk zehn Jahre nach dem Einmarsch der „Volksbefreiungsarmee“ in der Hauptstadt Lhasa gegen die übermächtigen Invasoren erhoben. Bei den mehrtägigen Kämpfen verloren nach offiziellen chinesischen Angaben mehr als 87.000 Tibeter ihr Leben. Sie machen jedoch nur einen minimalen Anteil der Opfer aus, die die Jahrzehnte der Gewaltherrschaft forderten. 1,2 Millionen Tibeter kamen bis heute durch Hunger, Zwangsarbeit, Haft, Folter und Hinrichtungen ums Leben.
Die kommunistischen Besatzer zerstörten über 6.000 Klöster, Tempel und andere Kulturdenkmäler. Sie unterdrücken nach wie vor die tibetische Sprache und Religionsausübung. Der Alltag der Tibeter wird bis zum heutigen Tag geprägt durch Arbeitslager und Inhaftierungen, die auch vor Kindern nicht Halt machen.
Die ständigen Menschenrechtsverletzungen in Tibet rügt der Deutsche Bundestag am 20. Juni 1996 in einer parteienübergreifenden Resolution, in der es heißt: „Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, sich verstärkt dafür einzusetzen, dass die Regierung der Volksrepublik China die weltweit anerkannten Menschenrechte achtet und die Menschenrechtsverletzungen gegen Tibeter beendet.“
An der Flaggenaktion der Tibet Initiative Deutschland beteiligten sich 1996 im ersten Jahr 21 Städte, Gemeinden und Landkreise, im Jahr 2000 waren es schon 443. In diesem Jahr werden es über 1.200 Kommunen sein.