Seesener (46) schlägt schon wieder zu

Nach Schiedsrichterattacke und Angriff auf Ex-Freundin folgt die nächste Verurteilung

Ein 46-jähriger Seesener ist offenbar nicht in der Lage aus seinen Fehlern zu lernen. Gestern brummte Amtsrichter Rüger dem Mann, der in jüngster Vergangenheit bereits wegen brutalen Angriffen auf einen Fußballschiedsrichter und seine Ex-Freundin verurteilt wurde, eine dreimonatige Haftstrafe auf. Für eine Bewährung sahen weder Staatsanwaltschaft noch Richter Spielraum. Zu oft habe der Angeklagte vor Gericht sein Verhalten bedauert, sich bei seinen Opfern entschuldigt und sei dann doch wieder in seine alten Verhaltensmuster zurückgefallen.
Rüger brachte im Laufe der Verhandlung deshalb mehrfach zum Ausdruck, dass er sich den erneuten Fehltritt des Lastwagenfahrers nicht erklären kann. „Sie stehen unter Bewährung, ein weiteres Verfahren wegen Körperverletzung wird wegen ihrer Berufung nun vor dem Landgericht verhandelt, und sie schlagen sobald ihnen etwas nicht passt zu. Das kann und will ich nicht durchgehen lassen“, so Rüger.
Im aktuellen Fall legte die Staatsanwaltschaft dem 46-Jährigen zur Last, am 21. Januar eine Spielhallenaufsicht geschlagen und bespuckt zu haben. Der Angeklagte räumte die Tat ein, gab sich reumütig und sagte, dass er sich sein Verhalten selber nicht erklären könne.
In der Spielhalle war es zwischen dem notorischen Schläger und seinem Opfer, einer 47-jährigen Spielhallenaufsicht, zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen. Der Angeklagte gab an, dass ihn der aktuelle Freund der 47-jährigen Langelsheimerin in der Nacht mit SMS bombadiere. In den Kurzmitteilungen bezeichne er den Seesener-Rüpel als Looser. Der Inhalt habe ihn dabei aber weniger belastet, als die Störung der Nachtruhe durch das permanente Klingelgeräusch seines Telefons. Dieses Verhalten, so sagte es der 46-Jährige, wollte er unterbinden.
Auf die Frage des Richters, warum er das Handy nicht einfach ausschalte, entgegnete der 46-Jährige, dass ihm sein Telefon als Wecker diene und aus diesem Grund nicht ausgeschaltet werden könne.
Sein Opfer, die als Zeugin vor Gericht auftrat, bestätigte den Ablauf der Tat genauso, wie es der Angeklagte bereits eingeräumt hatte. Auch die Kollegin des Opfers, eine 42-jährige Frau aus Osterode, konnte den Tathergang bestätigen.

Richter Rüger: Für Bewährung gab es keinen Spielraum mehr

Für den Staatsanwaltschaft, der für eine zweimonatige Haftstrafe plädierte, stand fest, dass der Angeklagte zwar nur eine leichte Körperverletzung begangenen hat, sein Vorstrafenre­gis­ter aber keine andere Wahl lasse, als eine Haftstrafe zu verhängen.
Amtsrichter Rüger überbot den Staatsanwaltschaft sogar noch in seiner Forderung, und verurteilte den Seesener zu einer Haftstrafe von drei Monaten. Er begründete diese Entscheidung nicht nur mit der laufenden Bewährung und der anstehenden Verhandlung vor dem Landgericht, sondern auch mit der Spuckattacke.
Rüger: „Es ist einfach widerlich und erniedrigend einem Menschen nachdem man ihn geschlagen hat auch noch ins Gesicht zu spucken. Dieses Verhalten ist absolut indiskutabel.“