Seesener fordert mehr deutsche Musik im Radio

Hugo Daugart mag deutschsprachige Musik im Radio.

Nach Ansicht von Hugo Daugart spielt der NDR zu viele englische Lieder

Inzwischen ist es etwas mehr als zwei Jahre her, dass sich der Seesener Rentner Hugo Daugart mit einem Brief an die Redaktion des Norddeutschen Rundfunks in Hamburg wandte. In seinem Schreiben aus dem Dezember 2012 wollte Daugart von den Verantwortlichen der Rundfunkanstalt wissen, warum der Großteil der gespielten Lieder auf seinem Lieblingssender NDR 1 Radio Niedersachsen in englischer und nicht deutscher Sprache sei?

Für den bekennenden Radiofan unverständlich, denn seiner Ansicht nach gebe es ausreichend schöne deutsche Lieder um damit das Radioprogramm zu füllen.
Nun zwei Jahre nach seinem Schreiben an den NDR fühlte sich Daugart bei der täglichen Lektüre seiner Seesener Heimatzeitung an den Vorgang aus dem Winter 2012 erinnert. Auf der Titelseite des „Beobachter“ wurde ein Artikel mit der Überschrift „Ein bisschen Deutsch muss sein“ veröffentlicht, indem über die Forderung des Politikers Franz-Robert Liskow von der Jungen Union berichtet wurde.

Der Jungpolitiker Liskow aus Mecklenburg-Vorpommern, ein bekennender Fan von Schlagerstar Helene Fischer, scheint nämlich genau auf einer Wellenlänge mit dem Seesener Radiofan Daugart zu liegen. Liskow fordert eine Schlagerquote fürs Radio, damit deutschsprachigem Liedgut der Platz eingeräumt wird, den es seiner Ansicht nach verdient.

Hugo Daugart sprach in seinem Brief an den NDR zwar nicht von einer Schlagerquote, doch auch er fragte sich angesichts der Vielfalt schöner deutscher Schlager, wer eigentlich für die Musikauswahl bei dem Radiosender zuständig sei, und das es doch nicht Ziel der Programmmacher seien könne, dass die Hörer einen Englischkurs an der Volkshochschule belegen müssten. Und scherzhaft schob Daugart damals noch nach, ob der NDR vielleicht plane sich in „Nord Denglischer Rundfunk“ umzubenennen.

Daugart ist also nicht allein mit seiner Forderung, denn bereits im Jahr 1996 wurde sogar über ein entsprechendes Gesetz nachgedacht, das zum Ziel haben sollte, den Anteil deutschsprachiger Musik im Radio festzulegen. Jüngst, im Jahr 2014, nahm der Landesverband der AfD in Sachsen das Thema in sein Wahlprogramm auf.
Es ist demnach gut vorstellbar, dass es in Seesen neben Hugo Daugart noch mehr Hörer des Radiosenders NDR 1 gibt, die ähnlich denken.

Vielleicht sollten die Programmverantwortlichen also tatsächlich mal umschwenken und den Anteil deutscher Lieder erhöhen. In ihrem Antwortschreiben an den Seesener Rentner hatte die Rundfunkanstalt nämlich noch als Begründung geschrieben: „Unsere regelmäßig stattfindenden Hörerbefragungen ergeben, dass der bei weitem überwiegende Teil unserer Hörerinnen und Hörer mittlerweile internationale und hier vor allem englischsprachige Musik bevorzugt, während der Anteil der „Schlagerfreunde“ kontinuierlich sinkt. Dieser Entwicklung tragen wir mit unserem aktuellen Repertoire Rechnung.“

Hier soll natürlich nicht bezweifelt werden, dass das stimmt, bei ihrem Hörer Hugo Daugart oder dem Politiker Liskow haben die NDR-Verantwortlichen bei ihren Umfragen dann aber mit Sicherheit noch nicht nachgefragt.